500000 Franken fürs «Spital zu Hause»

Als erster Kanton überhaupt finanziert Baselland ein Projekt mit, bei dem ein Team aus Ärzten und Pflegern regelmässig zu Patienten nach Hause kommt. Bei dem Pilotprojekt der Klinik Arlesheim wird ein Spitalaufenthalt verkürzt oder unnötig.

Neben dem Komfort soll auch der Heilungsprozess verbessert werden: Ein Team aus Ärzten und Pflegefachpersonen
der Klinik Arlesheim betreut Patientinnen und Patienten zu Hause. Foto: ZVG
Neben dem Komfort soll auch der Heilungsprozess verbessert werden: Ein Team aus Ärzten und Pflegefachpersonen der Klinik Arlesheim betreut Patientinnen und Patienten zu Hause. Foto: ZVG

«Hospital at Home» hat sich in vielen Ländern bereits etabliert. Dabei betreut ein Team aus Ärzten und Pflegefachpersonen ­Patienten nicht stationär im Spital, sondern kommt jeweils zu ihnen nach Hause. In der Schweiz gibt es allerdings noch kaum solche Projekte, da die Finanzierung nicht klar geregelt ist. Nun setzt Baselland ein Zeichen und unterstützt als erster Kanton offiziell ein Pilotprojekt, jenes der Klinik Arlesheim.

Wie die anthroposophische Klinik und auch die Regierung mitteilen, zahlt Baselland zwischen Sommer 2023 und Ende 2024 maximal 500000 Franken. Der Kanton wendet dabei den Kostenteiler an, der auch im stationären Bereich gilt: 55 Prozent übernimmt der Kanton, 45 Prozent die Versicherer. Die Klinik Arlesheim schreibt dazu: «Die finanzielle Unterstützung des Kantons Baselland für das Projekt ‹Hospital at Home› ermöglicht uns, die notwendige Infrastruktur aufzubauen und speziell geschultes medizinisches Personal einzustellen.»

Bisher wurden 30 Personen zu Hause betreut

Zwar läuft der Pilotversuch bereits seit Februar, doch erst in sehr reduziertem Rahmen mit einem einzigen Team. Auf Nachfrage präzisiert Klinik-Sprecherin Sabine Schönenberger, dass das Team aus acht Personen besteht und derzeit drei Patientinnen und Patienten gleichzeitig betreut. Dies soll nun auf sechs Patienten ausgebaut werden. Die Patientensicherheit sei dabei das A und O. Seit Februar seien bisher 30 Personen zu Hause betreut worden.

Der Kanton wiederum steigt mit einem klaren Interesse ein: «Der Regierungsrat erachtet das Konzept ‹Hospital at Home› als Chance zur kosten- und qualitätsbewussten Weiterentwicklung des Versorgungsangebots», hält er in seinem wöchentlichen Bulletin fest. Das Konzept richte sich an internistisch erkrankte, spitalbedürftige Patientinnen und Patienten, denen die Möglichkeit einer medizinisch-pflegerischen Versorgung zu Hause einen deutlichen Mehrwert gegenüber der Spitalversorgung bieten könne.

Optimistisch, dass Gesundheitskosten gesenkt werden können

Die Klinik Arlesheim zeigt sich aufgrund «internationaler Daten» überzeugt, dass nicht nur der Komfort der Patientinnen und Patienten erhöht und der Heilungsprozess positiv beeinflusst werden, sondern auch die Komplikationen wie akute Verwirrung und Immobilität und letztlich auch die Kosten des Gesundheitssystems gesenkt würden.

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