50 Jahre Heimatmuseum: «Wenn wir Aescher etwas können, dann ist es feiern»

Das Aescher Heimatmuseum feiert sein 50-Jahr-Jubiläum. Zu diesem Anlass richtete das Museum am vergangenen Wochenende ein zweitägiges Festprogramm aus und eröffnete die Jubiläumsausstellung «Gestern – Heute – Morgen».

Traditionelle Klänge: Die Live-Musik im Festzelt sorgte für gute Stimmung. Foto: zvg / Toni Fischlin

Traditionelle Klänge: Die Live-Musik im Festzelt sorgte für gute Stimmung. Foto: zvg / Toni Fischlin

Handarbeit: Auch das Handwerk kam nicht zu kurz. Foto: Désirée Bellwald

Handarbeit: Auch das Handwerk kam nicht zu kurz. Foto: Désirée Bellwald

Aesch au Lac: Am Jubiläumsfest wurden Anekdoten aus Aeschs Geschichte hochgelebt, auch der ehemals geplante See. Foto: Désirée Bellwald

Aesch au Lac: Am Jubiläumsfest wurden Anekdoten aus Aeschs Geschichte hochgelebt, auch der ehemals geplante See. Foto: Désirée Bellwald

Es regnet, der Himmel ist grau und das Wetter ungemütlich. Doch aus dem Festzelt auf dem Schlossplatz sind Musik und Stimmengewirr zu vernehmen. Trotz des Regens zeigen sich die beiden Stiftungsrätinnen Tosca Siegenthaler und Karin Meyer-Huber erfreut über die Besucherzahlen. «Ich habe sogar ein Buch eingepackt für den Fall, dass es einmal ruhiger sein sollte», erzählt Siegenthaler lachend. Zum Lesen sei sie jedoch nicht gekommen. Bereits zum Programmstart seien die ersten Besucherinnen und Besucher am Museumseingang eingetroffen. «Vielleicht ist es auch gerade gutes Museumswetter», gibt Meyer-Huber zu bedenken. Das Interesse an der Ausstellung sei jedenfalls gross.

Ein Rundgang durch die Zeit

Die am Samstag eröffnete Ausstellung blickt auf die vergangenen 50 Jahre in Aesch zurück. Ein altertümliches Radio, Schallplatten, Discohits zum Reinhören und eine Ausgabe der Zeitschrift «Bravo» aus dem Jahr 1976 stimmen auf die 1970er-Jahre ein. Die ausgestellte Sammlung lässt eine Ecke des Museums wie ein damaliges Jugendzimmer erscheinen. Die Discohits erinnern insbesondere an die Gründung der Disco im Schlosskeller, die ebenfalls 1976 stattfand und am Jubiläumsfest mitwirkte.

Anschliessend führt der Rundgang weiter vorbei an verschiedenen Ereignissen, die Aesch seit 1976 geprägt haben, und wirft einen Blick zurück auf vergangene Sonderausstellungen im Heimatmuseum. Zu den Ereignissen gehört das Eröffnungsfest der Umfahrungsstrasse, die den Dorfkern vom Verkehr entlasten sollte. «An dieses Fest erinnere ich mich noch sehr genau», erzählt Karin Meyer-Huber. Als Zwölfjährige habe sie damals eine Feier erlebt, die ihr bis heute in Erinnerung geblieben sei. «Alle Aescherinnen und Aescher haben an diesem Tag an irgendeinem Stand für einen Verein gearbeitet.» Auch der Besucherandrang aus der Umgebung sei enorm gewesen, erinnert sie sich sichtlich begeistert.

Den Festen in Aesch ist in der Jubiläumsausstellung ein eigener Raum gewidmet. «Wenn wir Aescher etwas können, dann ist es feiern. Deshalb haben wir hier einige Rosinen herausgepickt», erklären Meyer-Huber und Siegenthaler. Bei der Zusammenstellung stiessen sie allerdings auf eine Schwierigkeit: Im Museumsarchiv fanden sich von früheren Festen häufig nur wenige Bilder. Deshalb wandte sich das Museum auch an die Aescher Bevölkerung, in der Hoffnung, auf diesem Weg weiteres Bildmaterial zusammenzutragen und die Erinnerung an vergangene Anlässe zu vervollständigen. Insgesamt verbirgt sich hinter der Jubiläumsausstellung jede Menge Arbeit: rund ein Jahr lang und bis kurz vor dem Eröffnungsmoment sei das OK damit beschäftigt gewesen, weiss Stiftungsratsmitglied Irène Bühler zu berichten.

Holzschnitzerei, Kostüm-ausstellung und Disco

Weitere Stationen des Rundgangs führen vorbei an der privaten Taschenmessersammlung von Peter Nebel, der gemeinsam mit den Besuchenden Holzgesichter schnitzte, sowie zur Erinnerungswand an die Ausstellung «Prêt à». Diese entstand in Zusammenarbeit zwischen der gelernten Schneiderin Ruth Leu-Vögtli und dem «Kostüm Kaiser». Sie zeigte den gesamten Prozess der Kleiderproduktion vom Schnittmuster bis zum fertigen Kleidungsstück, das «prêt-à-porter», also bereit zum Tragen, war. Eine Besonderheit waren die sogenannten «Living Dolls»: lebende Modelle, die während rund drei Stunden wie Schaufensterpuppen regungslos in einer Position verharrten.

Derweil lief auf dem Schlossplatz das Jubiläumsfest des Museums: Von der Tanzgruppe United Teens über die Jazzband der Musikschule Aesch-Pfeffingen, No Limits, und die schottische Dudelsackband Ramsay Pipe Band bis hin zur Rock- und Popband BarbieQ wurde im Festzelt für Unterhaltung gesorgt. Ab 19 Uhr war ausserdem auch die Jubiläumsdisco im Schlosskeller eröffnet.

Wesentlich ruhiger fiel der zweite Tag des Jubiläumsfests aus. Erneut geöffnet war die Jubiläumsausstellung, und im Festzelt wurde zum Sonntagsbrunch eingeladen. Der Brunch war laut OK ausgebucht.

Die Ausstellung «Gestern – Heute – Morgen» ist ab sofort bis zum kommenden Sommer jeweils am ersten Sonntag des Monats von 10 bis 16 Uhr im Heimatmuseum Aesch zu sehen.

Weitere Artikel zu «Region», die sie interessieren könnten

Nächster Regierungsrat aus dem Birstal? Diese Kandidaten sind im Rennen
Region21.10.2026

Nächster Regierungsrat aus dem Birstal? Diese Kandidaten sind im Rennen

Im April 2027 finden die Gesamterneuerungswahlen im Baselbiet statt. Auch der frei werdende Regierungssitz von Anton Lauber (Die Mitte) wird dabei neu besetzt.…
Besuch auf Schweizer Baustelle: (von links) Andreas Meyer (Hummel & Meyer), Fränzi Ramseier, Appolinaire Yaméogo und Patrick Meyer (Hummel & Meyer). Foto: Tobias Gfeller
Region21.10.2026

Blick über die Schweizer Schulter: Solarbauer aus Burkina Faso besucht Aescher KMU

Die Pfeffingerin Fränzi Ramseier sammelt Spenden für Solaranlagen auf Schulen in Burkina Faso. Kürzlich lud sie den Direktor einer regionalen Berufsschule in…
Hier wird gerodet: (von links) Daniel Spichty (Bürgerrat), Philipp Götsch (Forstrevier), Fredi Hügi (Revierförster) und Marco Freda (Swissgrid-Förster) am Waldrand von Münchenstein. Foto: Tobias Gfeller
Region21.10.2026

Brandgefahr: Hundert Bäume müssen weg

Bei der Waldhütte der Bürgergemeinde Münchenstein werden Anfang November rund hundert Bäume gefällt. Aktuell besteht die Gefahr, dass Bäume auf die Stromleitung…