Wo Golfer im Winter üben

Das Trainings-Center Münchenstein für Indoor-Golf lud am Sonntag zum Tag der offenen Tür. Die Golfhalle für schlechtes Wetter und die Winterzeit verfügt über modernste Simulationstechnik.

Analyse: «Pro» Dave Wring (r.) erklärt an den Kontrollmonitoren den Bewegungs- und Flugverlauf.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Analyse: «Pro» Dave Wring (r.) erklärt an den Kontrollmonitoren den Bewegungs- und Flugverlauf. Foto: Thomas Brunnschweiler

Bereits auf die erste Frage nach dem Handicap erntet der Laie von «Pro» (Professional) Dave Wring ein müdes Lächeln. «Handicap ist ein irreführender Begriff», sagt er, «man sollte von Stammvorgabe sprechen.» Die Stammvorgabe ist der Schwierigkeitsgrad des jeweiligen Heimatclubs. Wie es sich für den Golfsport gehört, ist die Halle an der Reinacher-strasse 66 in Grün gehalten. Am Sonntag nach 11 Uhr ist ein Junge gerade daran, auf einem der fünf Abschlag-Plätze seinen Swing zu üben. «Keep your Golf swing fit!», sei die Devise dieser Anlage, erklärt Besitzerin Susanna Liniger. Sie spielt selbst Golf. Nicht ganz ohne Stolz erzählt sie, dass sie schon zweimal ein Hole-in-one erzielt habe. Den Ball über eine grosse Distanz mit einem Schlag ins Loch zu lenken, ist fast so schwierig, wie einen Minipfeil auf eine Distanz von 5 Metern durch ein Nadelöhr zu schiessen. Neben den Abschlag-Plätzen stehen ein Putting-Green, ein Swing-Coach und zwei Explanar-Geräte zur Verfügung. Ein Explanar ist ein ringförmiges Gerät, das hilft, den Übenden den Schwung beim Abschlag korrekt ausführen zu lassen. Für den Laien am eindrücklichsten sind aber die drei Golf-Simulatoren mit über 40 verschiedenen virtuellen Golfplätzen.


Modernste Technik

An einem Simulator beschäftigt sich der Engländer Dave Wring gerade mit einem Golfer, der den Abschlag übt. Der Ball fliegt ins virtuelle Green. Eine High-Speed-Kamera gibt den Bewegungsablauf wieder. Rechts stehen drei Bildschirme, auf denen sämtliche Parameter zu sehen sind: Abschlags- und Höchstgeschwindigkeit, Höhe, Länge, Flugzeit, Winkel, Back- und Sidespin und weitere Angaben. Ein bisschen kommt man sich hier vor wie in einem Sportlaboratorium. Die Videoanalyse ist ein wesentlicher Bestandteil des Indoor-Trainings. Susanna Liniger erklärt: «Man sieht sich selbst von der Seite und von vorne beim Spiel zu.» Da man sich wie in einem Spiegel wahrnimmt, trägt die professionelle Analyse zur Verbesserung des Bewegungsablaufs bei.


Grosses Interesse

Golfspiel wird mit Natur und Spaziergängen in Verbindung gebracht. Wozu da eine Indoor-Golfanlage? «Hier können Golfer bei schlechtem Wetter üben und ihren Standard im Winter halten oder gar verbessern», sagt Susanna Liniger. Der Golfsport braucht neben Konzentration und Kondition eine gute Feinmotorik und Bewegungskoordination. Golf, das in Schottland seit Jahrhunderten als Volkssport gilt, hat auch bei uns seinen elitären Charakter weitgehend verloren. Indoor-Golf in Münchenstein wird nicht nur von Schweizern genutzt, sondern auch von Franzosen, Deutschen und Engländern. In Kürze werden die Simulatoren mit In-frarot auf den neusten technischen Stand gebracht. Für Susanna Liniger ist der Tag der offenen Tür mit rund 70 Personen, davon 20 Kinder, ein voller Erfolg. Weitere Informationen gibts im Internet unter <link http: www.golfbasel.ch>www.golfbasel.ch.

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