Tanz-Battle gegen die Geister
Am vergangenen Wochenende standen über 700 Tänzerinnen und Tänzer der Tanzschule S.E. Studio auf der Kuspo-Bühne und zeigten den insgesamt rund 2800 Besuchenden ihr Können.
Zehn Minuten vor Showbeginn herrschte noch reges Treiben vor dem Kuspo – gespannt warteten die Leute auf den Einlass, wobei bei einigen Eltern die Aufregung vielleicht sogar etwas grösser ausfiel als bei den auftretenden Kids selbst. Bei diesem grossen Andrang dürfte aber wohl auch hinter der Bühne ein kribbelndes Lampenfieber anzutreffen gewesen sein. Die drei unterschiedlichen Showprogramme wurden am Wochenende jeweils zweimal aufgeführt. Alle sechs Vorstellungen waren restlos ausverkauft und zählten insgesamt rund 2800 Besucherinnen und Besucher. Hinter dem Anlass stand die Tanzschule S.E. Studio, deren Schülerinnen und Schüler aus den Standorten in Basel, Riehen und Arlesheim in den verschiedensten Altersklassen und Genres auftraten.
Im Saal kündigten zwei grosse Bildschirme das Motto der Tanzshow an: «A Night at the S.E. Studio» war in orangener Schrift zu lesen, umrahmt von Kürbissen und anderen Halloween-Motiven. Wenig später gingen die Lichter aus und das Publikum wurde direkt mit einem energiegeladenen Intro aufgeheizt, bei dem die Organisatoren und Tanzlehrer selbst mittanzten.
Kleine Tiger und tanzende Zombies
Den Anfang machten die «Mini Kids», die in herzerwärmenden Tigerkostümen auf die Bühne traten und später von den «Kids» im einheitlich roten Super-Mario-Look abgelöst wurden. Nach einer kurzen Gewöhnungszeit wich die anfängliche Zurückhaltung der Nachwuchstänzerinnen und -tänzer einem breiten Lächeln, ausgelöst durch die Anfeuerungsrufe aus dem Publikum. Dann erzählte eine mysteriöse Stimme aus dem Off etwas über eine Stadt namens Basilania, die von Geistern heimgesucht wurde und wo einzig eine bestimmte Tanzschule noch Zuflucht bot, wo das Tanzen und Lachen noch nicht verschwunden war. Die «Teens» griffen diese düstere Stimmung in ihrer Performance mit geschminktem Grusel-Look und Zombie-Bewegungen auf, gefolgt von Darbietungen im Contemporary-Stil und einer Nummer à la «Ghostbusters», bei der wiederum die Kleinsten ihren grossen Auftritt hatten.
Dass die Freude am Tanzen keineswegs nur etwas für die Kids und Jugendlichen ist, bewies die Ü30-Hip-Hop-Gruppe, die in weissen Hemden und farbigen Krawatten die Bühne und das Publikum vereinnahmte. Etwas Neues dürfte für manche im Publikum wohl die darauffolgende Kategorie gewesen sein: das Tanzen auf High Heels, das trotz der ohnehin schon schwungvollen Bewegungen geradezu leichtfüssig aussah.
Mit verbundenen Augen
In der Erzählung von Basilania spitzte sich die Lage derweil zu und die schützenden Mauern der Tanzschule begannen zu bröckeln. Die Eindringlinge wurden von den «Breaking Kids» in schwarzen Kapuzenpullovern verkörpert, bevor eine weitere Hip-Hop-Gruppe mit einer Besonderheit hervortrat: Teile der Choreografie wurden mit verbundenen Augen ausgeführt, was das Publikum mit Szenenapplaus zu würdigen wusste. Schliesslich gab es gute Nachrichten aus Basilania: Die Mauern konnten wieder geschlossen werden. Jedoch hatten sich bereits einige Gespenster ins Innere der Tanzschule geschlichen, die nun noch in einem offiziellen Tanz-Battle – wie denn auch sonst – erfolgreich vertrieben werden konnten.
In der gemeinsamen Feierlaune kam den Tänzerinnen und Tänzern aber gleich die Idee: Was innerhalb der Tanzschule geklappt hatte, könnte doch auch in ganz Basilania funktionieren? Für dieses grosse Finale versammelten sich nochmals die über 200 Mitwirkenden der Vorstellung auf der Bühne – beziehungsweise schwärmten anschliessend ins Publikum aus und brachten die Geschichte zu einem Happy End.
Ebenso positiv fällt die Bilanz der Organisatoren aus: «Für viele unserer Schülerinnen und Schüler ist die jährliche Tanzshow das absolute Highlight des Jahres. Sie haben monatelang auf diesen Moment hingearbeitet und konnten endlich vor ihren Familien, Freunden und Bekannten zeigen, was sie gelernt haben. Die vielen strahlenden Gesichter und positiven Rückmeldungen haben den grossen organisatorischen Aufwand mehr als wettgemacht», resümiert Nicolas Häseli, einer der Geschäftsführer und Tanzlehrer von S.E. Studio. Somit kann einer allfälligen nächsten Geisterinvasion in Basilania wohl durchaus gelassen entgegengeblickt werden.








