In den Merian Gärten gilt: Herbstzeit ist Pflanzzeit
Nach zweijähriger Pause kehrte die HerbstGartenZeit am vergangenen Sonntag in die Merian Gärten zurück. Neben einem vielfältigen Pflanzenangebot gab es Tipps zur Gartengestaltung und zur Förderung der Artenvielfalt.
Rund einen Monat später als üblich fand die diesjährige HerbstGartenZeit in den Merian Gärten statt. Organisiert wurde der Pflanzenmarkt gemeinsam mit der Stiftung ProSpecieRara. Wegen des Japankäfers hatte der Pflanzenmarkt zwei Jahre pausiert. Die Verschiebung auf Oktober sei auf notwendige Abklärungen im Vorfeld zurückzuführen gewesen, erklärt Katrin Hager, Mitarbeiterin Kommunikation und Vermittlung bei den Merian Gärten. Mit dem Zeitpunkt sei man nun aber zufrieden: «So hatten wir nun auch wirklich Herbstwetter», freut sie sich. Auch der Besucherandrang stimmte: Bereits zur Türöffnung hätten die ersten Interessierten gewartet. «Jene, die ganz bestimmte Pflanzen suchten, standen natürlich schon um zehn Uhr hier», erzählt Hager lächelnd.
Eine unterschätzte Jahreszeit
Der Herbst wird oft mit Kürbisernte, fallendem Laub und der Vorbereitung auf den Winter verbunden. Als Pflanzzeit werde er hingegen unterschätzt. «Der Herbst ist sogar eine sehr wichtige Pflanzsaison», sagt Lina Sandrin, Projektleiterin Zierpflanzen bei ProSpecieRara. Gerade Bäume und Sträucher liessen sich jetzt gut setzen. Sie könnten bis zum Winter Wurzeln bilden und im Frühjahr mit einem Vorsprung in die neue Wachstumsperiode starten. Das sei auch mit Blick auf sommerliche Trockenperioden sinnvoll, die künftig häufiger auftreten könnten.
Ganz ohne Pflege gehe es allerdings nicht: «Man darf trotzdem nicht vergessen, dass alle Pflanzen Wasser brauchen», fügt Sandrin an. Besonders in den ersten zwei bis drei Jahren sei regelmässiges Giessen wichtig, unabhängig davon, wann die Pflanzen gesetzt wurden und welche Sorte es ist. Als Stiftung setzt sich ProSpecieRara nebst dem Erhalt seltener und alter Kulturpflanzen auch für gefährdete Nutztierrassen mit kulturhistorischem Bezug zur Schweiz ein.
Erst beobachten, dann pflanzen
Der Herbst eignet sich auch, um den eigenen Garten für die kommende Saison zu planen. Vor der Bepflanzung gelte es, sich zu überlegen, welche Funktion er erfüllen soll, rät Sandrin: Soll er vor allem Nahrung liefern, Tieren Lebensraum bieten oder in erster Linie schön anzusehen sein? Auch Schattenplätze und die jeweiligen Standortbedingungen seien bei der Planung zu berücksichtigen.
Ihr Tipp für den Einstieg: zunächst beobachten, was im Garten von selbst wächst. Daraus lasse sich bereits einiges über die örtlichen Bedingungen lernen. Wer anschliessend passende Pflanzen auswählen möchte, finde am Markt Fachleute, die individuelle und standortspezifische Auskunft geben können.
Auch die Artenvielfalt lässt sich mit der richtigen Bepflanzung fördern. Eine abwechslungsreiche Auswahl bietet unterschiedlichen Tieren Nahrung und Lebensraum. Besonders interessant sind heimische Pflanzen, da manche einheimischen Insekten auf bestimmte Arten angewiesen sind.
Pflanzenvielfalt zum Entdecken
Die Möglichkeit, neue Pflanzen zu entdecken und in den Austausch mit Fachpersonen zu treten, boten verschiedene Gärtnereien und Pflanzenanbieter. Informationsstände der Merian Gärten und von ProSpecieRara ergänzten das Angebot. Für das leibliche Wohl sorgten Crêpes (u. a. mit Pfirsichmus aus ProSpecieRara-Pfirsichsorten) und Grilladen.
Die HerbstGartenZeit zeigte damit, dass die Gartensaison im Herbst keineswegs zu Ende ist: Wer jetzt beobachtet, plant und passend pflanzt, kann den Grundstein für einen vielfältigen Garten im kommenden Jahr legen.






