Savannen-Kicker, Legamistifte und eine Klassenzusammenkunft
Angeführt von einem Leuchtturm zogen über tausend Kinder beim Kinderumzug durch Münchenstein. Auf Zeedeln äusserten sie teils scharfe Kritik an den Mächtigen im Dorf.
«Nein, jetzt keine Pause. Die Leute sind noch da und wollen noch einen hören», sagt der Pauker der «Werkhof-Schränzer» zum Major. Gesagt, getan. Während sich die müden Kinder das verdiente Zvieri gönnten, spielte die Münchensteiger Gugge eine weitere Zugabe. Es war der stimmige Abschluss eines gelungenen Kinderumzugs am vergangenen Freitagnachmittag.
Über tausend Kinder zogen von der Eichenstrasse in Richtung Gutenbergstrasse, kehrten auf Höhe Lärchenstrasse um und gelangten via Zusatzschlaufe zum Kultur- und Sportzentrum (Kuspo). Klassen und Gruppen aus den Kindergärten und Primarschulhäusern, den Kindertagesstätten, dem Kompetenzzentrum Pädagogik, Therapie und Förderung (KPTF) und der Heilpädagogischen Schule Münchenstein, Pfeiferinnen und Tambouren, eine gemischte Gugge und eben die «Werkhof-Schränzer» bildeten einen beeindruckenden Fasnachtszug.
Klassenzusammenkunft aus den 1960er-Jahren
Die Kreativität schien bei den Klassen und Gruppen wieder einmal keine Grenzen zu kennen. Der Fasnachtsumzug wurde von einem Leuchtturm des Löffelmattschulhauses angeführt. Die Savannen-Kicker mischten Fussball mit der Tierwelt, die 4d aus dem Schulhaus Neuewelt zog als «Chaos Tazzelwurm» durch die Strassen.
Die 6c aus dem Schuljahr 1965/1966 spielte eine Klassenzusammenkunft nach, gab sich dafür klassische Namen von früher und hatte ein «Rentnermobil» dabei. Klassenlehrer «Heinrich Widmer» führte den Zug mit dem Rollator an. Die Lehrerinnen der Astronauten erhielten für ihren speziellen «Schwerelos-Gang» spontan Szenenapplaus. Bei der 4f war das Legamifieber ausgebrochen. Die Lehrpersonen trugen Ärztekittel und Schutzmasken, die Kinder waren als Legamistifte verkleidet.
Bei den Kostümen dominierte die Freude, auf den Zeedeln kritische Worte: «In Münchestei – es isch e Qual, het’s Baustelle – s’isch nümm normal!» Die orangen «3f Männli» griffen gleich mehrere Themen auf: «Oder willsch vom Dorf in d’Gartestadt go shoppe, muesch neu über Arlesheim, Aesch oder Rynach go stoppe!»
Ein Zeedel einer sechsten Klasse aus dem Loogschulhaus mit 28 Versen liess fast kein Thema aus: FCB, «Odi», Trump, die Fasnacht und natürlich das Geschehen in Münchenstein: «Au wenn’s bi uns Schimmel git, interessiert die Gmeind das nid.» Von der Kita Burgkinder, die als Schöfli und Lämmli unterwegs war, gab es politische Töne: «E Lämmli gläi vo Münchestäi, fühlt sich ir Kibu fascht wie dehäi. Doch d’Lämmli-Eltere wäre froh, würde sie von der Gmäind meh Batze bikoo.» Auch zum Schulraumausbau machte sich die Kita Gedanken: «80 Millione für Schuel und Bängg, für Lämmli hets denn nümme glängt.»














