Kritisiertes Buskonzept: Nun wird die Politik aktiv

Der Münchensteiner SP-Landrat Adil Koller fordert per Vorstoss einen niveaugleichen Umstieg zwischen den Buslinien 37 und 58 am Bahnhof Münchenstein, einen Halt bei der Klinik Birshof und kleinere Busse.

Sorgen für Kritik: die Änderungen an der Buslinie 58 in Münchenstein. Foto: Juri Junkov
Sorgen für Kritik: die Änderungen an der Buslinie 58 in Münchenstein. Foto: Juri Junkov

Was sich ursprünglich nach einer Aufwertung und damit Verbesserung des Busangebots im Birseck angehört hatte – Stichwort «Stadtbusnetz» –, entwickelte sich nach dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember zum Ärgernis für viele ÖV-Nutzerinnen und Nutzer in Münchenstein. Die beliebte Buslinie 58 wurde vom Ortsbus zu einer gewöhnlichen Linie aufgewertet und wieder in den Generellen Leistungsauftrag (GLA) des Kantons Baselland aufgenommen. Damit wird sie nicht mehr von der Gemeinde Münchenstein, sondern vom Kanton subventioniert. Statt wie bisher als Tangentialverbindung mit den zentralen Haltestellen Schlossmatt, Dorf, Bahnhof, Stiftung Hofmatt, Gartenstadt und Klinik Birshof verkehrt der 58er neu via Arlesheim und Reinach.

Wer zur Stiftung Hofmatt, zur Gartenstadt oder zur Klinik Birshof möchte, muss dafür beim Bahnhof Münchenstein auf die Buslinie 37 umsteigen. Doch der 37er hält nicht vor der Klinik Birshof, sondern erst an der Haltestelle Limmeren rund 250 Meter danach. Als Schwierigkeit kommt hinzu, dass das Umsteigen am Bahnhof Münchenstein vom 37er auf den 58er durch die dazwischenliegende Treppe erschwert ist und die Linie 58 aufgrund der engen Platzverhältnisse in den Quartierstrassen oftmals verspätet ist.

Niveaugleicher Umstieg am Bahnhof Münchenstein

Die vorgenommenen Änderungen an der Buslinie 58 sorgen vor allem in Münchenstein seit Wochen für Kritik. Nun wird die Politik aktiv. Der Münchensteiner SP-Landrat Adil Koller reicht heute Donnerstag im Kantonsparlament einen Vorstoss ein, mit dem er kurzfristige Anpassungen fordert. Zum einen soll das Umsteigen zwischen den Buslinien 37 und 58 am Bahnhof Münchenstein niveaugleich möglich werden. Dafür müsste die Buslinie 58 wie die Buslinie 37 unten beim Bahnhofsgebäude und nicht mehr auf der Brücke halten. «Der Umstieg über die Treppe ist zeitlich knapp und für Personen mit eingeschränkter Mobilität, Kinderwagen oder Gepäck kaum machbar», kritisiert Adil Koller.

Der SP-Landrat fordert auch die Wiederinbetriebnahme der Haltestelle Klinik Birshof auf der Linie 37 und den Einsatz von kleineren Bussen auf der Linie 58, die für mehr Sicherheit in den Quartieren und einen stabileren Fahrplan sorgen sollen. «Verantwortliche der Klinik haben mir gegenüber bestätigt, dass die Haltestelle gleich vor dem Haus bei Patienten und Besuchern einem grossen Bedürfnis entspricht», betont Koller. Er ist überzeugt, dass diese drei Anpassungen kurzfristig innerhalb eines Jahres umsetzbar seien. Langfristige und damit grössere Eingriffe ins Liniennetz sind erst nach Ablauf der GLA-Periode 2026–2028 möglich, wenn die für die aktuelle Periode vorgenommenen Anpassungen ausgewertet wurden. Der Vorstoss von Adil Koller wurde von mehreren Landrätinnen und Landräten aus dem Birseck aus verschiedenen Parteien unterzeichnet.

Grosse Resonanz auf Petition

Kritik an der neuen Linienführung der Buslinie 58 kommt auch von der Reinacher Grünen-Einwohnerrätin Katrin Joos. Per Interpellation möchte sie an der kommenden Einwohnerratssitzung am 9. Februar vom Gemeinderat unter anderem wissen, weshalb der 58er durch schmale Reinacher Quartierstrassen fährt und was die Erweiterung auf Reinacher Boden die Gemeinde Reinach kostet.

Um die Forderungen zu untermauern, hat die SP Münchenstein am Freitagnachmittag eine Petition lanciert, die bis am gestrigen Mittwochmorgen 402 Personen online unterzeichnet haben. Die Botschaft hinter der Petition ist unmissverständlich: «Diese Massnahmen verbessern die Zugänglichkeit des öffentlichen Verkehrs, erhöhen die Sicherheit und steigern die Zuverlässigkeit sowie die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs.»

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