Bürgergemeinde plant altersgerechtes Wohnen

Die Parzelle «Ihägi» bei der Tramhaltestelle Heiligholz soll mit zwei Baukörpern für insgesamt 33 Wohnungen entwickelt werden. Der Bürgerrat Münchenstein möchte dafür rund 15 Millionen Franken investieren.

Dreieckiges Grundstück an der Zwingenstrasse: Geplant sind hier 33 Wohnungen.Visualisierung: zvg
Dreieckiges Grundstück an der Zwingenstrasse: Geplant sind hier 33 Wohnungen.Visualisierung: zvg

2022 fällte die Bürgergemeindeversammlung Münchenstein mit der Zusage für den Planungskredit den Entscheid, die gut 3000 Quadratmeter grosse Parzelle «Ihägi» an der Zwingenstrasse zu überbauen. Die dreieckige Form des Grundstücks in Besitz der Bürgergemeinde macht die bauliche Entwicklung zur Herausforderung. Aus dem vom Bürgerrat initiierten Studienauftrag mit fünf Planungsteams ging von Ballmoos Partner Architekten gemeinsam mit Neuland Architektur Landschaft – beide aus Zürich – als Sieger hervor.

Angedacht sind zwei jeweils viergeschossige Baukörper mit insgesamt 33 Wohnungen. In beiden Baukörpern ist das oberste Stockwerk zugunsten einer grosszügigen Dachterrasse zurückversetzt. Im Erdgeschoss der Baukörper sind je eine zusätzliche Wohnung oder eine gewerbliche Nutzung möglich. Die beiden Baukörper bilden in ihrer Mitte einen zum Tram hin ausgerichteten Platz. Ein Quartierplan ist nicht nötig, da gemäss Zonenreglement dreigeschossige Bauten mit einem zusätzlichen zurückversetzten Attikageschoss erlaubt sind. «Die Gebäude sind von einem gemeinschaftlich nutzbaren Garten umfasst, welcher eine beachtliche Vielfalt an Aufenthaltsorten für alle Generationen anbietet», heisst es im Jurybericht.

Auf die Bedürfnisse von älteren Menschen ausgerichtet

Die Mietwohnungen richteten sich primär an ältere Menschen, erklärt Daniel Spichty, im Bürgerrat zuständig für das Ressort Bau. «Wir sprechen nicht von klassischen Alterswohnungen mit Betreuung und Serviceleistungen, sondern von altersgerechtem Wohnen.» Beide Baukörper verfügen über einen grosszügigen Lift, die Wohnungen werden behindertengerecht erstellt, Handgriffe, Licht- und Rollladenschalter werden grosszügig ausgestaltet. Wert gelegt werde bei dieser Bauweise auch auf stabile Halterungen in Bad und Dusche. «Es sind viele Details notwendig, damit eine Wohnung für ältere Menschen geeignet ist und einen Mehrwert darstellt», erklärt Spichty.

Der Bürgerrat möchte mit der Überbauung «Ihägi» einen Beitrag fürs Wohnen im Alter leisten. Das Bedürfnis danach wird aufgrund der demografischen Entwicklung stetig grösser und viele Gemeinden hinken dabei hinterher. «In Münchenstein gibt es entsprechende Angebote, aber längst nicht genügend, gerade im preislich attraktiven Bereich nicht», betont Spichty. Natürlich müsse auch die Bürgergemeinde wirtschaftlich funktionieren, gibt der Bauchef zu bedenken. «Wir haben aber nicht den gleichen Renditedruck wie private Unternehmen. Auch haben wir als öffentlich-rechtliche Körperschaft für Münchenstein eine Verantwortung», so Spichty.

Tram und Einkaufen in unmittelbarer Nähe

Mit der von der BLT geplanten Verschiebung der Haltestelle Heiligholz in Richtung Gartenstadt kommt die neue Tramhaltestelle gleich zwischen die beiden Baukörper zu stehen. Die unmittelbare Anbindung an den öffentlichen Verkehr sei ein Pluspunkt für das altersgerechte Wohnen im «Ihägi», findet Spichty. Mit dem Einkaufszentrum Gartenstadt sei die Versorgung für die Bewohnerinnen und Bewohner in direkter Nähe garantiert. Auch wenn der Fokus auf altersgerechtem Wohnen liegen werde, seien Familien oder jüngere Paare als Mieter nicht ausgeschlossen, versichert Spichty.

Der Bürgerrat möchte für die Entwicklung der Parzelle «Ihägi» rund 15 Millionen Franken investieren. Die Bürgergemeindeversammlung soll im kommenden Herbst über den Baukredit entscheiden. Es ist das grösste Bauprojekt der Bürgergemeinde seit rund 50 Jahren. Es sei aber nicht die Idee, dass bei der Bürgergemeinde eine Phase des Bauens anstehe, auch wenn sie über weitere unbebaute Flächen in Münchenstein verfügt. «Wir müssen auch die bestehenden Liegenschaften unterhalten. Wir dürfen und wollen uns nicht übernehmen.» Auch sollen die nachfolgenden Generationen in der Bürgergemeinde über unbebaute Flächen verfügen können.

«Wir haben nicht den gleichen Renditedruck wie private Unternehmen. Auch haben wir als öffentlich-rechtliche Körperschaft für Münchenstein eine Verantwortung.»

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