Pferde, Trotteglöggli, Böllerschüsse

Gross war die Beteiligung am Münchensteiner Banntag. Vertreten waren Jung und Alt, Alteingesessene und Neuzuzüger, Expats und Schweizer. Gemeinsam nutzten sie den Tag zum Kennenlernen und gemeinsam Feiern.

Lagerfeuer: Sehr beliebt waren die Feuerstellen, um die sich Gruppen mit hungrigen Wurstbrätlern scharte.  Foto: T. Immoos
Lagerfeuer: Sehr beliebt waren die Feuerstellen, um die sich Gruppen mit hungrigen Wurstbrätlern scharte. Foto: T. Immoos

Die Pferde, schmuck herausgeputzt, scharrten ungeduldig auf dem Dorfplatz, von ihren kundigen Reiterinnen und Reitern wurden sie beruhigt. Der Platz füllte sich zusehends, von allen Seiten strömten Banntagsteilnehmer heran. Dann, pünktlich um 13 Uhr, läutete das Trottenglöcklein, kurz darauf donnerten dezent einige Böllerschüsse – das Zeichen für Christian Banga, den Vizepräsidenten der Bürgergemeinde, die Bevölkerung nun offiziell zu begrüssen. «Es ist ein schöner, alter Brauch, jeweils am Auffahrtstag die Grenzen der Gemeinde abzumarschieren», sagte er. Früher habe man jeden Grenzstein kontrolliert, heute sei der Banntag ein beliebter Anlass, sich zu treffen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Banga erinnerte auch daran, dass an solchen Tagen jeweils ein Zweiglein auf jeden Grenzstein gelegt werde, um damit dessen Kontrolle zu dokumentieren. Als weitere Besonderheit des Münchensteiner Banntags erwähnte er die Eskorte mit zehn Pferden und Reitern.


Im Gänsemarsch zum Grenzwegli


Angeführt von dieser imposanten Reitereskorte, dem Fähnrich und dem Musikverein Münchenstein setzte sich der eine Tross mit mehreren hundert Banntäglerinnen und Banntäglern, Jung und Alt, auf den Weg. Die Route folgte kurz der Dorfstrasse Richtung Arlesheim. Dann gings im Gänsemarsch (ohne die Pferde) bergauf, bis man das Grenzwegli erreichte, an dessen Rand immer in regelmässigen Abständen Grenzsteine stehen. Steil gings bergauf; einige zogen es vor, den breiteren Forstweg zu nehmen, der über mehrere Zusatzkurven ebenfalls ans Ziel führte. Kurz davor erhielt jeder Teilnehmer einen Gutschein für das Zobe (Wurst und Brot, ein Getränk). «Gut 800 Bons wurden verteilt», schätzt Andreas Grossglauser, der als zentrale Anlaufstelle fungierte. Selbstverständlich gabs auch Kaffee und Kuchen. Für das leibliche Wohl war also bestens gesorgt. Der andere Tross folgte der Gemeindegrenze Richtung Basel und Muttenz.


Heisses Wetter, heisse Würste

Im Festzelt, das sich im Schlössliwald befand, spielte der Musikverein Münchenstein unter der Leitung von Thomas Schild eine breite Palette, die vom Baselbieter Lied über «Z Basel a mym Rhy» bis zum River-Kwai-Marsch führte. Bald herrschte hier reges Treiben. Um die Feuerstellen bildeten sich Gruppen, die ihre Würste brätelten. Allerdings war es an diesem Tag so heiss, dass die Würste wohl auch ohne Feuer warm geworden wären. Die Kinder tummelten sich im nahen Wald, während die Erwachsenen sich in muntere Gespräche vertieften, Alteingesessene mit Neu-Münchensteinern, junge Menschen, Senioren.

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