Naturschutztag: Vielfältige Helferdienste an der Natur

Am Naturschutztag in Münchenstein standen am Samstag 220 Eichen im Zentrum. Diese wurden im Aspwald von eifrigen Helfern frisch gepflanzt.

Boden für die Zukunft bereitet: Gemeinderat René Nusch (rechts) hilft beim Graben und Pflanzen tatkräftig mit. Dies war die letzte und kleinste der 220 Eichen.  Foto: Tobias Gfeller
Boden für die Zukunft bereitet: Gemeinderat René Nusch (rechts) hilft beim Graben und Pflanzen tatkräftig mit. Dies war die letzte und kleinste der 220 Eichen. Foto: Tobias Gfeller

Tobias Gfeller

An den Münchensteiner Naturschutztag von letztem Samstag wird man sich noch Jahrzehnte – ja sogar noch Jahrhunderte erinnern. Im oberen Teil des Aspwalds waren zehn Personen während fast drei Stunden daran, 220 Eichenbäume zu pflanzen. Unter ihnen waren auch die beiden Gemeinderäte Felix Bossel und René Nusch.

Eiche hat 400 Nutzniesser
Wer glaubt, das Setzen eines so noch zarten Pflänzchen sei ähnlich einfach wie ein Strauch im eigenen Gartenbeet, der irrt gewaltig. Waldboden ist selten butterweich und eben. Es galt, im rutschigen, von Brombeeren übersäten Boden Halt zu bewahren und mit Kraft, aber auch mit Gefühl zuerst ein Loch für die Eichen zu graben und anschliessend die Holzlatten als Halterung für die jungen Pflanzen in den Waldboden zu stossen. Eichenbäume sind in dieser grösseren Masse an einem Ort im Münchensteiner Waldgebiet selten. Umso wertvoller sind deshalb die Anpflanzungen vom Naturschutztag. «Die Eiche hat um die 400 Nutzniesser, die von ihr leben», erklärt Revierförster Fredi Hügi.

Zudem sei die Eiche normalerweise sehr stabil und knickt auch bei Sturm nicht so schnell um. Auch für den Menschen und den ökonomischen Gedanken ist die Eiche von grossem Nutzen. «Das Hardholz hat gewöhnlich eine gute energetische Eigenschaft. Auch ist die Eiche als Schnittware für Möbel gefragt.» Diese vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten für Mensch und Natur machen die Eichenpflanzung vom Samstag so wichtig.

Von Neophyten befreien
Doch am Naturschutztag wurde noch viel mehr für die Natur und den Menschen getan. Unter der Leitung vom Fischer Franz Altermatt wurde am Birsufer Unrat gesammelt. Das Naturschutzgebiet in der Grube Blinden wurde von fremden Pflanzen, den sogenannten Neophyten, befreit.

Auch der 16-jährige Matthias Müller half tatkräftig mit. Für ihn als Freund der Natur sei dies eine Ehrensache: «Ich finde es schön, etwas in der Natur zu machen und nicht nur zu Hause vor dem Computer oder den Hausaufgaben zu sitzen.» In der Grube ging es vor allem der kanadischen Goldrute, dem japanischen Knöterich und dem Sommerflieder an den Kragen. Im Gebiet Baumgarten und in der Pumpwerkstrasse wurden breit angelegte Pflegearbeiten getätigt. In der Münchensteiner Schlucht wurde der Wald geputzt.

Viele Kinder dabei
Insgesamt waren vom kleinen Knirps bis zum älteren Herrn 65 Helfer im Einsatz. Organisiert wird der Naturschutztag jährlich von der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Münchenstein. Deren Präsident Hans Gysin hatte das Zepter in der Hand verteilte die motivierten Helfer auf die verschiedenen Posten. Gysin ist überzeugt, dass dieser Tag auch eine gesellschaftspolitische Bedeutung hat. «Es gibt Kinder, die sind seit Jahren dabei und haben überhaupt keine Berührungsängste.» Wichtig am Naturschutztag ist auch das gemeinsame Mittagessen danach. Gekocht hat wie jedes Jahr der Fischerverein. Es gab Schwedenbraten und Kartoffelstock – ein verdienter Lohn nach dieser für die Natur so wertvollen Arbeit.

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