Ein Haufen kunterbunter Knutschkugeln

Zum 4. Internationalen Microlino-Treffen versammelten sich die kleinen Wagen in Münchenstein.

Verziert: Aufziehen kann man den Microlino nicht – aber laden muss man ihn oft. Foto: Fabian Schwarzenbach

Verziert: Aufziehen kann man den Microlino nicht – aber laden muss man ihn oft. Foto: Fabian Schwarzenbach

In Reih und Glied: Die kleinen Fahrzeuge haben auf wenig Fläche Platz. Foto: Fabian Schwarzenbach

In Reih und Glied: Die kleinen Fahrzeuge haben auf wenig Fläche Platz. Foto: Fabian Schwarzenbach

In allen möglichen Farben: Die Micorolinos trafen sich auf dem Primeo-Areal. Foto: zVg

In allen möglichen Farben: Die Micorolinos trafen sich auf dem Primeo-Areal. Foto: zVg

Der Parkplatz ist voll mit diesen kleinen, herzigen Autos – den Microlinos. Die in Küsnacht am Zürichsee entwickelten Elektrofahrzeuge für den einfachen Gebrauch erfreuen sich einer gewissen Beliebtheit. Kein Wunder also versammeln sich deren Liebhaberinnen und Liebhaber bereits regelmässig. Das 4. Internationale Microlino-Treffen fand am letzten Wochenende auf dem Primeo-Areal in Münchenstein statt. In allen erdenklichen Farben stehen sie dort, aus den meisten führt ein Ladekabel zu einer Ladestation. Vor allem aus der Schweiz und den Nachbarländern fahren die «Knutschkugeln» in die Basler Vorortsgemeinde. Das ist bereits erstaunlich, denn die normale Batterie des Elektrofahrzeuges ist nur auf 100 bis 150 Kilometer Reichweite ausgelegt. So braucht es den einen oder anderen Stopp, um beruhigt und problemlos anzureisen.

«Es ist ein Lifestyle-Fahrzeug»

Der am weitesten gereiste Teilnehmer kommt mit seinem Sohn aus Ungarn. Er hat das Flugzeug genommen, weil ein Bahnverlad seines Microlinos nur zwischen Wien und Zürich möglich gewesen wäre. Aber glücklicherweise gibt es in der Region eine Mietwagenfirma, die ebenfalls die kleinen Wagen verleiht.

«Wir haben die gleichen Probleme, so können wir uns austauschen», erklärt Olivier Dettwiler, einer der Organisatoren des Treffens. Er vergleicht die Zusammenkunft mit Treffen anderer Automarken, wie beispielsweise den Golf-Treffen. Trotzdem ist es kein Club, sondern einfach ein Fahrer-Treffen.

«Die Kinder finden es lustig, Erwachsene in kleinen Autos zu sehen», schmunzelt Dettwiler. Für die Besitzerinnen und Besitzer der kleinen Wagen stehen aber handfeste Vorteile an erster Stelle: So die Tatsache, dass man problemlos einen Parkplatz findet. «Gibt es eine kleine Lücke auf einem Parkfeld, dann passen wir rein», erklärt Dettwiler. Das Fahrzeug brauche etwa einen Drittel eines normal grossen Parkplatzes. «Es ist ein Lifestyle-Fahrzeug», sagt der Mitorganisator. Eigentlich wurde der Microlino für junge Leute entwickelt. Hinter dem Steuer sitzen aber meist 50- bis 60‑jährige Personen.

Mit dem Microlino durch die Wüste

Am Treffen ist auch Martin Mühlberg, ein Fan der Wüste, dabei. Er hatte die Idee, den Rive Maroc zu fahren, eine Strecke zwischen Marrakesch und M’hamid. Er kaufte sich eine Zusatzbatterie und fuhr den Gotthardpass. Als das gelang, meldete er sich an. Die Organisatoren seien begeistert gewesen, als sich jemand mit einem «speziellen Fahrzeug» anmeldete. Zusammen mit einem Liechtensteiner, der ebenfalls mit einem Microlino teilnahm, wagte er sich in die Wüste. Mit dem Fahrzeug legte er ab Gibraltar los.

«Ich wollte noch in Europa starten», meint er lächelnd. Mühlberg schmunzelt, als er die wohl interessanteste Zahl nennt: «Ich habe in zehn Tagen 80 Stunden mit Laden verbracht.» Da sei die Zeit, als er im Hotelzimmer schlief und das Auto in der Zwischenzeit an der Steckdose hing, nicht mitgerechnet. «Es war eine Herausforderung», gibt er unumwunden zu. So habe er auch einmal in einer Waschanlage nachgeladen. Das Fahrzeug erhielt neben der zweiten Batterie vor allem zusätzlich noch Ventilatoren. Durch die Ladewärme und in der Wüstenhitze wäre es sonst zu heiss geworden. Dazu packte er noch Ersatzmaterial ein. Dennoch: «Technisch hatte ich null Probleme!», freut sich Mühlberg, der seine Erfahrungen an einem Vortrag den anderen Microlino-Inhaberinnen und -Inhabern weitergab.

Frisch geladen machen sich die kleinen und kunterbunten Microlinos auf eine Spritztour Richtung Rheinfelden. Dort dürfen sie durch das Städtchen fahren – die Fahrerinnen und Fahrer können danach bei einem Bier in der nahe gelegenen Brauerei den Tag ausklingen lassen. Und natürlich das Fahrzeug mit frischem Strom versorgen.

«Die Kinder finden es lustig, Erwachsene in kleinen Autos zu sehen.»

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