Leitungswechsel an der Musikschule

Nach dreieinhalb Jahren gibt Aloisia Dauer die Leitung der Musikschule Münchenstein ab. Auf sie folgt der Trompeter Jens Bracher.

Führungswechsel: Aloisia Dauer gibt die Leitung der Musikschule auf Ende dieses Schuljahres ab. Foto: zvg

Führungswechsel: Aloisia Dauer gibt die Leitung der Musikschule auf Ende dieses Schuljahres ab. Foto: zvg

Neuer Musikschulleiter: Jens Bracher. Foto:  zvg / basel sinfonietta / gregor brändli

Neuer Musikschulleiter: Jens Bracher. Foto: zvg / basel sinfonietta / gregor brändli

«Es war eine Entscheidung, die ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge getroffen habe», sagt Aloisia Dauer, Leiterin der Musikschule Münchenstein. Auf Ende dieses Schuljahres, also mit Beginn der anstehenden Sommerferien, gibt sie ihren Posten nach dreieinhalb Jahren ab. Im Gespräch spürt man, dass sie sich die Entscheidung nicht leicht gemacht hat. «Mir wurde vorgeschlagen, mich für die Stelle als Rektorin der Musikschule Region Sursee zu bewerben. Es war ein Angebot, das mich reizte, weil es mir die Möglichkeit eröffnet, Verantwortung für eine noch grössere Schule zu übernehmen. Es ist für mich eine spannende berufliche Weiterentwicklung.»

Jubiläumsjahr und Auszeichnung

Die Zusammenarbeit im Kollegium habe sie immer sehr geschätzt, betont die in Salzburg und Basel ausgebildete Geigerin, deren Eltern bereits in Münchenstein lebten. «Wir durften viele schöne Konzertmomente erleben.» In ihre Zeit als Schulleiterin fiel 2024 etwa das 60-jährige Bestehen der Schule. Das Geburtsjahr wurde mit einem bunten Strauss an Veranstaltungen unter dem Motto «Let’s Celebrate» gefeiert, angefangen mit «In Harmony» – einem Konzert der Lehrpersonen im Kuspo Münchenstein – über ein Sommerkonzert mit mehr als 400 Kindern, die Einweihung des neuen Schlagzeugraumes bis zum grossen Weihnachtskonzert als Schlusspunkt.

Im vergangenen Jahr wurde Münchenstein zudem beim nationalen Musikschulwettbewerb «Good-Practice-Modelle» des Verbandes Musikschulen Schweiz (VMS) mit dem zweiten Preis belohnt. Das mit der Auszeichnung verbundene Kooperationsprojekt «Klingende Schulen» fördert die Zusammenarbeit zwischen Musik- und Primarschule und bietet kostenfreie Sing- und Musikklassen für Schülerinnen und Schüler. Gerade in der heutigen Zeit sei es wichtig, den Wert des Musizierens für Kinder und Jugendliche aufzuzeigen, sagt Dauer: «Eine Musikschule muss im Sinne der Chancengleichheit für alle zugänglich sein.»

An der Musikschule Münchenstein werde versucht, die Kinder ganz individuell auf ihrem musikalischen Weg zu begleiten. Wer mit Dauer spricht, bekommt eine wahre Begeisterung für Musik zu spüren. Da wundert es nicht, dass sie neben ihrem Vollzeitpensum als Musikpädagogin selbst ab und an noch als Geigerin auftritt.

Diplomarbeit über Peru

Auf Dauer folgt mit Beginn des neuen Schuljahres der Trompetenspieler und Musikpädagoge Jens Bracher. Er studierte Trompete in Freiburg (Breisgau), New York, Stuttgart und Berlin. Schon früh legte er sein Augenmerk auf musikalische Nachwuchsförderung: Seine Diplomarbeit schrieb er über Jugendorchesterarbeit in Peru, nachdem er dort mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes geforscht, unterrichtet und konzertiert hatte. Als Stipendiat der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt am Main schloss er den Master of Music in zeitgenössischer Musik ab. Bracher lebt in Basel, spielt unter anderem in der Basel Sinfonietta, im Ensemble Phoenix Basel und im Kammerorchester Basel.

Musikpädagogik ist unverzichtbar

1964 wurde die Musikschule Münchenstein mit bereits 260 Schülerinnen und Schülern gegründet, wobei damals erst sieben Instrumente unterrichtet wurden. Die Anzahl musizierfreudiger Kinder und Jugendlicher verdoppelte sich innert weniger Jahre. 1981 zog die Musikschule in das Haus an der Baselstrasse, das etwas versteckt gleich neben der Tramhaltestelle Neuewelt steht. 26 Lehrpersonen – allesamt diplomierte Musiker und Instrumentalpädagogen – unterrichten wöchentlich in 280 Lektionen 21 Instrumente und Gesang als Einzelunterricht oder in Ensembles.

Das Bildungsgesetz des Kantons stellt seit 2002 sicher, dass alle Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit erhalten, ein Instrument zu erlernen oder Gesangsunterricht zu besuchen. Demnach wird die Musikschule als Teil des Schulsystems zu zwei Dritteln finanziell von der Gemeinde getragen. Für einen Drittel kommen die Eltern der musizierenden Kinder und Jugendlichen auf. Erwachsene, die Kurse an der Musikschule besuchen möchten, bezahlen die Kosten selbst.

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