Münchensteiner lassen alten Brauch wieder aufleben

Nach rund dreissig Jahren loderte am Sonntag in Münchenstein erstmals wieder ein Fasnachtsfeuer bei der Gipfligruebe.

Wärmendes Fasnachtsfeuer: Sich in der kühlen Nacht gemeinsam aufwärmen und eine Wurst braten.  Foto: Isabelle Hitz
Wärmendes Fasnachtsfeuer: Sich in der kühlen Nacht gemeinsam aufwärmen und eine Wurst braten. Foto: Isabelle Hitz

Isabelle Hitz

Auch in Münchenstein endete die Fasnacht mit einem eindrücklichen Feuer hoch über dem Dorf. Clive Spichty, Präsident der Bürgergemeinde, hat mit einer Handvoll begeisterter Helfer am Sonntagnachmittag einen riesigen Holzstoss errichtet: Drei Ster Brennholz, von der Bürgergemeinde gestiftet, haben die Männer sorgfältig aufgeschichtet. Beim Eindunkeln war es dann so weit und das Münchensteiner Fasnachtsfeuer wurde feierlich entzündet. Rasch bemächtigten sich die Flammen der Holzscheite und loderten hoch in die Dunkelheit hinauf, begleitet von unzähligen kleinen Fünkchen. Mit Begeisterung und Interesse hat der kleine Kreis sein Feuer bestaunt und kommentiert. Ganz genau wurde da beobachtet, wie sich die Flammen ausbreiteten, wie man den kalten Luftzug am Boden spürte und die Hitze immer unerträglicher wurde. Die Feuermacher waren zufrieden, das erste Fasnachtsfeuer seit Jahrzehnten war geglückt.

Brauchtum fördert Zusammengehörigkeit

Die Idee, den alten Brauch wiederzubeleben, hatte Clive Spichty bereits vor ungefähr zwei Jahren, als die grösseren Bäume unterhalb der Gipfligruebe aus naturschützerischen Gründen gerodet wurden. Seither ist nämlich ein Feuer auf dem Gipfli überhaupt erst wieder sichtbar im Dorf. Die Initianten hoffen, dass sich das Feuer am Vorabend des Basler Morgenstraichs, das in früheren Jahren ein fester Bestandteil des dörflichen Lebens war, mit den Jahren wieder etablieren kann und auch vermehrt Leute zum Feuerplatz locken wird. Da die Gipfligruebe in einem Naturschutzgebiet liegt, möchte man dort allerdings keine grösseren Festivitäten veranstalten. Schön wäre aber zum Beispiel, das Fasnachtsfeuer künftig mit einem Kinderfackelumzug zu kombinieren, erklärt Spichty. Auch Ideen für weitere Programmpunkte auf dem Dorfplatz sind bereits vorhanden.

Gemeinderat René Nuesch, der sich ebenfalls dafür eingesetzt hat, die alte Tradition wieder zu beleben, freut sich über das Flammenmeer und geniesst den Abend auf dem Gipfli. «In Stadtnähe gehen solche Bräuche oft verloren», bedauert Nuesch. Anlässe wie ein Fasnachtsfeuer würden aber einen Beitrag dazu leisten, die Zusammengehörigkeit im Dorf zu fördern, so der Gemeinderat.

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