Mit Geduld zum «Superfahrlehrer»

Der Münchensteiner Rosario Mussari erhält die höchste Auszeichnung seiner Branche. Er for-dert mehr Respekt vor Lernfahrenden.

Ausgezeichnet: Rosario Mussari ist der beste Fahrlehrer der Region. Foto: Fabian Schwarzenbach
Ausgezeichnet: Rosario Mussari ist der beste Fahrlehrer der Region. Foto: Fabian Schwarzenbach

Rosario Mussari ist der «Basler Superfahrlehrer 2026». Der in Münchenstein wohnhafte 47-Jährige freut sich sehr über die Auszeichnung seiner Branche. «Sie ist für uns eine grosse Bestätigung unserer täglichen Arbeit und unseres Ausbildungskonzeptes», sagt Mussari, der mit seiner Partnerin die Fahrschule Rosario betreibt. In die Wertung fliessen die Statistiken der Motorfahrzeugkontrolle ein. Wie oft haben Prüflinge die praktische Fahrprüfung beim ersten Mal bestanden? Mussari weist einen sagenhaften Wert von 85 Prozent aus. Weiter zählen die Bewertungen der Schülerinnen und Schüler dazu sowie eine Eigenreflexion des Fahrlehrers. Die Reaktionen, die Rosario Mussari bereits erhalten hat, sind durchwegs positiv: Vor allem die Fahrschüler freuen sich, beim Superfahrlehrer im Auto zu sitzen.

Fahrunterricht in mehreren Sprachen

Um jüngeren oder älteren Lernwilligen das Autofahren beizubringen, braucht auch der Superfahrlehrer vor allem eines: Geduld. Mussari spricht immer sehr ruhig, gleichmässig und besonnen, lässt sich auch von direkten Fragen nie aus der Ruhe bringen. «Das ist unser Job», sagt er lässig, als wenn es nichts wäre. Er arbeite gerne mit Menschen, auch wenn sie die Unterrichtssprache nicht gut verstehen. «Ich biete Lektionen auf Deutsch, Italienisch und Spanisch an», erklärt er.

Meist würden gerade bei jungen Fahrlernenden die Eltern etwas anderes sagen als er. Das müsse er durchaus korrigieren. Mussari hat auch ältere Fahrschüler, die beispielsweise mehrere Jahre nicht mehr in einem Auto gesessen sind und jetzt wieder fahren wollen. Und natürlich ebenso Menschen, die wegen Alkohol oder Drogen den «Lappen» abgeben mussten. Sie müssen nochmals durch die Prüfung gebracht werden.

Strengere Tests als früher

Mussari ist der Meinung, dass etwas strenger geprüft werde als in früheren Jahren. «Das ist okay. Es geschieht viel auf der Strasse, und der Verkehr ist dichter», begründet er. Dazu kämen mehr E-Bikes und E-Trottinetts. «Die Schweiz ist eng», ergänzt er, weshalb es mehr auf das Miteinander ankomme.

Im besten Fall komme die Fahrlernende oder der Fahrschüler, ohne bereits fahren zu können, zu ihm. «Das ist der Idealfall», meint er. So könne auf einem Platz erstmals geübt werden, wie zu lenken ist, wie die Spiegel optimal eingestellt werden oder die Blicksystematik gelernt wird. Heute lehre er nur noch Automat fahren, ausser es wünscht jemand explizit, noch mit Handschaltung zu lernen. Da seine Partnerin ebenfalls Fahrlehrerin ist, könnten die zukünftigen Automobilistinnen auch einmal von einer zweiten Meinung profitieren. Vor allem Prüfungen könnten besser simuliert werden, was den Lernenden den Druck von einer Prüfung etwas wegnimmt. Mussari schätzt an seinem Beruf, dass er im Auto auch eine persönliche Bindung zum Menschen, der seine Fahrkünste übt, aufbauen kann. «Wir bauen Vertrauen auf», sagt er und weiss bald viele persönliche Geschichten. Etwa ähnlich wie beim Coiffeur? Mussari lacht: «Den Vergleich wollte ich nicht ziehen, aber er hat etwas.»

Mehr Rücksicht vor Lehrfahrenden

Auf der Strasse sei jeder Tag anders. Mussari vermisst den Respekt gegenüber dem «L». «Viele vergessen, dass sie selber einmal mit Fahren begonnen haben», meint er und fordert die Verkehrsteilnehmenden zu mehr Rücksicht auf. Man solle den Sicherheitsabstand zu einem Fahrschulfahrzeug immer einhalten, da Fahrschüler durchaus mal heftiger auf die Bremse treten als erwartet. Daher komme es auch immer wieder zu Auffahrunfällen oder «Heckunfällen», wie es Mussari nennt.

Was den Superfahrlehrer speziell sympathisch macht: Auch er hat schon Bussen erhalten, gibt er ohne Umschweife zu: «Wir sind auch Menschen», lacht er. Allerdings halten sich diese verkehrserzieherischen Denkzettel bei ihm in Grenzen. Den Führerschein musste er noch nie abgeben. «Das wäre nicht gut!» Hat der Fahrlehrer noch einen Tipp für diejenigen, die schon lange fahren können? «Ja, machen Sie doch trotzdem mal wieder eine Fahrstunde ab oder besuchen Sie ein Schleudertraining.»

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