Kunsthaus Baselland ist nominiert für den European Museum of the Year Award
Das Museum auf dem Dreispitzareal wurde für den European Museum of the Year Award 2026 nominiert. Dies könnte dem Kunsthaus auf mehreren Eben zusätzlichen Schub verleihen.

Der European Museum of the Year Award gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen für europäische Kulturinstitutionen. Insgesamt wurden 35 Museen nominiert, sieben davon aus der Schweiz. Der Preis für das Europäische Museum des Jahres wird seit 1977 vom European Museum Forum (EMF) vergeben. Ziel ist es, herausragende Leistungen in der europäischen Museumslandschaft zu würdigen. Die Preisverleihung findet am 13. Juni im spanischen Bilbao statt.
Für den Award 2026 kamen Institutionen infrage, die innerhalb der letzten drei Jahre neu eröffnet oder aber – wie im Fall des Kunsthauses Baselland – signifikant erneuert wurden und professionelle Exzellenz sowie ein innovatives Vermittlungsangebot aufweisen. Im April 2024 eröffnete das Kunsthaus Baselland nach dem Wegzug aus Muttenz am neuen Standort auf dem Dreispitzareal in Münchenstein. Neben dem Kunsthaus Baselland sind Häuser wie etwa das CERN Science Gateway im schweizerischen Meyrin, die Staatliche Archäologische Sammlung in München oder das Nationalmuseum der Resistenz und Menschenrechte im luxemburgischen Esch-sur-Alzette für den Preis nominiert.
Regionale und internationale Kunstwerke
Gemäss der internationalen Jury würdigt das European Museum Forum das «besondere Engagement des Kunsthauses Baselland für herausragende Innovationskraft, gesellschaftliche Verantwortung und die Schaffung eines inspirierenden kulturellen Ortes für die Region sowie darüber hinaus». Auch dank dem Umzug auf das prosperierende Dreispitzareal mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK) der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) konnte das Kunsthaus Baselland seine Rolle als wichtige Plattform für zeitgenössische Kunst fortlaufend stärken, indem es sowohl aufstrebende als auch etablierte Kunstschaffende aus der Region Basel und dem internationalen Ausland unterstützt und einen lebendigen Diskurs ermöglicht.
Darauf ist Direktorin Ines Goldbach besonders stolz. «Die Konzentration auf das lokale und regionale Kunstschaffen verbunden mit internationalen Positionen und zahlreichen Kooperationen macht das Kunsthaus Baselland aus.» Die Bereitschaft, noch unbekannten Kunstschaffenden Plattformen zu bieten und diese so zu fördern, wird in der Szene geschätzt. Goldbach möchte mit einer grossen Bandbreite an Kunstschaffenden und Ausstellungen einem vielfältigen Publikum die Türen zur Kunst öffnen.
Renommee steigt fortlaufend
Für das fünfköpfige Kernteam kam die Nomination überraschend. «Wir haben nicht damit gerechnet. Umso grösser ist die Freude. Es ist immer toll, wenn unsere Arbeit wertgeschätzt wird», betont Goldbach. Die Nomination wird dem Kunsthaus auf mehreren Ebenen Schub verleihen: einerseits beim Publikum, das seit der Eröffnung auf dem Dreispitzareal in immer grösserer Zahl kommt, anderseits bei Kunstschaffenden und privaten Geldgebern, die neben dem Kanton Basel-Landschaft als Subventionsgeber und Förderer für die finanzielle Stabilität der privaten Kulturinstitution sorgen.
Die Nomination für den European Museum of the Year Award ist nicht die erste internationale Ehre, die dem Kunsthaus Baselland zuteilwird. Bereits mehrfach wurde das Gebäude mit Architekturpreisen prämiert. 2023 wurde Direktorin Goldbach vom französischen Kulturministerium der Preis «Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres» verliehen. Es sind allesamt Würdigungen, die das Renommee des Kunsthauses und seines Programms steigern.
Grosse Bandbreite auchim Jahr 2026
Auch dieses Jahr wartet auf das Publikum im Kunsthaus Baselland ein umfangreiches Kunst- und Kulturprogramm. Den Start macht die Regionale 26, die noch bis zum 25. Januar dauert. Und parallel dazu – noch bis am 3. Mai – sind Werke der gebürtigen Österreicherin Eva Lootz in Kooperation mit dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía Madrid zu sehen. Das neue Grossprojekt wird die in Berlin lebende Monira Al Qadiri aus Kuwait bespielen.
Ab dem 6. Februar treffen die beiden Malerinnen Tamara Al-Samerraei aus Beirut und Mireille Blanc aus Paris aufeinander, die sich bis anhin nicht kannten. In der bereits traditionellen Sommerausstellung werden Arbeiten von Kunstschaffenden unter anderem aus Ecuador, Spanien, Frankreich, Südafrika sowie der Schweiz gezeigt. Lokal wird es zunächst mit der kurzen Ausstellung der Bachelor- und Master-Graduierten Ende August sowie mit der ersten grossen Einzelausstellung des Basler Künstlers Yanik Soland ab dem 24. September. «Seine Arbeit bewegt sich zwischen bildender Kunst, Komposition, Improvisation, Kuration und Performance», schrieb das Schauspielhaus Zürich zu einem seiner Auftritte. Wie Sound ausgestellt werden kann, steht hier im Vordergrund.
Ines Goldbach blickt mit viel Zuversicht auf das neue Jahr. «Wir kennen das neue Haus immer besser. Ich geniesse es, gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern etwas zu erschaffen, in dem sich die Vorstellungen von uns und ihnen gegenseitig bereichern. Das alles mit dem Publikum zu teilen, ist ein grosser Gewinn.» Man habe für jede Ausstellung so viele Ideen. «Aber vieles entsteht erst beim Aufbau. Das erleben wir alle jedes Mal als sehr bereichernd.» Und Goldbach fügt an: «Die Kreativität und damit auch das offene Denken eines jeden Einzelnen, unabhängig von Hintergrund oder Alter, zu fördern und zu stärken, ist unser wichtigstes Ziel.»


