Jubiläum: Hier spielt die Musik seit 60 Jahren

Die Musikschule Münchenstein startete 1964 mit 260 Schülerinnen und Schülern. Heute spielt oder singt ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in Münchenstein im Haus an der Baselstrasse.

Seit 1981 am selben Standort: Die Musikschule befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Tramhaltestelle Neuewelt. Foto: zvg

Seit 1981 am selben Standort: Die Musikschule befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Tramhaltestelle Neuewelt. Foto: zvg

Zusammen musizieren: Die Trombonauten unter der Leitung von Jasmine Weber sind eines von acht Instrumentalensembles an der Musikschule Münchenstein. Foto: Caspar Reimer

Zusammen musizieren: Die Trombonauten unter der Leitung von Jasmine Weber sind eines von acht Instrumentalensembles an der Musikschule Münchenstein. Foto: Caspar Reimer

Leitet die Musikschule: Aloisia Dauer. Foto: zvg

Leitet die Musikschule: Aloisia Dauer. Foto: zvg

Die Musikschule Münchenstein feiert in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Sie tut dies mit einem bunten Strauss an Veranstaltungen unter dem Motto «Let’s Celebrate», angefangen mit «In Harmony», einem Konzert der Lehrpersonen im Kuspo Münchenstein am 9. März, über ein Sommerkonzert mit mehr als 400 Kindern oder der Einweihung des neuen Schlagzeugraumes bis zum grossen Weihnachtskonzert als Schlusspunkt. Weiter stehen Musizierstunden zu spezifischen Themen wie «Peter und der Wolf» oder «Festliche Musik zum Jubiläum» auf dem Programm. 26 Lehrpersonen – allesamt diplomierte Musiker und Ins­trumentalpädagogen – unterrichten ­wöchentlich in 280 Lektionen 21 Instrumente und Gesang als Einzelunterricht oder in Ensembles.

Aloisia Dauer ist seit einem Jahr Schulleiterin und wer mit ihr spricht, bekommt eine wahre Begeisterung für Musik zu spüren. Welche Instrumente besonders begehrt seien? «Das Klavier. Es ist seit eh und je die Nummer eins. Darauf folgt die Gitarre», sagt sie. Die Geige, die für manche Leute sinnbildlich für klassische ­Musik stehen mag, hält sich wacker in den vorderen Rängen. Einen leichten Rückgang verzeichneten hingegen Holzblasinstrumente wie die Klarinette, die Oboe oder das Fagott. «Da haben wir genügend Platz und freuen uns über Anmeldungen», wirbt die Schulleiterin schmunzelnd.

Und wie schaut’s mit Hörnern und Trompeten aus? Diese bewegten sich irgendwo im Mittelfeld. «Bei diesen Instrumenten gibt es zwischen den Schulen grosse Unterschiede. In dieser Instrumentengruppe wird bei uns am meisten das Waldhorn gespielt. Darauf folgt die Posaune und dann die Trompete.»

1964 wurde die Musikschule Münchenstein mit bereits 260 Schülerinnen und Schülern gegründet, wobei damals erst sieben Instrumente unterrichtet wurden. Die Anzahl musizierfreudiger Kinder und Jugendlicher verdoppelte sich innert weniger Jahre. 1981 zog die Musikschule in das Haus an der Baselstrasse, das etwas versteckt gleich neben der Tramhaltestelle Neuewelt steht. «Der Standort eignet sich hervorragend, weil wir keine Nachbarschaft haben, die sich gestört fühlen könnte.»

Musik an Schulen bringen

Das Bildungsgesetz des Kantons stellt seit 2002 sicher, dass alle Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit erhalten, ein Instrument zu erlernen oder Gesangsunterricht zu besuchen. Demnach wird die Musikschule als Teil des Schulsystems zu zwei Dritteln finanziell von der Gemeinde getragen. Für einen Drittel kommen die Eltern der musizierenden Kinder und Jugendlichen auf. Erwachsene, die Kurse an der Musikschule besuchen möchten, bezahlen die Kosten selbst.

Um das Interesse an Musik unter die jungen Menschen zu bringen, hat die ­Musikschule in Kooperation mit der Primarstufe zu Beginn des Schuljahres im vergangenen Sommer Singklassen gegründet – jedes Kind soll somit die Chance bekommen, niederschwellig Musikerfahrung zu machen. «Dabei kommen die Kinder nicht zu uns, sondern unsere Chorleiterinnen und Chorleiter gehen an die Schulen», erklärt Aloisia Dauer. Auf diese Weise haben sich 21 Singklassen an verschiedenen Standorten in Münchenstein gebildet, die am Sommerkonzert im Juni im Kuspo auftreten werden. «Es ist das erste Konzert, das aus diesem Projekt hervorgeht.»

Geige und Fussball?

Ein Drittel der Münchensteiner Primarschülerinnen und Primarschüler spielt oder singt an der Musikschule, womit Münchenstein laut Aloisia Dauer im schweizerischen Schnitt läge. «Musikhören hat bei Kindern und Jugendlichen einen sehr hohen Stellenwert. Ob jemand aber selbst musizieren möchte, hängt wesentlich vom familiären Umfeld ab. Zudem kostet es Ausdauer, ein Ins­trument zu lernen. Die Belohnung kommt erst später», sagt die in Salzburg und Basel ausgebildete Geigerin, deren Eltern bereits in Münchenstein lebten. Ob sich Kinder in laute Sportler und feingeistige Musiker unterteilen liessen? «Nein, keineswegs», sagt die Schulleiterin lachend: «Wir haben Jungs bei uns an der Schule, die Geige spielen und beim Fussballclub kicken.» Nach einer Zeit als Geigerin an verschiedenen Orten möchte sich Aloisia Dauer in Münchenstein ganz auf die Schulleitung einlassen, ihre Begeisterung weitergeben. Auf ihrer Geige spielt Aloisia Dauer trotzdem weiterhin. Ab und an auch frühmorgens im Büro.

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