Gemeinde will die Kindergärten bei Primarschulen konzentrieren

Die Münchensteiner Kindergärten sollen näher an die Primarschulen angegliedert werden. Dafür werden fünf bisherige Standorte aufgegeben und vier neue gebaut.

Vorlage an der kommenden Gemeindeversammlung: Die Gemeinde will den Pavillon im Südteil der Schulanlage Löffelmatt durch eine Aula mit zusätzlichen Klassenzimmern und einem Doppelkindergarten ersetzen – die Stimmbürger entscheiden.  Foto: Lukas
Vorlage an der kommenden Gemeindeversammlung: Die Gemeinde will den Pavillon im Südteil der Schulanlage Löffelmatt durch eine Aula mit zusätzlichen Klassenzimmern und einem Doppelkindergarten ersetzen – die Stimmbürger entscheiden. Foto: Lukas Hausendorf

Die interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung des Bildungswesens (Harmos) kommt Münchenstein punkto Schulraumerweiterung teuer zu stehen. Gleichzeitig bot die Annahme des Schulkonkordats 2010 den Anlass, die Kindergartenstandorte zu überprüfen.

Das Ergebnis dieser Evaluation ist ein Konzept, das eine wesentliche Konzentration der Standorte in den nächsten Jahren vorsieht. «Das Ziel ist, die Kindergärten möglichst immer im Zentrum ihres Einzugsgebiets und nahe der Primarschule zu haben», erklärt Bauverwalter Gilbert Davet. Die Nähe zu den Schulstandorten schafft nämlich Synergien bei der Nachschulbetreuung und Mittagstischen. Die Umsetzung der neuen Standortpolitik hat bereits begonnen. Mindestens auf planerischer Ebene. Der Kindergarten Ehinger wird durch einen Dreifachkindergarten ersetzt, die peripher gelegenen Standorte Neuewelt und Teichweg werden aufgehoben. Im Finanzplan ist das Projekt für 2016 vorgesehen.

Viel näher ist der Ersatz des Kindergartens Bündten. Die Gemeindeversammlung befindet am 17. Juni über eine umfassende Erweiterung der Schulanlage Löffelmatt für 7,5 Millionen Franken. Neben einer Aula und zusätzlichem Schulraum, der infolge Harmos zu erstellen ist, soll dort auch ein Doppelkindergarten gebaut werden, der 2015 bezugsbereit sein wäre. Als nächstes ist dann die Primarschule Lange Heid an der Reihe, wo im Zuge der Schulraumerweiterung auch gleich ein dritter Kindergarten geplant ist. Die Gemeindeversammlung hat hier vorerst über einen Wettbewerbskredit über 230 000 Franken zu entscheiden. Zusätzliche Kindergartenstandorte sind bei der Tramhaltestelle Heiligholz, wo Schulraum für eine erste und zweite Primarklasse sowie eine Turnhalle vorgesehen sind, sowie auf dem Schulareal Loog. An beiden Orten sind Doppelkindergärten geplant, wodurch die bisherigen Standorte Dillacker und Ameisenholz obsolet werden.


Kostenneutrale Kindergärten


An fünf Standorten entstehen also neue Kindergärten. Der Doppelkindergarten beim Schulhaus Löffelmatt alleine kostet rund 2,5 Millionen Franken. Hinzu kommen die Schulraumerweiterungen. Um diese kommt Münchenstein nicht herum, will die Gemeinde den Volksauftrag Harmos umsetzen. Da ist es praktisch, dass die neuen Kindergärten kostenneutral gebaut werden können. Die fünf alten Standorte Bündten, Neuewelt, Teichweg, Dillacker und Ameisenholz können so einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Die Gemeinde kann die Parzellen entweder im Baurecht abgeben oder veräussern. Zudem verfügt sie noch über eine Freihaltefläche von 9000 Quadratmetern an der Birs – für einen Kindergarten, der nie gebaut wurde. Dieses Land kann die Gemeinde nun ebenfalls zu Geld machen. Mit dem Verkauf und der Umnutzung dieser Flächen sollten die Kosten für die neuen Kindergärten weitgehend gedeckt sein, meint Davet. Der zusätzliche Schulraum für Harmos lässt sich so aber nicht finanzieren. Die Generierung neuer Einnahmen wäre da eine Möglichkeit. Und es muss nicht gleich der Steuerfuss sein.

Bei Ein- oder Umzonungen möchte die Gemeinde künftig eine Mehrwertabgabe von 50 Prozent abschöpfen, wenn die Wertsteigerung der betroffenen Parzelle 100000 Franken übersteigt. Eine Vorlage dazu kommt im Dezember vor die Gemeindeversammlung.

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