Die Stiftung Hofmatt baut aus
26 Wohnungen für betreutes Wohnen und mehr Platz für die Spitex: Die Stiftung Hofmatt erweitert ihr Angebot und schliesst damit eine Lücke in der Altersversorgung.

Interdisziplinäre Angebote zwischen dem selbstständigen Wohnen zu Hause und dem Eintritt ins Pflegeheim werden in der Altersversorgung immer wichtiger. Dabei ist die Bandbreite von der Spitexpflege zu Hause über speziell ausgestattete Alterswohnungen und temporäre Aufenthalte im Pflegeheim bis zum betreuten Wohnen im direkten Umfeld zu einem Heim gross. Während Münchenstein mit der Stiftung Hofmatt als stationäre Institution und der Spitex Birseck für die ambulante Pflege sehr gut aufgestellt ist, besteht bei den interdisziplinären Angeboten noch immer eine Lücke. Mit der Erweiterung um 26 Wohnungen für betreutes Wohnen schliesst die Stiftung Hofmatt eine dieser Lücken im Angebot für ältere Menschen in Münchenstein. Damit folgt die Stiftung einem Schwerpunkt der Versorgungsregion «Alter Birstal».
Grossküche im Provisorium
Kern des Projekts sind 26 neue Wohnungen durch die Aufstockung des West- und Nordtrakts der Stiftung Hofmatt. Gleichzeitig erhalte die Spitex Birseck durch die Aufstockung des Osttrakts neue, bedarfsgerechte Räumlichkeiten, teilten der Stiftungsrat und die Heimleitung vergangene Woche mit. Zum Projekt gehört auch die Erneuerung der bestehenden Grossküche. Das Erweiterungsprojekt werde in den kommenden Wochen auch von aussen zunehmend sichtbar. Aktuell wird das Provisorium für die Grossküche eingerichtet. Im September ist die Erstellung neuer Parkplätze vorgesehen, bevor im Oktober die Arbeiten für die Aufstockung der bestehenden Gebäudetrakte beginnen.
Das gastronomische Angebot werde während der Bauphase in der provisorischen Küche aufrechterhalten, betont Stiftungsratspräsident Giorgio Lüthi. «Es werden weiterhin pro Tag 500 Mahlzeiten zubereitet. Dazu gehören der Mahlzeitendienst und das Essen für die Kindertagesstätte.»
Der letzte grosse Ausbauschritt der Stiftung Hofmatt erfolgte zwischen 2011 und 2015. Für das aktuelle Bauprojekt investiert die Stiftung gut 20 Millionen Franken. Ein Viertel davon werde aus flüssigen Mitteln finanziert. Der Rest komme aus Fremdkapital der Bank, erklärt Lüthi.
Personalmehrbedarf noch unklar
Mit dem Ausbau für betreutes Wohnen werde das stationäre Angebot entlastet, weil dadurch die Nachfrage nach Pflegebetten gesenkt werde, sagt Heimleiter Marc Boutellier. Stiftungsratspräsident Lüthi ergänzt: «Mit dem betreuten Wohnen sprechen wir Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegestufen eins bis drei an. Das sind rund 20 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner in der Stiftung Hofmatt.» Für die 26 neuen Wohnungen benötigt die Stiftung Hofmatt mehr Personal, trotz der Tatsache, dass die Pflegeleistungen durch Spitexorganisationen erbracht werden. Wie gross der Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitenden sein wird, kommt gemäss Lüthi auf die Dienstleistungen an, die nachgefragt werden.
Zu den Dienstleistungen, die beim betreuten Wohnen vom Pflegeheim bezogen werden können, gehören der Mahlzeiten- und Wäscheservice und die Reinigung. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnungen können auch an der Unterhaltung und der Aktivierung im Pflegeheim teilnehmen. Heimleiter Boutellier ist vom Mehrwert für die zukünftigen Mieterinnen und Mieter überzeugt. «Viele ältere Menschen leben alleine zu Hause. Die Angehörigen leben womöglich weit weg und können sie nicht regelmässig besuchen. Mit der Nähe zum Pflegeheim erfolgt eine bessere Koordination. Es wird früher erkannt, wenn Betreuung, zusätzliche Dienstleistungen und Pflege notwendig werden.»
Wohnungsmix für alle
Die Stiftung Hofmatt möchte mit den neuen Wohnungen einen breiten Mix für alle finanziellen Verhältnisse anbieten. Die Hälfte der Wohnungen mit 29 Quadratmetern Wohnfläche soll möglichst günstig angeboten werden. Gekocht wird in einer Gemeinschaftsküche. «Alle sollen vom neuen Angebot profitieren können», bekräftigt Lüthi. Die anderen 13 Wohnungen verfügen über 40 Quadratmeter und eine eigene Küche.
Für die architektonische Planung und Umsetzung des Erweiterungsprojekts ist die Otto Partner Architekten AG verantwortlich. Die Bauarbeiten erfolgen bei laufendem Betrieb. Der Bezug der neuen Wohnungen ist nach aktuellem Planungsstand für Anfang 2028 vorgesehen.


