Die Kunst wird digital

Das Haus der elektronischen Künste Basel präsentiert Werke und Künstler zurzeit digital. Ein adäquater Ersatz für physische Treffen ist das Internet für die Kunstszene aber nicht.

Virtuelle Entdeckungsreise: Die Kunstanimation «egovernment» des koreanischen Künstlers Yangachi entführt die
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Wie andere Kunsthäuser musste auch das Haus der elektronischen Künste beim Freilager in Münchenstein am 16. März, als der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» ausrief, quasi über Nacht seine Türen schliessen. Ausstellung und Bistro sind seitdem für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Das HeK informierte kurzerhand über seinen Newsletter, die sozialen Medien und seine Webseite. Es war klar: Über einen längeren Zeitraum wird es keine öffentlich zugänglichen Ausstellungen mehr geben. Die Ausstellung «Schweizer Medienkunst; knowbotiq, Alan Bogana, Féelicien Goguey», die am 26. März hätte eröffnet werden sollen, musste genauso abgesagt beziehungsweise verschoben werden wie die darauffolgenden Ausstellungen auch. «Wir versuchen, die Ausstellungen wenn möglich zeitlich nach hinten zu verschieben, damit wir sie nicht gänzlich absagen müssen», erklärt Elena Kuznik, Kommunikationsverantwortliche des HeK.


Jede Woche etwas Neues
Dem HeK kommt in dieser aussergewöhnlichen Zeit entgegen, dass es bereits zuvor digital bestens aufgestellt und vernetzt war. In kürzester Zeit entwarfen die Verantwortlichen ein Konzept, wie die permanente Ausstellung und einzelne Künstler über die digitalen Kanäle präsentiert werden könnten. Das Konzept sieht vor, jede Woche eine Arbeit aus der permanenten Sammlung vorzustellen. Auch Alan Bogana, einer der Künstler der eigentlich aktuell laufenden Ausstellung, wurde so portraitiert. «Die Idee ist, dass wir jede Woche etwas Neues zeigen können», erklärt Elena Kuznik. Am Ostersonntag wurde zusätzlich eine digitale Ostereiersuche für die ganze Familie veranstaltet. Zudem gibt es während der Osterferien sieben DIY-Online-Kurse, bei denen man einen Hologramm-Projektor fürs Handy bauen, Lego-Selfies und Origami LED-Lampions basteln oder ein Mandala programmieren kann. Seit dem 30. März läuft auf der HeK-Website eine Online-Ausstellung mit dem Titel «We=Link: Ten Easy Pieces, Et cetera». Diese Ausstellung vom Chronus Art Center in Schanghai, bei der das HeK Mit-Gastgeber ist, befasst sich ausschliesslich digital und künstlerisch mit den Auswirkungen der Corona-Krise. Wirtschaftlich könne das HeK die finanziellen Auswirkungen der aktuellen Krise tragen, betont Elena Kuznik. «Die Ausfälle halten sich im Rahmen», verrät die Kommunikationsverantwortliche. Weit gravierender ist die Situation für die Kunstschaffenden. «Das Netzwerk und damit verbundene Kontakte zu potenziellen Käuferinnen und Käufern fallen genauso weg wie die einzelnen Aufträge und Ausstellungen», schildert Kuznik die «schwierige Lage». Deshalb hat das HeK die Hilfsaktion «HeK Net Works» ins Leben gerufen. Künstlerinnen und Künstler werden beauftragt, für die digitale Community aktuelle Kunstwerke zu schaffen und zu präsentieren. Dafür werden sie finanziell entschädigt. Aus der Krise heraus entstehe eine enorme Kreativität, schwärmt Kuznik. «Wir spüren von Seiten der Kunstschaffenden eine positive Energie.» Die zusehende Digitalisierung der Kunst sei zwar auch langfristig eine Chance, doch ersetzen könne sie die physischen Kontakte keinesfalls. «Der reale Austausch hat eine ganz andere Qualität als der digitale Austausch.» Weitere Informationen: www.hek.ch.

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