Das längste Naturbad der Schweiz: Aussergewöhnliche «Rekord-Badi» für den Dreispitz

Die Christoph Merian Stiftung plant auf dem Dreispitzareal in der bestehenden Eisenbahnrampe ein 170 Meter langes Naturschwimmbad. Der Rohbau steht bereits heute.

Gleispool: Das längste Naturschwimmbecken der Schweiz ist Teil des Freiraumkonzepts Dreispitz.Visualisierung: xaos collective – michal baurycza / visualisierung

Gleispool: Das längste Naturschwimmbecken der Schweiz ist Teil des Freiraumkonzepts Dreispitz.Visualisierung: xaos collective – michal baurycza / visualisierung

Umnutzung: Auf dem Dreispitz soll anstelle des heutigen Gleisbogens ein Schwimmbecken entstehen.

Umnutzung: Auf dem Dreispitz soll anstelle des heutigen Gleisbogens ein Schwimmbecken entstehen.

Die Idee klingt spektakulär: Im seit 30 Jahren bestehenden, aber wenig genutzten Gleisbogen, auf dem einst Güter auf das Areal transportiert wurden, soll auf einer Länge von 170 Metern und einer Breite von gut fünf Metern das längste Naturschwimmbad der Schweiz entstehen. Der Clou des Basler Architekturbüros Malheur & Fortuna besteht darin, dass der Rohbau des sogenannten Gleispools durch die in einen Tunnel verlaufende Gleisanlage bereits besteht.

Mit einer Dicke von 30 bis 70 Zentimetern seien die Wände des Gleisbogens dick genug, um ihn mit Wasser zu füllen, betonten Lukas Stadelmann und Noël Picco von Malheur & Fortuna am Donnerstag bei der Präsentation der Pläne vor Ort. «Die Rampe wurde schliesslich für schwere Güterzüge gebaut», erinnerte Stadelmann. An der tiefsten Stellte wäre das Becken bis zu viereinhalb Meter tief.

Kein Ersatz für das geforderte Olympiabecken

Die Eisenbahnrampe befindet sich auf Münchensteiner Boden in unmittelbarer Nähe zum Freilager-Platz. Das 170 Meter lange Becken wird in einen Plansch-, Schwimm- und Sportbereich aufgeteilt. Finanziert wird es von der Christoph Merian Stiftung (CMS) als Landeigentümerin auf dem Dreispitzareal. CMS-CEO Baschi Dürr sprach von Investitionskosten von 8,8 Millionen Franken. Die CMS steuere als Grundeigentümerin 4,8 Millionen Franken als Baukredit bei. Mit drei Millionen Franken engagiere sich die Frank und Alma Probst Stiftung, eine Dachstiftung der CMS. Die fehlende Million strebt die CMS über Drittmittel an, unter anderem von der öffentlichen Hand. Für den laufenden Betrieb, zu dem neben dem Bade- und Schwimmplausch auch ein gastronomisches Angebot mit Veranstaltungen gehören soll, sucht die CMS einen externen Betreiber. Das könne auch ein Verein sein, erklärte Baschi Dürr. Erste Gespräche seien bereits am Laufen. Der erste Schwumm ist für den Sommer 2027 geplant.

Dürr stellte klar, dass das Naturschwimmbecken trotz der aussergewöhnlichen Dimensionen kein Ersatz für das seit Jahren geforderte überdachte Olympiabecken sein soll und sein kann. «Wir wollen einen Beitrag zum geringen Angebot an Wasserflächen in der Region Basel leisten. Wir können und wollen aber nicht die Aufgabe übernehmen, sämtliche in diesem Bereich vorhandenen Bedürfnisse zu erfüllen. Das ist Sache der öffentlichen Hand.»

Vom Prinzip her ähnelt das geplante Naturschwimmbecken dem Naturbad in Riehen. Der Gleispool kommt ohne chemische Zusatzstoffe aus und reinigt sich rein biologisch über mehrstufige Filteranlagen mit Sediment und Pflanzen. Auch muss das Wasser seltener gewechselt werden.

Die Umgebungsgestaltung der Badi folgt dem Prinzip der Schwammstadt, bei dem Wasser gespeichert wird, verdunstet und versickert.

Kühlung mit Bepflanzung und Wasser

Die von Lukas Stadelmann und Noël Picco präsentierten Visualisierungen mit Liegeflächen, Sonnenschirmen und Bäumen entlang des Wasserbeckens lassen im kühlen Herbst ein wohltuendes Sommergefühl im sonst baulich grauen Dreispitzareal aufkommen. Dieses Betongrau der Strassen und Gebäude ist eine der zentralen Herausforderungen in der Weiterentwicklung des Areals.

Neben der «Rekord-Badi» präsentierten die CMS-Verantwortlichen ein neues Freiraumkonzept, bei dem das Klima, die Kühlung und die Durchlüftung eine wesentliche Rolle spielen. Bepflanzung und Wasser seien dabei zentrale Elemente, erklärte Nicolas Rutschmann, Leiter Immobilien bei der CMS. Das gemeinsam mit Behörden und Landschaftsarchitekten erarbeitete Papier soll als Leitlinie dienen, wie das heute stark versiegelte Areal «grüner, lebenswerter und eben klimaresistenter» gestaltet werden kann. «Wir wollen bewusst und behutsam die vorhandenen Strukturen aufnehmen und sorgfältig weiterentwickeln», versicherte Nicolas Rutschmann. Unter anderem sind vier Parkanlagen auf dem Areal geplant. Dazu kommen als Gerüst tief verwurzelte Bäume und bepflanzte Dachanlagen, bei denen es auf dem Dreispitz viel Potenzial gebe.

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