Begegnungsort mit Zukunft

Die 2017 gegründete IG Freilager-Platz erhält während dreier Jahre von der Christoph Merian Stiftung 45 000 Franken für den Betrieb und 30 000 Franken für die diesjährige Oslo-Night.

Zuversichtlich: Peter und Melek Adam-Laube sowie Elias Schäfer (r.), Vorstandsmitglieder der IG Freilager-Platz.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Zuversichtlich: Peter und Melek Adam-Laube sowie Elias Schäfer (r.), Vorstandsmitglieder der IG Freilager-Platz. Foto: Thomas Brunnschweiler

Der grosszügige Freilager-Platz mit seinen markanten Gebäuden ruft geradezu nach einer sozialen und kulturellen Nutzung. Anwohner sowie Vertreterinnen und Vertreter von Firmen und Institutionen haben sich daher auf Anregung der Christoph Merian Stiftung (CMS) zusammengetan, um den Platz zu beleben. Die IG-Freilager-Platz, die durch das Co-Präsidium von Melek Adam-Laube und Elias Schäfer geleitet wird, vernetzt die Anwohnerschaft mit Firmen, Kulturinstitutionen und der HGK. Der Vorstand besteht aus insgesamt sechs Personen. Im mächtigen futuristischen Transitlager 4 und im benachbarten Helsinki-Turm der Architekten Herzog & de Meuron gibt es über 160 Wohnungen, bei den Firmen arbeiten über 300 Personen und die Hochschule für Gestaltung und Kunst hat 800 Studierende und 200 Mitarbeitende.

Der Platz, auf dem nun die ersten Bäume wachsen, besitzt eine hallende Akustik, was vor allem am Abend eine Nutzung erschwert. Aber der Architekt Peter Adam bestätigt, dass die Toleranz bereits zugenommen hat. Zu den Aktivitäten gehören die etablierte Oslo-Night, die dieses Jahr von der CMS mit 30000 Franken unterstützt wird. Die CMS hat der IG Freilager-Platz zudem für drei Jahre je 10000 Franken für die Geschäftsführung und je 5000 Franken für Kleinveranstaltungen gesprochen. Immerhin ist die Stiftung Grundeigentümerin und hat ein vitales Interesse an einer möglichst attraktiven Nutzung.

Lebendiges Netzwerk

Melek und Peter Adam-Laube haben die Gruppe «Ver-Netzt» ins Leben gerufen (www.ver-netzt.ch). Unterdessen gibt es ein lebendiges Netzwerk zwischen den Wohnhäusern. Niederschwellige Angebote wie der Weihnachtsbrunch oder der Neujahrsapéro, aber auch ein wöchentlich stattfindender Feierabend-Bier-Treff gehören zum Programm. «Ich bin überzeugt, dass der Platz in den nächsten Jahren ein grosses Potenzial haben wird», so Melek Adam-Laube. Leider, fügt Peter Adam hinzu, sei der Plan einer direkten Verbindung zu den Merian Gärten vorerst in weite Ferne gerückt. Die Bewohner wünschen auch einen Kiosk und einen Bancomaten.

Keine Schlafstadt

Der ursprünglich vorgesehene Gastrobetrieb im Transitlager erwies sich aufgrund des finanziellen Risikos als nicht realisierbar, aber das Bistro im Haus der Elektronischen Künste und die drei Food Trucks sind am Mittag gut frequentiert. Co-Präsident Elias Schäfer, Geschäftsführer von Flux Dock, erklärt «Wir wollen einen belebten Freilager-Platz. Dazu leisten wir unseren Beitrag, indem wir die Schnittstelle zwischen Veranstaltern, CMS und Gemeinde bilden und helfen, Ideen auf dem Platz zu realisieren.» Schon heute präsentiert sich der urbane Platz als attraktiver Begegnungsort inmitten eines insgesamt kunstlastigen Ambientes. Die IG Freilager-Platz will den Puls der Beteiligten fühlen, um deren Bedürfnisse abzuklären. Ein Besuch des Areals lohnt sich auch für die Bewohner der Stadt und des angrenzenden Birsecks.

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