Bahnhof Münchenstein könnte verschoben werden

Um die umliegenden Areale besser zu erschliessen, soll der Bahnhof Münchenstein um rund 200 Meter nach Süden verschoben werden. Bis zur Umsetzung dürfte es aber noch lange dauern.

Tristesse: Wohl kein Wort beschreibt die Stimmung am Bahnhof in Münchenstein besser. Auch wenn die SBB ihn standardmässig ausgebaut haben, wirkt er trostlos. Das ehemalige Bahnhofsgebäude ist in die Jahre gekommen, weit und breit sind ­Brachen zu sehen, und über den Gleisen verläuft eine Brücke. Dementsprechend gering sind auch die Frequenzen am Bahnhof. Pro Tag steigen lediglich 680 Passagiere ein oder aus. Zum Vergleich: In Dornach-Arlesheim, wo viele Umsteigemöglichkeiten bestehen, sind es täglich 4500 Personen. Dem Kanton Baselland ist die unbefriedigende Situation bewusst, weshalb er Ungewöhnliches vorhat: Er möchte den gesamten Bahnhof rund 200 Meter nach Süden verschieben. Nachdem er bereits eine Machbarkeitsstudie hat erstellen lassen, geht der Kanton einen Schritt weiter. Im kantonalen Richtplan, in dem die räumliche Entwicklung des Kantons festgehalten ist, ist die Verschiebung nun eingetragen.

Vor einer Woche genehmigte der Landrat den angepassten Richtplan. Darin heisst es zu den Gründen für eine Verlegung: «Damit können die Zugänge aus allen Richtungen massgeblich verbessert werden, und die S-Bahn-Haltestelle rückt zugleich näher an die Entwicklungs­gebiete im Süden.» Die Idee sei, den Bahnhof für die Gebiete Gstad und Schoren zentraler zu positionieren und dessen lokale Erreichbarkeit deutlich zu erhöhen, ergänzt Catia Allemann, Sprecherin der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD), auf Anfrage.

Südlich des aktuellen Bahnhofs liegt das Areal des ehemaligen Chemieunternehmens van Baerle. Nebenan, schon auf Arlesheimer Boden, haben die Verantwortlichen des Industrieparks Uptown Basel grosse Pläne. «Der Anstoss für die Verschiebung kam von uns, damals im Zusammenhang mit dem Quartierplan van Baerle», sagt der für Raumplanung zuständige Münchensteiner Gemeinderat Daniel Altermatt. Werde der Bahnhof verlegt, könnte zudem ein attraktiver Bahnhofplatz entstehen.

Mit dem Eintrag im kantonalen Richtplan bekräftigt der Kanton Baselland, die Verschiebung voranzutreiben. Ein konkretes Projekt liegt jedoch noch nicht vor. Vielmehr entstehe durch «die Aufnahme in den Richtplan als Vororientierung der Auftrag an die Behörden, die räumliche Koordination des Vorhabens und somit die Abstimmung mit Planungen im Umfeld sicherzustellen», sagt Catia Allemann von der BUD. Sie stellt klar: «Daraus erwächst noch nicht der Auftrag, das Vorhaben umzusetzen.» Als Zeithorizont sind im Richtplan mehr als 15 Jahre angegeben.

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