Münchenstein
09.08.2019

Rollende Raritäten im Walzwerk

Leidenschaft für Oldtimer (v. l.): Donald Wunderlin, OK-Präsident, Milos Mihajlovic, Medienverantwortlicher, und Roland Pfister, Präsident des Oldtimervereins Walzwerk, freuen sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher.  Foto: Fabia Maieroni

Leidenschaft für Oldtimer (v. l.): Donald Wunderlin, OK-Präsident, Milos Mihajlovic, Medienverantwortlicher, und Roland Pfister, Präsident des Oldtimervereins Walzwerk, freuen sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Foto: Fabia Maieroni

Am Samstag lockt das Festival «Oldtimer im Walzwerk» zum neunten Mal unzählige Fans alter Fahrzeuge nach Münchenstein. Erwartet werden dieses Mal bis zu 1000 Oldtimer.

Fabia Maieroni

Der Geruch von Benzin und Diesel, das Knattern alter Motoren, das Blitzen blank polierter Karosserien – diesen Samstag wird es für Oldtimerfans auf dem Walzwerkareal wieder ein Fest für alle Sinne geben. Das Festival wird wie jedes Jahr vom Oldtimerverein Walzwerk (OVW) organisiert, der sich heuer auf einen besonders grossen Ansturm gefasst macht. «Wir rechnen mit bis zu 1000 alten Fahrzeugen, davon etwa 850 Autos. Daneben werden auch Motorräder oder Traktoren zu sehen sein – eigentlich alles, was Räder hat und alt ist», sagt OK-Präsident Donald Wunderlin lachend. In den letzten Jahren ist das Festival stetig gewachsen und hat immer mehr Besucherinnen und Besucher angezogen, der Verein rechnet mit rund 4000 Schaulustigen auf dem Areal. War der Anlass in den Anfangsjahren noch ein beschaulicher Treff, so ist er nun zum grössten Oldtimertreffen in der Nordwestschweiz avanciert.


Vintage durch und durch


«Eines der grossen Highlights am Samstag wird der sogenannte ‹Corso› sein. Dabei muss jedes Fahrzeug beim Einfahren über das gesamte Walzwerk-Areal fahren. So können Besucher sämtliche Oldtimer hautnah erleben und die Fahrzeuge beispielsweise während eines Imbisses von nahem bestaunen», sagt Milos Mihajlovic, Medienverantwortlicher beim OVW. In der Walzwerkhalle sind zudem Originalfahrzeuge ausgestellt, die am legendären Klausenrennen teilgenommen haben – einem Bergrennen, das zwischen 1922 und 1934 zehn Mal auf den damals noch nicht asphaltierten Strassen des Klausenpasses stattfand.
Natürlich sind auch die Verpflegungsstände im Stil der Classic Cars gehalten: So gibt es einen Imbiss aus einem alten Citroën Typ H, einem kantigen Kleintransporter im Wellblechkleid, wo Crêpes und Galettes serviert werden. Eine erhöht gelegene Cüplibar bietet zudem die Möglichkeit, das Spektakel von oben zu verfolgen – für alle Fahrerinnen und Fahrer gibt es auch ein alkoholfreies Cüpli. Drei Bands werden mit der passenden Musik für Stimmung sorgen, und wer will, kann sich beim Vintage-Coiffeur gleich noch die Haare stylen lassen. Das Ziel ist es, für einen Tag in die Zeit einzutauchen, aus der die meisten der alten Fahrzeuge stammen. «Und deshalb wäre es schön, wenn auch viele Besucherinnen und Besucher im Vintagestil gekleidet kommen würden», sagt OVW-Präsident Roland Pfister.


Wissen vermitteln

Finanziert wird das Festival vom OVW mit den Einnahmen aus den Imbissständen und aus der Vereinskasse. «Unser Ziel ist es einfach, am Ende nicht noch drauflegen zu müssen», sagt Roland Pfister. Der Verein, der heute rund 110 Mitglieder zählt, hat vor zwölf Jahren klein begonnen: Eine Handvoll Oldtimer-Fans hat den Club in einer Halle auf dem Walzwerk gegründet. «Wir wollen Wissen vermitteln und uns gegenseitig mit unserer Erfahrung mit alten Fahrzeigen unterstützen», sagt Pfister. «Grundsätzlich kann jeder und jede Mitglied werden – wir sind kein Markenclub und es gibt keinen Zwang, bei uns an bestimmten Anlässen teilzunehmen.» Und Wunderlin fügt an: «Wir treffen uns jeden Mittwoch in der OVW-Lounge zum Austausch und machen zwei Mal im Jahr einen Ausflug. Das Highlight ist aber ganz klar unser Oldtimer-Festival.» Für den Anlass mobilisiert der Verein 100 Helferinnen und Helfer, die mit Herzblut dabei sind.
Für jeden etwas dabei
Das Oldtimerfestival startet am Samstag um 10 Uhr. Besitzerinnen und Besitzer von Oldtimern können kostenlos und ohne Voranmeldung beim Walzwerk anfahren. Ein Parkplatz wird ihnen vom OK zugewiesen und 12 Verkehrskadetten sorgen dafür, dass vor dem engen Areal kein Chaos entsteht. Für diejenigen, die mit dem eigenen PW anreisen wollen, der aber noch keine 30 Jahre alt ist, stehen Parkplätze etwas abseits zur Verfügung. Zwei Shuttlebusse – natürlich Oldtimer – bringen die Besucher dann auf das Festgelände. Auch die anderen Mieter des Walzwerks öffnen am Samstag ihre Türen und beteiligen sich mit ihren eigenen Attraktionen am Festival. So kommen auch
all diejenigen auf ihre Kosten, die nur wenig mit Oldtimern am Hut haben. www.ovw.ch