münchenstein: Pfadfinder
20.07.2017

Pfadi kocht rostfrei

So macht ein Sommerlager Spass: Die neue Küche der Pfadi Münchenstein funktioniert tadellos.  Foto: ZVG

So macht ein Sommerlager Spass: Die neue Küche der Pfadi Münchenstein funktioniert tadellos. Foto: ZVG

Nach einem zweimaligen Küchendrama in Sommerlagern ging die Pfadi Münchenstein neue Wege und auf Sponsorensuche. Das Ziel einer allwettertauglichen und stabilen Küche für das Sommerlager wurde erreicht.

Thomas Brunnschweiler

In Pfadfinderlagern spielt das Essen bekanntlich eine entscheidende Rolle. Der Küchenchef ist fast ebenso wichtig wie der Abteilungsleiter. Und wehe, das Essen ist versalzen, verbrannt oder mit Tannennadeln gespickt! Das weiss Scrat, der Projektleiter des Küchenbaus, aus eigener Erfahrung. Auch bei der Pfadi Münchenstein gilt der Ausspruch «Eine gute Küche ist das Fundament allen Glücks».

Nicht gerade glücklich waren die Pfadfinder über die Kochverhältnisse in den Sommerlagern der letzten beiden Jahre. Im letzten Jahr zerstörte ein Unwetter das Material und zwang die Pfadfinder dazu, in einer provisorischen Küche zu kochen. Vor allem die sichere Befestigung der schweren Küchenblache erwies sich als Hauptproblem.

Pfadi weiss sich zu helfen

Christophe Naef vulgo Scrat machte aus der Not eine Tugend. Anders als sein Namensgeber Scrat in den «Ice Age»-Filmen – ein Säbelzahneichhörnchen, das vergeblich einer Eichel nachjagt – war Pfadfinder Scrat weit effizienter. Mit der technischen Berufsmatur im Sack und der mit Bravour abgeschlossenen Lehre als Konstrukteur war es für Naef ein Leichtes, auf dem Computer eine funktionstüchtige, leicht demontierbare transportable Küche zu entwerfen. Sie besteht aus vier Teilen.

Herzstück ist der Grill mit zwei Rostflächen. Dazu kommen im solide konzipierten Küchenhäuschen eine Arbeitsfläche aus Europaletten, eine Regalwand und ein auf dicken Vierkanthölzern abgestütztes Pultdach mit Holzrost, welcher der Blache den nötigen Halt verleiht. Der Grill aus rostfreiem Stahl darf als Vorzeigemodell gelten. Christophe Naef erstellte eine genaue Kostenrechnung mit einem Gesamtbedarf von 2200 Franken. Im Mai 2017 startete die Pfadi Münchenstein eine Spendenanfrage. Es kamen Sachspenden und 1600 Franken zusammen. Neben der EBM, der Bürgergemeinde Münchenstein und der BLKB fand auch der Rotary Club Angenstein die Idee einer neuen Lagerküche unterstützenswert. Mit 1000 Franken ist der Rotary Club Hauptsponsor.

Feuer- und Wassertaufe bestanden

Auch dank der neuen Küche wurde das Sommerlager vom 1. bis 15. Juli im luzernischen Aesch zu einem vollen Erfolg. Zwei Dutzend 11- bis 15-Jährige und ihre Leitungspersonen reisten durch die spannende Welt der Märchen von 1001 Nacht. Zur Inszenierung von Entführungen, von Ali Baba, dem kleinen Muck und anderen Geschichten gehörten unter anderem ein dreitägiger Hike, Biwakieren, Baden im See und eine Seilbrücke über den Fluss. Die Pfadi Münchenstein zählt heute zusammen mit dem 25-köpfigen Leitungsteam rund 100 Kinder und Jugendliche. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Pfadfinder verzehnfacht. Übrigens begeht die Pfadi Münchenstein nächstes Jahr das 50-Jahr-Jubiläum.