Basler Museumsnachts
18.01.2017

Pistenschnell und virtuell

Glorreiche Vergangenheit: Trophäen aus unterschiedlichen Epochen zeugen von der Skination Schweiz.  Foto: Th. Brunnschweiler

Glorreiche Vergangenheit: Trophäen aus unterschiedlichen Epochen zeugen von der Skination Schweiz. Foto: Th. Brunnschweiler

An der Basler Museumsnacht ist mit dem Sportmuseum, dem Haus der elektronischen Künste (HeK) und dem Mühlemuseum auch Münchenstein beteiligt. Es gibt szenisch, haptisch und virtuell an diesem Freitagabend einiges zu entdecken.

Thomas Brunnschweiler

Skis, wohin das Auge reicht, Ausrüstungsgegenstände sowie Trophäen von Skirennen präsentieren sich unter dem Titel «Pistengeschichten» im Sportmuseum Schweiz. Obwohl der Ski wohl in China erfunden wurde, wird dort paradoxerweise unser Land heute als «Mutterland des Wintersports» vermarktet. Hauptsächlich Engländer trugen Ende des 19. Jahrhunderts zur Verbreitung des Skifahrens in der Schweiz bei. 1893 wurde der Skiclub Glarus gegründet, 1904 folgte der Schweizerische Skiverband. Zunächst galt die Aufmerksamkeit dem Langlauf und dem Skisprung. Erst Anfang der 1920er-Jahre fand das erste Abfahrtsrennen statt, im Rahmen einer «englischen Meisterschaft». In Davos wurde 1934 der erste Skilift gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich das Skifahren zum Volks- und Massensport. Nach der «Schmach von Innsbruck» 1964 entschloss sich der Bund, den Spitzensport zu fördern. 1972 wurden Bernhard Russi und Marie-Theres Nadig zu Volkshelden und an der Weltmeisterschaft in Crans-Montana 1987 holte sich die Schweiz dank Pirmin Zurbriggen und Co. acht Goldmedaillen.
Für viele Schweizer ist Skifahren der Nationalsport schlechthin, der mit Erinnerungen an Skilager, Schulrennen und TV-Übertragungen verbunden ist. Das Sportmuseum zeigt nicht nur originelle und wertvolle Gegenstände der Skigeschichte, sondern setzt auch auf den Austausch zwischen Kindern, Grosseltern, Breiten- und Spitzensportlern.


Virtuelle und historische Welten

In eine andere Welt kann man im Haus der elektronischen Künste Basel (HeK) auf dem Dreispitz-Areal eintauchen. «Die ungerahmte Welt» setzt sich mit der virtuellen Realität (VR) als künstlerischem Medium für das 21. Jahrhundert auseinander. Neun Künstlerinnen und Künstler beziehungsweise Künstlerteams präsentieren interaktive 3-D-Installationen, mittels derer der Betrachter die begrenzte Fläche des Bildschirms überwinden und in artifizielle Welten eintaucht. Dazu bedarf es einer 3-D-Brille. Speziell an diesen Werken ist, dass die Virtualität an ein reales, physisches Erlebnis gekoppelt wird. Die Ausstellung ist laut Direktorin Sabine Himmelsbach die erste umfassende Präsentation künstlerischer Auseinandersetzung mit virtueller Realität am HeK. Die Künstler haben sich dem Thema ganz unterschiedlich genähert, teils mit opulenten Szenerien, teils mit individuell bestimmbaren Stadtrundgängen, teils mit einer ironisierenden Auseinandersetzung mit medialen Phänomenen der letzten Jahre. Die Nutzung der virtuellen Realität ist aus dem Gaming bereits bekannt, wird aber in Zukunft auch für andere Anwendungsbereiche genutzt. Schliesslich bietet das Mühlemuseum in Vorder Brüglingen unter dem Titel «Gezank um Haus und Hof» einen szenischen Ausflug ins Jahr 1775 an.


Basler Museumsnacht im Birseck

• «Pistengeschichten», Sportmuseum Schweiz, Reinacherstrasse 1, Münchenstein, ab 18 Uhr.
• «Die ungerahmte Welt», Haus der elektronischen Künste Basel, Freilager-Platz 9, Münchenstein, ab 19 Uhr.
• «Gezank um Haus und Hof», Mühlemuseum, Vorder Brüglingen 5, Münchenstein, ab 18 Uhr.
• Das gesamte Programm und weiterführende Informationen zur Basler Museumsnacht 2017 siehe unter www.museumsnacht.ch.