Spenglerpark: «Der Souverän wird zustimmen»

Hochhausprojekte rufen oft grossen Widerstand aus der Anwohnerschaft hervor. Nicht so beim Quartierplan Spenglerpark: Im Mitwirkungsverfahren hielt sich die Kritik in Grenzen.

Optimaler Anschluss: Dank ÖV rechnet die Gemeinde mit relativ wenig Mehrverkehr.   Foto: Caspar Reimer
Optimaler Anschluss: Dank ÖV rechnet die Gemeinde mit relativ wenig Mehrverkehr. Foto: Caspar Reimer

Ende des vergangenen Monats wurde das Mitwirkungsverfahren für den Quartierplan Spenglerpark beendet. Angesichts dessen, dass auf dem Areal bis im Jahr 2024 das höchste Gebäude des Kantons gebaut werden soll, bewegt sich der Ansturm an Eingaben aus der Bevölkerung im moderaten Bereich: «Wir haben rund 15 Eingaben erhalten», sagt Gemeindepräsident Giorgio Lüthi. Dabei gehe es laut Lüthi um Fragen, Anliegen und Kritik zu den Themen Verkehr, Parkierung, Schattenwurf, Energie und Lichtemissionen. Wie immer im Zusammenhang mit Bauvorhaben zur räumlichen Verdichtung nach innen sorgen sich auch diesmal einige Anwohnerinnen und Anwohner um den zu erwartenden Mehrverkehr. Lüthi dazu: «Das Gebiet ist ausgezeichnet mit dem öV erschlossen. Auswertungen zeigen klar, dass bei einer guten öV-Erschliessung in der Regel nicht jeder Haushalt ein Auto besitzen wird.» Deshalb werde der motorisierte Mehrverkehr durch das Hochhaus «nicht allzu gross sein». Zudem habe der Spenglerpark bereits heute eine Einstellhalle, die «einzig über die Bruderholz- und Ruchfeldstrasse erreichbar ist. So wird sich der motorisierte Verkehr entlang der Emil-Frey-Strasse in Grenzen halten.» Weiter sollen auch die Tramkapazitäten ausgebaut werden und die bisherige Linie E11 ganztägig als Linie 12 geführt werden.


Grosser Abstand zu Wohnhäusern

Neben der Frage um Mehrverkehr wurde von einzelnen Stimmen auch die Form des 100 Meter hohen Gebäudes bemängelt – diese füge sich nicht gut in die Umgebung ein, ja sie wirke gar bedrohlich. «Architektur ist letztlich immer eine Geschmackssache. Der Gemeinderat ist aber vom Gebäudeentwurf überzeugt, zumal es sich nicht um eine alltägliche Hochhausform handelt.» Zudem mache der erarbeitete Quartierplan Vorgaben, um sicherzustellen, dass «das Projekt möglichst so wie präsentiert umgesetzt wird.» Der geringe Widerstand aus der Bevölkerung erklärt sich wohl auch damit, dass der Abstand zu Wohnhäusern mit mehr als 100 Metern relativ gross ist. Im kommenden Herbst wird die Gemeindeversammlung über das Projekt befinden können. Für den Gemeinderat geht es um viel, denn schliesslich werden mit den rund 150 Wohnungen und Büroflächen zusätzliche Steuereinnahmen erwartet. Auch für Lüthi ist klar, «dass ein Hochhausprojekt dieser Grössenordnung auch eine emotionale Frage ist.» Trotzdem ist sich der Gemeindepräsident sicher: «Der Souverän wird nach intensiven Diskussionen zustimmen.»

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