Arbeitsvermittlung erhält sehr gute Noten und ist nun zertifiziert

Das Arbeitsvermittlungsprogramm von Münchenstein trägt neu ein Gütesiegel. Die externe Prüfung stellte den Sozialen Diensten bei den Arbeitsabläufen sehr gute Noten aus.

Engagiert und motiviert: Arbeitsagoge Dominik Moser öffnet Türen für Menschen, die nur schwer einen neuen Job finden.  Foto: Caspar Reimer
Engagiert und motiviert: Arbeitsagoge Dominik Moser öffnet Türen für Menschen, die nur schwer einen neuen Job finden. Foto: Caspar Reimer

Wie ein Sozialdienst seine Ressourcen einsetzt, um Menschen ohne Arbeit in die Erwerbstätigkeit und weg von der Sozialhilfe zu führen, unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde. Die Sozialen Dienste Münchenstein liessen ihre Vorgehensweise vom Institut SQS unter die Lupe nehmen. «Das Institut hat das Handbuch mit unseren Checklisten geprüft und sie für sehr gut befunden», erklärt Kristine Sprysl, Leiterin Soziale Dienste. Das Fazit daraus: Die Sozialen Dienste Münchenstein machen bei ihrem Einsatz für die Integration in die Arbeitswelt alles richtig. Über mehrere Jahre hinweg verglichen, komme die Vermittlungsquote von Münchenstein auch deutlich über dem kantonalen Schnitt zu liegen, sagt Sprysl. Im von Münchenstein entworfenen Vermittlungsprogramm machen 30 Partnerbetriebe aus dem Gewerbe mit. In diesen Partnerbetrieben können die Menschen, die unter anderem mangels Ausbildung keiner Arbeit nachgehen und auf Sozialhilfe angewiesen sind, in einem mehrmonatigen Einsatz ihre Kompetenzen erweitern.


Enge Zusammenarbeit mit Gewerbe


«Wir arbeiten eng mit dem lokalen Gewerbe zusammen und begleiten die Teilnehmenden im ganzen Prozess der (Wieder-)Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt», sagt Arbeitsagoge Dominik Moser, der sich über das Gütesiegel sehr freut. Das Gewerbe ist in vielen Bereichen vertreten: von Bäckereien, dem Chauffeurwesen und dem Detailhandel über die Gastronomie bis zur Reinigung, zur Betreuung und zur Hauswirtschaft. Aber auch in Kindertagesheimen und in der Administration gibt es Jobmöglichkeiten. In enger Betreuung könnten Schritt für Schritt Lösungen erarbeitet werden, erklärt Sprysl. So gehe es auch um grundsätzliche Fragen: Wie sieht es aus mit der Arbeits- und Leistungsfähigkeit? Was für Fachkenntnisse und persönliche Kompetenzen sind vorhanden? Welcher Beruf ist geeignet? Wie sieht die Bewerbungsstrategie aus? Das müsse zuerst geklärt und dann weitergeführt werden. «Belastbarkeits- und Aufbautrainings unterstützen den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt und erweitern die fachlichen, persönlichen und beruflichen Perspektiven», erklärt Moser.

Insgesamt können die Chancen auf dem Arbeitsmarkt mithilfe des Programms erhöht werden. «Teilnehmende erhalten bei uns neue Tagesstrukturen, Referenzen, berufliche und persönliche Kompetenzen, und soziale Kontakte werden gepflegt», sagt Moser.

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