dornach: musikverein Concordia
29.01.2015

Musikabend mit Wohnungsübergabe

Treuloser Vermieter: Pius Sonderegger (Björn Hufschmid) hat eine Affäre mit der Burgeri (Carmen Hurni). Foto: T. Brunnschweiler

Treuloser Vermieter: Pius Sonderegger (Björn Hufschmid) hat eine Affäre mit der Burgeri (Carmen Hurni). Foto: T. Brunnschweiler

Unter dem Motto «Musical Night» präsentierte sich am Wochenende der Musikverein Concordia in der Turnhalle Bruggweg. Die Theatergruppe zeigte die turbulente Komödie «D Wohnigsübergab».

Thomas Brunnschweiler

Draussen rieselte der Schnee, drinnen waren die Tische voll besetzt. Erwartungsvolles Gemurmel. Den Auftakt zum vierstündigen Programm machte die Junior Band Dornach unter Leitung von Jasmine Weber-Studer. Nebst der Vollformation spielten je ein Flöten- und Posaunenensemble. Vereinspräsidentin Salomé Derrer stellte Lukas Mayr vor, der bei diesem Konzert ausnahmsweise anstelle von Frank Amrein dirigierte. Bevor die Concordia zu den Instrumenten griff, wurden sechs jubilierende Musikanten geehrt, die zusammen 250 Jahre im Musikverein Concordia gespielt hatten.

Bruno Müller und Theo Götz brachten es je auf 50 Jahre; damit werden sie heuer zu Eidgenössischen Ehrenveteranen. Dann legte die spielfreudige Concordia mit Klängen aus Cole Porters «Kiss Me, Kate» los. Die Melodie von «Over The Rainbow» aus dem Musical «The Wizard Of Oz» spielte Daniel Guggisberg warm und einfühlsam auf seinem Saxofon. Im Medley aus «Les Misérables» von Claude-Michel Schönberg gab es abwechslungsreiche Klangfarben und unerwartete Rhythmuswechsel.

Starke solistische Leistung
Katelijne De Beul sang den Song «Memory» aus dem Musical «Cats» von Lloyd Webber. Er geriet zu einem der musikalischen Höhepunkte. Mit klarer und umfangstarker Stimme sang die aus Belgien stammende Sinologin und Gesangslehrerin das Lied der alten Katze Grizabella und erntete damit Bravorufe und viel Applaus. Es folgten nochmals drei Medleys mit Melodien von Udo Jürgens, aus «The Lion King» und «Saturday Night Fever». Der noch junge Lukas Mayr dirigierte souverän und elegant. Er wusste aus dem solid aufspielenden Ensemble gegen Schluss noch eine Steigerung herauszukitzeln. Als Zugabe gabs «Dancing Queen» aus dem Jukebox-Musical «Mamma Mia!» von ABBA.

Ein Lustspiel mit Pfiff
Nach der Pause spielte die siebenköpfige Theatergruppe das Lustspiel «D Wohnigsübergab» von Ramon Wächter. Es geht um Lena und Nino, zwei WG-Partner, die einander ihre langjährige Zuneigung nicht eingestehen können. Sowohl Lenas Grossmutter als auch Ninos Onkel versuchen die beiden zu verkuppeln. Nach vielen Irrungen und Wirrungen finden Lena und Nino endlich zueinander. Carmen Hurni brillierte als neugierige Nachbarin Burgeri. Theo Götz und Salomé Derrer, die auch Regie führte, spielten das Ehepaar im zweiten Frühling mit vollem körperlichem Einsatz.

Anja Werdenberg als Lena und Daniel Matter als Nino wirkten daneben fast schon zurückhaltend. Silvana Boder gefiel als Männer verschleissende Grossmutter von Lena mit ihrem wiederkehrenden «Do han i mi au vo ihm miesse trenne». Björn Hufschmid als Vermieter Pius Sonderegger amüsierte das Publikum mit seinen verliebten Blicken zur ebenfalls heillos verknallten Burgeri, die ihre Blösse am Schluss zum Gaudi aller mit Zeitungspapier verdecken musste. Katja Nüchter als Souffleuse war auch nicht ganz zur Untätigkeit verdammt. Insgesamt war es für alle Anwesenden ein höchst vergnüglicher Abend.