Dornach Gempen Hochwald
18.01.2023

Als Tiere den Alltag prägten

1920: Ein blökendes Schaf auf der Waage. Foto: Museum Laufental, Fotosammlung Schaltenbrand, Laufen
Mädchen aus Langenbruck: Annemarie Wackernagel mit einem Landschweinchen im Jahr 1935. Foto: Karl Wackernagel-Vischer (†)

1920: Ein blökendes Schaf auf der Waage. Foto: Museum Laufental, Fotosammlung Schaltenbrand, Laufen

1920: Ein blökendes Schaf auf der Waage. Foto: Museum Laufental, Fotosammlung Schaltenbrand, Laufen
Mädchen aus Langenbruck: Annemarie Wackernagel mit einem Landschweinchen im Jahr 1935. Foto: Karl Wackernagel-Vischer (†)

Mädchen aus Langenbruck: Annemarie Wackernagel mit einem Landschweinchen im Jahr 1935. Foto: Karl Wackernagel-Vischer (†)

Ein neuer Bildband zeigt das Verhältnis ­zwischen Baselbieter und Nutztier. Erstellt hat ihn ein Hobler.

Von: Boris Burkhardt

Wenn der Biologe Markus Kappeler aus Hochwald im jüngst veröffentlichten elften Band der Reihe «bild.geschichten.bl» aus dem Verlag Baselland über die Haustiere im Baselbiet schreibt, legt er Wert darauf, das Adjektiv «tierlich» statt des üblichen «tierisch» zu verwenden – Ersteres im Deutschen durchaus existent, aber selten verwendet.

Es geht ihm um den Respekt vor den Nutztieren als Mitlebewesen, wie es der geläufigere Unterschied zwischen «kindisch» und «kindlich» impliziert: «Generell sollen in diesem Buch Ausdrücke wie ‹fressen›, die Tiere gegenüber Menschen abwerten, vermieden werden.»

Begleitet von rund 150 historischen Fotos aus dem Baselbiet inklusive des Laufentals vom Beginn des 20. Jahrhunderts, schildert Kappeler das völlig selbstverständliche Zusammenleben von Mensch und Nutztier selbst in Agglomerationsgemeinden wie der Heimat seines Grossvaters, Bottmingen. Dieser sei Fabrikarbeiter und kein Bauer gewesen und habe neben dem Gemüsegarten zur Selbstversorgung dennoch ein Schwein, Kaninchen, Hühner, einen Hund und Katzen zu Hause gehalten, beginnt Kappeler im Vorwort bei seiner eigenen Geschichte. Überhaupt sei der Mensch in der heutigen Zeit kaum weniger von Nutztieren abhängig als damals: Das werde nur nicht mehr so wahrgenommen, weil die Haltung der Tiere, «von den ‹Luxushaustieren› Hund und Katze einmal abgesehen», heute getrennt von den Menschenwohnungen erfolge.

Als Pferde eine Lokomotive transportierten

«Wir alle nutzen zwar weiterhin tagtäglich Haustierprodukte, aber die zugehörigen Tiere bekommen wir kaum mehr zu Gesicht», schreibt Markus Kappeler. Dass er dabei von weit mehr als Nahrungsmitteln spricht, zeigt schon das Inhaltsverzeichnis, welches das Buch in Kapitel über «tierliche Kleidung», «tierliche Rohstoffe diverser Art» und «tierliche Muskelkraft» einteilt.

Echte Überraschungen sind hierbei der Transport einer Lokomotive mit einem 6-PS-Fuhrwerk sowie Hunde als Zugtiere von Handkarren und Marktchaisen. Von ausserordentlicher Bedeutung für das Baselbiet vom 17. bis 19. Jahrhundert war sogar ein «domestiziertes Insekt»: Auf die Seidenbandweberei mit dem Kokon­sekret der Seidenspinnerraupe geht Kappeler aber nur auf einer Seite ein, weil dieser tierische Rohstoff «zu allen Zeiten importiert werden musste», also hierzulande nie Raupen gezüchtet worden ­seien. Kappelers Hintergrund als Biologe kommt in der Einleitung zum Tragen, in der er einen weiten Blick auf die Geschichte der Haus- und Nutztiere wirft, «die man so anschaulich aufbereitet nirgendwo sonst finden kann», wie Mitherausgeber Karl Martin Tanner in seinem Begleitschreiben zur Buchveröffentlichung verspricht. Kappeler geht Tausende von Jahren in die Vergangenheit und bis nach Südostasien der Frage nach, wie Nutztiere domestiziert wurden, springt dann aber gleich ins Baselbiet und kann hier die zwölf «traditionellen Nutztiere» Rind, Schaf, Ziege, Schwein, Pferd, Hund, Katze, Biene, Huhn, Gans, Taube und Kaninchen dank einer Abhandlung eines Zürcher Arztes bis ins 16. Jahrhundert nachverfolgen.

Mit die ältesten Abbildungen im Buch stammen aus der Zeit Matthäus Merians des Älteren und zeigen unter anderem das «TerWeiler» Dorfleben mit Ziegen, Schafen, Kühen, Hühnern, Enten und einem Pferd.

Die verwendeten Fotografien stammen laut Markus Kappeler von privaten und öffentlichen Quellen aus dem Baselbiet. Keine der Sammlungen sei auf Tierfotografie spezialisiert; sie seien nur zufällig Teil der Bilder. Im Fokus stehe «die traditionelle Nutzung der Haustiere im ­Alltag der Kleinbauern, Handwerker, Arbeiter und Tag­löhner».

Markus Kappeler: Band 11 in der Reihe «bild.geschichten.bl», Verlag Baselland, 156 Seiten, 23 Franken.

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