Dornach
24.06.2020

Von der festen Bühne zum flexiblen Modell

Erweiterung beim Schulhaus Brühl: Hier auf der rechten Seite soll die neue Mehrzweckhalle angegliedert werden.  Foto: Caspar Reimer

Erweiterung beim Schulhaus Brühl: Hier auf der rechten Seite soll die neue Mehrzweckhalle angegliedert werden. Foto: Caspar Reimer

Der Gemeinderat verabschiedete die weiteren Planungsschritte auf dem Weg zur neuen Infrastruktur beim Schulhaus Brühl. Bei der Mehrzweckhalle setzt er auf eine mobile Bühne.

Von: Bea Asper

Das Planungsteam Backes Zarali Architekten aus Basel freut sich, Dornach die Wünsche beim Bau des neuen Mehrzweckgebäudes bei der Schule Brühl zu erfüllen, gaben die Verantwortlichen am Montag dem Gemeinderat zu verstehen, als sie sich an der Sitzung am Montag vorstellten. Der Rat beriet die Vorschläge der Spezialkommission SuSI zur Weiterbearbeitung des Vorprojektes. Die Gemeindeversammlung hatte im November 2019 einen Planungskredit von 1,2 Millionen Franken für ein Mehrzweckgebäude, das insgesamt etwa 14 Millionen Franken kosten soll, bewilligt. Dieses soll an das bestehende Schulhaus angebaut werden und bringt den jüngeren Schülern neue Räume für Sport und Tagesstrukturen mit Mittagstisch. Vorgesehen ist, dass die 5. und 6. Primarschulklassen in einem neuen Gebäudekomplex an der Bruggstrasse unterrichtet werden. Die Tagesstruktur soll im unteren Teil der Mehrzweckhalle Brühl angeboten werden. Der Mittagstisch liegt ebenerdig neben dem unteren Pausenplatz, sodass die Kinder auch draussen spielen können. Der Pausenplatz als Aussenfoyer ist ein idealer Raum für
grössere Veranstaltungen.


Flexible oder feste Bühne?
Die bisherige Planung sieht – auch aus Platzgründen – eine flexible Bühne vor. Die neue Infrastruktur könne das bisherige Mehrzweckgebäude Gwänd am Bruggweg nicht gleichwertig ersetzen, hiess es. Der Musikverein sowie der Jodlerclub hatten deswegen im Vorfeld ihre Bedenken angemeldet.
Salomé Derrer, Präsidentin des Musikvereins Concordia Dornach, bestätigt gegenüber dem Wochenblatt, dass insbesondere die Theatergruppe auf eine feste Bühne angewiesen sei – auch während der zweimonatigen Probezeit. Ebenso brauche man genügend Stauraum. Eine Bühne, der mehrstündige Aufbauarbeiten vorausgehen, verunmögliche die weitere Durchführung des Unterhaltungsabends im bisherigen Rahmen. Dies habe sie der Begleitgruppe mitgeteilt.
Der Rat folgte am Montag der Empfehlung von Gemeindepräsident Christian Schlatter, Salomé Derrer nachträglich in die Begleitgruppe zu wählen als Vertreterin des Vereinskartells. Dieses war aufgefordert worden, bei den Vereinen eine Vernehmlassung durchzuführen. Von den rund 35 angeschriebenen Vereinen haben acht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, auf den Fragekatalog zu antworten. Dabei haben sechs Vereine die regelmässige respektive gelegentliche Nutzung bestätigt. «Speziell die Frage der Bühne wurde von den beiden ‹musikalischen› Vereinen, die jährliche Unterhaltungsabende durchführen, und von der SuSI-Begleitgruppe intensiv und kontrovers diskutiert. Die Begleitgruppe SuSI hat festgestellt, dass im Neubauprojekt eine identische Bühne, wie sie heute in der Mehrzweckhalle vorhanden ist, nicht realisiert werden kann», heisst es in den Unterlagen zur Ratssitzung.


Individuelle Lösungen für Vereine gesucht
Die Begleitgruppe stellte deswegen den Antrag: «Für die weiteren Planungen der MZH Brühl wird die Realisierung einer mobilen und flexiblen Bühne weiterverfolgt. Weitergehende Ansprüche werden im Rahmen der weiteren Planung von SuSI Bruggweg und/oder allenfalls beim Treff 12 mitberücksichtigt.» Auf Antrag von Daniel Urech (FWD) wurde der zweite Satz in diesem Antrag gestrichen, weil dies ein Versprechen darstelle, wofür die notwendigen Grundlagen fehlten. Er wies darauf hin, dass aus der Vorlage Widerstand erwachsen könnte, wenn die Vereine ihre Anlässe in Gefahr sehen würden. Schlatter betonte, dass man für die individuellen Fragestellungen der Vereine Lösungen suchen werde.

Annabelle Lutgen (FDP), Daniel Müller (FDP) und Marysol Fürst (SVP) regten an, das Projekt auf die Bedürfnisse der Schule zu redimensionieren und die Frage der Mehrzwecknutzung für Vereine und Grossanlässe neu anzugehen unter Berücksichtigung der heutigen Standorte Gwänd und Treff 12. Der Rat beschloss mit fünf zu drei Stimmen bei einer Enthaltung, am bisherigen Projekt «Brühl» festzuhalten – denn dies entspreche dem Gemeindeversammlungsbeschluss zum Planungskredit, sagte Urech. Entsprechend beschloss der Rat, die Fachplanermandate wie geplant zu vergeben.