Weltläufigkeit und Witz

Die Amtseinsetzung des neuen reformierten Pfarrers Haiko Behrens im Timotheus-Zentrum wurde zum Fest und zur Demonstration ökumenischer Verbundenheit. Haiko Behrens ist ein vielseitiger Weltbürger.

Segen bei der Amtseinsetzung: Ältester Horst Gieseler, Vizedekan Uwe Kaiser und Pfarrer Haiko Behrens (v. l.).
Segen bei der Amtseinsetzung: Ältester Horst Gieseler, Vizedekan Uwe Kaiser und Pfarrer Haiko Behrens (v. l.).

Der Kirchenraum des Timotheus-Zentrums war am letzten Sonntagmorgen bis auf den letzten Platz besetzt, nicht zuletzt, weil die Katholiken zugunsten der Amtseinsetzung auf einen eigenen Morgengottesdienst verzichtet hatten. Ein Hauch von Aufbruchstimmung wehte durch den Raum. Nach dem Grusswort von Evelyn Borer, der neuen Präsidentin der Kirchgemeinde, wurden Alena Annaheim, Fredi Buchmann und Susanne J. Weyermann als frisch gewählte bzw. bestätigte Mitglieder des Kirchgemeinderats in Pflicht genommen.


Berührender Augenblick

Die Predigt und die eigentliche Amtseinsetzung leitete Vizedekan Uwe Kaiser. Er wählte mit Psalm 100 einen Text, der sowohl für theologische wie auch soziologische Betrachtungen und auch für die Erklärung des Hirtenamtes geeignet erschien. Bevor der Vizedekan zusammen mit Horst Gieseler aus Düsseldorf zur feierlichen Amtseinsetzung des neuen Pfarrers schritt, spielte der Orchesterverein Dornach das zweite Menuett von Brahms. Nach dem Grusswort von Synodalrat Markus Leuenberger wandte sich Haiko Behrens in persönlichen Worten an die Gemeinde. Berührend war der Umstand, dass er sein Amt im Hamburger Talar seines vor kurzem verstorbenen Vaters antrat. Dieser wollte eigentlich bei der Amtseinsetzung zugegen sein, was ihm aber nicht mehr vergönnt war. Nach dem Gottesdienst waren alle zum Apéro riche geladen, bei dem Vertreterinnen und Vertreter der katholischen Gemeinde, der Reformierten aus Gempen, Hochwald, Aesch und Arlesheim, der Arche sowie auch Freunde und die Mutter von Behrens Grussworte an den neugewählten Pfarrer richteten. In launiger Manier übergab am Ende Vizepräsident Fredi Buchmann Haiko Behrens einen symbolischen Hamburger.


Humorvoller Weltbürger


Haiko Behrens wurde in Hamburg als Sohn einer Pastorenfamilie geboren. Nach dem Theologiestudium in Kiel bewarb er sich bei der Evangelical-Lutheran Church in Chicago und absolvierte ein Praktikum in Dallas. Danach fuhr er bei der Deutschen Post Lastwagen und vertiefte an einer Sprachschule seine Englischkenntnisse. Dann kam ein Angebot aus den USA, wo er insgesamt neun Jahre verbrachte, die letzten fünf Jahre davon in New York. Da sich seine Gemeinde aber verspekulierte und ihm den Lohn nicht mehr zahlen konnte, kehrte er nach Europa zurück. 2012 zog der Norddeutsche mit seiner japanischen Frau ins Mittelschanfigg, wo er für sieben Berggemeinden zuständig war. Dazu unterrichtete er Englisch in der fünften Primarklasse. Dieses Jahr beteiligte er sich in Davos am sogenannten «Preacher Slam» und errang mit dem «Auszug aus dem Tagebuch eines sondersynodalen Totalvervisionisten» den zweiten Platz. Sein ehemaliger Lehrer Gieseler sagte beim Apéro: «Mit Haiko haben Sie den richtigen Mann gewählt.»

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