Vögtli Spielwaren schliesst nach sechsunddreissig Jahren Ende Juni

Der Spielwarenladen an der Hauptstrasse 2 in Oberdornach bleibt nur noch einen Monat lang geöffnet. Was aus dem Ladenlokal wird, ist unklar.

Muss krankheitshalber aufgeben: Peter Vögtli, Inhaber und Gründer des gleichnamigen Spielwarengeschäfts. Foto: Isabelle Hitz
Muss krankheitshalber aufgeben: Peter Vögtli, Inhaber und Gründer des gleichnamigen Spielwarengeschäfts. Foto: Isabelle Hitz

Isabelle Hitz

Sechsunddreissig Jahre ist es her, seit Peter Vögtli die Schreinerei seines verstorbenen Vaters abreissen liess, einen Neubau erstellte und im Erdgeschoss einen Spielwarenladen eröffnete. Nun blickt er der bevorstehenden Schliessung mit gemischten Gefühlen entgegen. «Wir schliessen mit einem lachenden und einem weinenden Auge.» Nach dieser langen Zeit das Geschäft aufzugeben, ist nicht leicht, «aber es geht einfach nicht mehr!», betont Vögtli. In drei Jahren würde er in Pension gehen, krankheitshalber muss er nun aber schon früher aufhören. Um den Laden weiterzuführen, hätte er einen dritten Mitarbeiter einstellen müssen, dazu wirft das Geschäft jedoch zu wenig ab. Das war nicht immer so.

In den Achtzigerjahren reichte der Ertrag aus, und Vögtli konnte sich hauptberuflich dem Laden widmen. Mit der Eröffnung der grossen Spielwarenhandlungen im grenznahen Ausland und der steigenden Tendenz der Kunden, im Internet einzukaufen, ging der Absatz aber zurück und Vögtli musste nebenbei noch als Fahrlehrer tätig sein. Auch die Lage in Oberdornach sei nicht ideal. Seit der Eröffnung des Nepomukparkings in Dornachbrugg und dem Umbau des Bahnhofs habe sich dort ein neues Zentrum entwickelt, meint Vögtli, und die Leute würden weniger in Oberdornach einkaufen.

Lagerräumung und Totalausverkauf

Letzten Samstagnachmittag war einiges los bei Vögtli Spielwaren. Trotz dreissig bis fünfzig Prozent Rabatt auf das gesamte Sortiment verkaufte Vögtli jedoch nur einige Kleinigkeiten. «Das genau war unser Problem: die Leute kamen, um schnell etwas Kleines zu kaufen, die grösseren Dinge aber holten sie anderswo.» Plüschtiere, Playmobils, Bücher, Märklin-Artikel, ferngesteuerte Autos und Flugzeuge, Puppenhäuser, Puzzles, Legos und Bastelartikel warten nun zu einem reduzierten Preis auf einen Käufer. Einen Nachfolger für den
Laden hat Vögtli nicht gefunden: «Wenn jemand dies alles übernehmen wollte, müsste er zu viel Geld in die Hand nehmen. Und wenn jemand viel Geld hat, will er selber etwas aufziehen.»

Für die langjährigen Kunden des Ladens bedeutet die Schliessung ein Verlust. So auch für Jolanda Wallmeier aus Hochwald: «Für mich war das eine Goldgrube! Hier habe ich immer etwas gefunden.» Auch habe sie der Laden an ihre Kindheit erinnert: «So war es früher, als meine Grossmutter mit mir in einen Spielladen ging. Ich werde den Laden vermissen.» Das Lokal wird Vögtli vermieten. Sehr gerne sähe er es, wenn wieder ein Laden in die Hauptstrasse 2 einziehen würde. Ein paar Interessenten gibt es bereits, aber bis jetzt ist alles noch offen.

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