Starkes Votum fürs Theater

Die Dornacher Gemeindeversammlung spricht sich klar für eine halbe Million Franken für den Neubau des Neuen Theaters am Bahnhof aus.

Der Fortbestand des Neuen Theaters am Bahnhof (NTaB) in ihrer Gemeinde scheint den Dornachern ein wichtiges Anliegen zu sein. Vor elf Jahren hauchte es dem alten Kino am Bahnhof neues Leben ein und entwickelte sich innert kurzer Zeit zu einem kulturellen Leuchtturm, der weit über die Gemeindegrenze hinaus strahlte. Im Zuge der Umgestaltung des Bahnhofareals musste die Spielstätte allerdings einer neuen Überbauung weichen. Jetzt hat das NTaB vorübergehend ein neues Zuhause in der alten Druckerei am Stollenrain in Arlesheim gefunden. 2014 soll es aber wieder in Dornach Wurzeln schlagen. Auf dem Grundstück des ehemaligen Restaurant Bahnstübli plant es für 3,3 Millionen Franken einen schmucken Neubau, in dem seine Erfolgsgeschichte fortgesetzt werden soll. Der multifunktional nutzbare Kulturort soll ausserhalb der Spielzeiten des Theaters aber auch Drittnutzern zugänglich gemacht werden. Dazu hat der Kanton Solothurn bereits 500 000 Franken aus seinem Lotteriefonds gesprochen. Von der Standortgemeinde Dornach beantragte der Verein NTaB dieselbe Summe. Der Gemeinderat hatte sich bereits Ende März einstimmig dafür ausgesprochen, diesen Beitrag zu leisten.

Vergangenen Mittwoch hatte nun die Gemeindeversammlung darüber zu befinden. Damit verbunden sind aber auch höhere wiederkehrende Kosten, weil der jährliche Unterstützungsbeitrag an das NTaB voraussichtlich auf rund 25 000 Franken erhöht werden soll. «Schliesslich geht es hier aber um einen Standortfaktor und Lebensqualität», warb der neue Gemeindepräsident Christian Schlatter (FWD), der seine erste Gemeindeversammlung leitete, bei den Stimmenden um Unterstützung der Vorlage. Das sei auch ein Zeichen dafür, dass wertvolle Kultur nicht nur in Basel, sondern auch in der Agglomeration stattfindet. Das wurde genauso wenig bestritten wie der Grundsatz, dem Theater die Summe zukommen zu lassen. Ein Antrag von Max Rumpel die halbe Million erst dann definitiv zu überweisen, wenn die Baubewilligung vorliegt, fand keine Mehrheit. Die Gemeindeversammlung stimmte dem Beitrag an den Neubau, der ausgelöst wird, sobald die Finanzierung des gesamten Projekts gesichert ist, mit 85 zu drei Gegenstimmen bei drei Enthaltungen zu.


Arlesheim wartet noch zu

Die Gemeinde Arlesheim und der Kanton Baselland, welche wie Dornach und der Kanton Solothurn ebenfalls in der Stiftung «Kultur am Bahnhof», die als Eigentümerin des neuen Gebäudes und Baurechtnehmerin gegenüber der Grundeigentümerin Stiftung Edith Maryon fungieren werden, haben ihre Beiträge noch nicht gesprochen. Von beiden wird ein Beitrag über insgesamt eine weiter halbe Million Franken erwartet. Die Gemeinde Arlesheim wartet mit ihrem Entscheid noch zu, bis sie das Projekt für ihren eigenen geplanten Kultursaal verabschiedet hat. Ihr sechsstelliger Beitrag ans Theater gilt aber als unbestritten. Der Verein NTaB ist zudem in Verhandlungen mit weiteren «Birstadt»-Gemeinden, die ebenfalls ihre Unterstützung Beitrag in Aussicht gestellt haben. Namhafte Beiträge kommen auch von Stiftungen.

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