SP und Freie Wähler kämpfen ums Präsidium – FDP noch unentschlossen
Während die SP ihre Kantonsrätin Evelyn Borer ins Rennen schickt und Christian Schlatter für die Freien Wähler antritt, steht eine Kandidatur der FDP noch aus.

Lukas Hausendorf
In Dornach könnte eine lange Ära des Freisinns bald zu Ende gehen. Seit 1965 stellt die FDP im Dorf praktisch ohne Unterbruch den Gemeindeammann. Einzig nach Hans Walters vorzeitigem Rücktritt nahm interimistisch der CVP-Mann und Statthalter Hans Abt die Zügel in die Hand, um sie an der nächsten ordentlichen Wahl sogleich an Kurt Henzi abzugeben, der seit 2000 ebenso erfolgreich wie seine Vorgänger die Geschicke der Gemeinde lenkte. Per Ende März tritt er mit 65 Jahren in den Ruhestand.
Im Moment stehen alle Zeichen auf Veränderung. Die FDP konnte bislang keine Kandidatur bekannt geben, die Partei steht also im Zugzwang. Die Parteileitung sei in diesen Tagen daran, eine nicht genannt sein wollende Person zu überzeugen, es wurde aber noch Bedenkzeit eingefordert. «Wir müssen die Köpfe noch mal zusammenstecken», sagt Präsident Urs Bendel.
Im Dorf bekannt, im Kanton vernetzt
So steht im Rennen um Henzis Nachfolge vorderhand die profilierte Sozialdemokratin Evelyn Borer in der Pole-Position. Ihr politisches Curriculum ist ansehnlich: Die 51-Jährige war bis zu ihrer Demission 2010 fast elf Jahre im Gemeinderat und politisiert seit 2005 im Kantonsrat, ausserdem ist sie seit 2008 Kantonalpräsidentin der SP, das Amt gibt sie aber anfangs Mai ab. Die gelernte Kauffrau, die an der Fachhochschule ein Diplom in Public Management erlangte, machte seit Bekanntwerden von Henzis Rücktritt nie einen Hehl aus ihren Ambitionen und darf sich gute Chancen ausrechnen. Sie ist im Dorf bestens bekannt, wird dank ihres pragmatischen Stils auch von bürgerlichen Kreisen respektiert und ist, was für Kurt Henzi immer von zentraler Bedeutung war, auf kantonaler Ebene gut vernetzt. Borer wäre die erste Frau in der Geschichte Dornachs, die das Amt des Gemeindeammanns ausfüllen würde und die erste Sozialdemokratin seit alt Bundesrat Otto Stich, der das Amt von 1957 bis 1965 innehatte.
Mitglied der Umweltkommission
Die Freien Wähler als wählerstärkste Partei Dornachs erhoben lange Zeit keinen Anspruch auf das Gemeindepräsidium – auch weil die Partei im Grunde genommen gegen das Vollamt ist, das man letztes Jahr mit einer erfolglosen Motion zur Debatte stellen wollte. Nun treten die Freien Wähler trotzdem an – und zwar mit dem 38-jährigen Christian Schlatter, der bisher in der Umweltkommission sass. Politisch trat der Umweltwissenschaftler in Dornach noch nicht stark in Erscheinung, ist aber durch sein Engagement in mehreren Vereinen im Dorf gut vernetzt.


