SP und Freie Wähler erwarten klares Ja zu Tempo 30 in Dornach
In einer Konsultativabstimmung kann sich das Dornacher Stimmvolk am 4. Dezember über die Einrichtung von Tempo-30-Zonen im Dorf äussern. Ein Nein wäre eher überraschend.

Lukas Hausendorf
In den Agglomerationsgemeinden aller grösseren Schweizer Städte gehören Tempo-30-Zonen mittlerweile zum guten Ton, auch in der Region Basel wurde der Quartierverkehr bereits flächendeckend verlangsamt. Nur nicht in Dornach. Noch nicht. Am 4. Dezember könnte das Stimmvolk, indem es sich grundsätzlich zur Materie äussert, den Weg freimachen für die Einrichtung einer ersten Tempo-30-Zone im Gebiet Brühl, Gempenring, Schlatt, Saffret, Schledern, Werbholle, Steinmatt und Apfelsee.
Ein positives Abstimmungsergebnis würde vom Gemeinderat als Auftrag interpretiert werden, eine Planungsofferte steht bereits in der Schublade bereit. Hätte der Gemeinderat an seiner Sitzung vom 12. September nicht die Handbremse gezogen, wären für die Massnahmenplanung der ersten Tempo-30-Zone bereits 12 500 Franken gesprochen worden. Da es aber um eine verkehrspolitische Weichenstellung für die Gemeinde mit einem grossen Kreis von Betroffenen geht, wie es Lorenz Altenbach (FDP) formulierte, entschloss man sich, doch noch einmal Volkes Meinung zur gebietsweise einzuführenden Temporeduktion auf Quartierstrassen einzuholen.
Mobilisierung nötig
Bei der SP, die sich für die Konsultativabstimmung aussprach, glaubt man in Sachen Tempo 30 trotz breiter Zuversicht nicht an einen Start-Ziel-Sieg und rührt noch mal kräftig die Werbetrommel. «Man muss die Leute mobilisieren, mit ihnen reden», meint Präsident René Umher. Auch mehrere Hundert Flyer sollen dabei helfen, die Verkehrsberuhigungsfreunde an die Urne zu holen. Die gleiche Taktik kommt bei den Freien Wählern zum Zug. Sie seien schliesslich die treibende Kraft in dieser Angelegenheit, betont Parteipräsidentin Ursula Kradolfer. Sie findet den Zeitpunkt für die Abstimmung aber ein wenig ungünstig. Lieber hätte sie dem Volk ein Vorprojekt zur Abstimmung vorgelegt. Trotzdem: «Ich bin hinsichtlich der Abstimmung guter Dinge», so Kradolfer.
Freisinnige Vorbehalte
«Da kann man sich noch nicht zu sicher sein», glaubt hingegen der freisinnige Urheber der Abstimmung Lorenz Altenbach. Mindestens in seiner Partei sind Tempo-30-Zonen nicht mehrheitsfähig. «Vor allem, weil es flächendeckend ist», erklärt er. Man verspreche sich zu viel davon, der Beweis mit der Sicherheit müsse zuerst noch erbracht werden, findet er. Punktuell mache es allerdings durchaus Sinn, etwa bei Schulen. «Aber warum kann man keine Schulzone einrichten, das verstehe ich nicht», schüttelt der Jurist den Kopf über die Schweizer Strassenverkehrsbestimmungen.
Zweifel hin oder her: Am 4. Dezember sagt das Volk, welches Tempo ihm in Zukunft in Dornach am besten passt.


