Souverän auf Sparkurs
An der Gemeindeversammlung von Gempen am letzten Donnerstag lehnten die Stimmbürger den Bau einer gemeinsamen Notwasserleitung mit Hochwald ab.
Jay Altenbach
Der Voranschlag der Gemeinde weist mit Aufwendungen von 4,16 Mio. Franken einen Aufwandüberschuss von 188 838 Franken aus. Trotz grosser Sparbemühungen in vielen Bereichen steigen die Auslagen bei der sozialen Wohlfahrt weiter an, ohne dass die Gemeinde Einfluss darauf nehmen kann, wie Gemeinderat Patrik Stadler auf Anfrage ausführte. Ausserdem belastet die Reduktion der Subvention bei der Besoldung des Lehrkörpers von 51 auf 39 Prozent das Budget massiv.
Der Souverän genehmigte den Voranschlag zähneknirschend und machte dafür bei der Investitionsrechnung seinen Einfluss geltend. Während die Sanierung der Heizung für das Gemeindehaus und das Feuerwehrmagazin nur wenig zu reden gab, versuchte der Souverän bei den weiteren Geschäften zu sparen. Den Kredit in der Höhe von 60 000 Franken zur umfassenden Strassensanierung im Gebiet Stollenhäuser und Baumgarten lehnten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger mit 18 Ja gegen 26 Nein ab.
Minimalvariante bei Schulhaus-Erweiterung
Eine Notwasserleitung zwischen Gempen und Hochwald gab zu grösseren Diskussionen Anlass. Vor fünf Jahren hatte die EBM Leitungen zwischen den beiden Gemeinden verlegt und gleichzeitig wurden Wasserleitungen und Lehrrohre eingezogen. Nun sei der Moment da, um eine Notwasserleitung zu erstellen, erklärte Gemeinderat Martin Dietler. Falls es nämlich zu einem Wasserrohrbruch zwischen Dornach und Gempen käme, hätte Gempen kein Wasser und bei einem Brandfall könnte auch Hochwald nicht auf das Wasser von Gempen zurückgreifen. Die gesamten Kosten würden sich auf rund 200 000 Franken belaufen, davon fallen 120 000 Franken auf Gempen, da wegen des Höhenunterschieds der beiden Reservoirs eine Pumpe eingebaut werden müsste. Beat Balzli schlug vor, das Ergebnis der Probebohrungen der Rheinsaline abzuwarten.
Diese werden im kommenden Jahr im Bereich Baumgarten Probebohrungen durchführen: Und sollten man anstatt auf Salz auf Wasser stossen, hoffen viele Gempner auf hochwertiges Quellwasser für diverse Verwendungszwecke. Heiner Meier schliesslich störte sich am Kostenverteiler und schlug vor, dass beide Gemeinden die Notwasserleitung je zur Hälfte finanzieren. Der Souverän lehnte schliesslich das ganze Projekt ab.
Bei der Schulhauserweiterung stimmten die Bürgerinnen und Bürger dem Antrag des Gemeinderates zu, die günstigste Variante mit einer vergrösserten Küche am bestehenden Standort und einem zusätzlichen Geräteraum sowie einem Ausbau des Kinderspielplatzes von zwei oder drei Architekten rechnen zu lassen.


