Sichere Trinkwasserversorgung
Dornach beteiligt sich an einer zweiten Transitleitung, welche die Trinkwasserversorgung der rund 90 000 Birsstadt- Bewohner in Zukunft auch im Krisenfall gewährleisten soll. Beim Hochwasser 2007 stiess das bestehende System an seine Grenzen.

Lukas Hausendorf
Im August 2007, als die Birs in Münchenstein den höchsten Abfluss seit Beginn der Messungen von 105 Jahren erreichte, fehlte nicht viel und 90 000 Einwohner Birsfelden und Aesch hätten kein fliessendes Trinkwasser mehr gehabt. Die Trinkwasserversorgung all dieser Gemeinden – ausser Dornach – ist vom Grundwasserstrom der Birs abhängig. Das Hochwasser führte dazu, dass mehrere Pumpwerke wegen Verschmutzungsgefahr abgestellt werden mussten und Trinkwasser von der Hardwasser AG zugeführt werden musste. «Das ging nur ganz knapp», weiss Rainer Prüss vom Ingenieurbüro Holinger. Die Erkenntnis des Jahrhundertereignisses: Im Extremfall hängen alle Gemeinden an einem Tropf. Das soll sich nun ändern.
Das Büro Holinger hat im Auftrag der betroffenen Gemeinden ein Vorprojekt für eine zweite Trinkwassertransitleitung durch das Birstal ausgearbeitet. Mit einer östlichen Achse, als Ergänzung zur bestehenden Transitleitung West, soll ein neuer Ringschluss die Versorgungssicherheit im Trinkwassersystem erhöhen. In einem ersten Schritt soll so eine Redundanz des Tagesbedarfs von 70 Prozent hergestellt werden, was 16 000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag entspricht, die aus der Birsfelder Hard nach Münchenstein, Arlesheim, Reinach, Dornach, Aesch und Pfeffingen gepumpt werden können. Die Transitleitung, für die beim Bruckgut in Münchenstein, bei der ehemaligen Birs-Ara in Reinach und beim Bahnhof Dornach-Arlesheim insgesamt drei Pumpwerke gebaut werden müssen, soll bis Ende 2014 realisiert werden.
0,1 Rappen pro Liter
Die Sicherung des Birstaler Trinkwasserversorgungssystems kommt die Gemeinden, die sich proportional zu ihrem Nutzen an der Transitleitung beteiligen, lächerlich günstig. Der Kubikmeter Wasser, das sind tausend Liter, schlägt, verrechnet man ihn mit den Entstehungskosten der Infrastruktur, gerade mal mit einem Franken zu buche. Daraus resultiert ein Literpreis von 0,1 Rappen. Die Gemeinde Dornach, die eine Jahreskapazität von 500 000 Kubikmeter Wasser finanzieren muss, wird entsprechend mit einer halben Million Franken zur Kasse gebeten werden. Am schlechtesten weg kommen die Wasserwerke Reinach als grösste Nutzniesserin mit 3,6 Millionen Franken. Gar nichts bezahlen muss dagegen Birsfelden, von wo das ganze Wasser her kommen wird.
Goldene Häckselzeiten vorbei
Dieses Wochenende wird zum letzten Mal eine halbe Stunde lang gratis gehäckselt. Jede weitere Viertelstunde kostete dann 36.50 Franken. Der «unheimliche Service», wie Gemeindepräsident Kurt Henzi (FDP) den Häckseldienst am Montag nannte, wird nämlich auf Antrag der Bauverwaltung eingeschränkt. Diese hat nämlich herausgefunden, dass das Angebot zuweilen seltsame Blüten treibt. Etwa dergestalt, dass Einzelne so viel häckseln lassen, dass sie in der Folgewoche die Grünabfuhr damit bemühen müssen. Was nicht unbedingt das Ziel der Übung sein sollte.
Ausserdem sind die Nachbargemeinden allesamt weniger grosszügig, dort werden maximal 20 Minuten kostenlosen Häckselns angeboten. Häcksel-Exzesse werden nun auch in Dornach besser mit der Kostenwahrheit in Einklang gebracht. Der Gemeinderat sprach sich dafür aus, künftig nur noch eine Viertelstunde lang gratis Grüngut zerkleinern zu lassen. Pro weitere zehn Minuten werden künftig 24 Franken verrechnet.


