Schwerter, Rosen und eine Damenhaube
Zwölf Hörspiele lassen hautnah daran teilnehmen, wie sich im Mittelalter das Leben auf zwölf Burgen der Region abspielte. Eine packende Ergänzung zum Burgenwanderbuch von Schwarzbubenland Tourismus.

Roland Bürki
Mit simplem Druck auf den Knopf der Audioanlage drehte Schwarzbubenland Tourismus am letzten Freitagabend anlässlich einer Medienpräsentation auf Schloss Gilgenberg das Rad der Zeit zurück. In die Zeit des 15. Jahrhunderts, wo die Grafen, Freiherren und Ritter aus dem Birseck, dem Schwarzbubenland und dem Laufental sich bei ihren ständigen Streitereien in Angriffen, Übergriffen und Scharmützeln üben. Schweres Rumpeln und Kettengerassel aus den Lautsprechern lassen die gut 40 Zuhörerinnen und Zuhörer im alten Gemäuer fast körperlich spüren, wie sich die Wachen am Tor mit dem Senken der schweren Zugbrücke abmühen.
Schlossherr Hans Bernhard von Gilgenberg kehrt nämlich mit seiner Gattin Süsslind von Stauffenberg von einem Erbstreit vor einem Basler Gericht zurück. Hier erwartet ihn eine böse Überraschung. Sein Prozessgegner Thomas von Falkenstein versucht unter heftigem Waffengeklirr die Erbsache mit dem Schwert statt mit Worten zu lösen. «Doch, wenn man Euch packt, geht Euch der Schnauf aus», zwingt ihn der Gilgenberger mit Gewalt zum Aufgeben. Laut scheppernd fällt die Waffe des hinterlistigen Falkensteiners so laut auf das Steinpflaster, dass man im Publikum unwillkürlich zusammenzuckt.
Ein Kick für Wandermuffel
Auf die weiteren Hörspielproben aus der Audioguide-CD sind die Macher genauso gespannt wie die Premièrengäste. Auch sie schmunzeln über den Ehestreit im Wasserschloss Zwingen wegen einer neuen, teuren Haube für die Dame des Hauses. Oder zeigen sich erstaunt, wenn Agnes, die Tochter von Ritter Burkhard von Münch, erfährt, dass ihr Vater ein «Maulheld» war und deshalb eine dieser blutigen Rosen zu fressen bekam.
Für Caroline Lorant, Geschäftsleiterin Schwarzbubenland Tourismus, ist klar, dass ohne das Herzblut von Vorstandsmitglied Gelgia Herzog das Burgenwanderbuch keinen Audioguide erhalten hätte. «Sie verfolgte ihre Idee unbeirrt bis zum Ziel», würdigte Lorant Herzogs Engagement. So könne jetzt auf zwölf ausgewählten Burgen die auf mittelalterlichen Quellen basierenden Geschichten live miterlebt werden. Frisch ab Smartphone und damit speziell auch ein Kick für «Wandermuffel». Dies dank der Historikerin Dr. Anthea Bischof, dem Lektor Christoph Matt, dem Produzenten Thomas Baumgartner, dem Hörspiel-Team und zuguterletzt dank den Sponsoren.
Mit der Gegend verbunden
Die regionale Geschichte des 15. Jahrhunderts süffig-spannend in zwölf einzelne Hörspiele gepackt hat die Historikerin Dr. Anthea Bischof. Sie ist in Dornach aufgewachsen und deshalb mit der burgenreichen Gegend auf Du und Du. «Gut ein halbes Jahr habe ich an den Texten gearbeitet», erklärt sie dem «Wochenblatt». Ihre ans Mittelalter heranführende Wortwahl sowie die entsprechende Hintergrundmusik lassen die damalige Stimmung eindrucksvoll aufleben. «So macht Geschichte Spass», urteilt Stadtrat, Lehrer und Autor Linard Candreia aus Laufen. Lehrer sollten den Mut aufbringen, diese Burgen zu besuchen. Mit dem Audioguide natürlich.


