Schulhaus Brühl: «Panama» heisst das Siegerprojekt

Beim Architekturwettbewerb für die Erweiterung des Schulhauses Brühl wurden 21 Projekte eingereicht. Die Jury hat sich für das Projekt «Panama» zur Weiterbearbeitung entschieden. Die Projekte werden derzeit im Treff 12 ausgestellt.

Durchdacht: Das Projekt von Metha Walther Architekten überzeugte durch seine robuste und gleichzeitig flexible Grundstruktur. Visualisierung: ZVG / Metha Walther Architekten

Durchdacht: Das Projekt von Metha Walther Architekten überzeugte durch seine robuste und gleichzeitig flexible Grundstruktur. Visualisierung: ZVG / Metha Walther Architekten

Siegerteam: Jeanine Walther und Nicolas Mentha von Mentha Walther Architekten. Foto: zvg

Siegerteam: Jeanine Walther und Nicolas Mentha von Mentha Walther Architekten. Foto: zvg

Dornach will in den kommenden Jahren seine Schulinfrastruktur erneuern und erweitern. Das ist zum einen wegen des Bevölkerungswachstums, zum anderen wegen neuer Vorgaben und Richtlinien im Bildungssystem nötig. Den Anfang macht die Schulanlage Brühl, die aus den 60er-Jahren stammt und deren Räume teilweise in die Jahre gekommen sind. Konkret geht es am Standort Brühl um die Erweiterung der Primarschule, die Errichtung eines Zweifach-Kindergartens und eines Bewegungsraums sowie einer Tagesstruktur.

Um ein passendes Projekt zu finden, hatte die Gemeindeversammlung im Februar 2025 einen Kredit für die Durchführung eines Architektur-Wettbewerbs gutgeheissen: 468 000 Franken standen für diesen zur Verfügung. Nach der Ausschreibung sind 21 Projektvorschläge bei der Jury eingegangen. Das Siegerprojekt wurde vor einer Woche im Treff 12 vorgestellt.

Anforderungen seien hoch

«Panama», wie das Projekt der Zürcher Mentha Walther Architekten (zusammen mit dem Landschaftsarchitekturbüro Beer Landschaften) heisst, habe die Jury, bestehend aus Gemeindevertretenden und Fachpersonen, durch eine einfache, robuste Grundstruktur, die zugleich flexibel sei, überzeugt. Die klare Setzung von Neubauten stärke die Gesamtlage, das Projekt integriere sich gut in das Quartier. Die differenzierte Gestaltung der Schulbauten und Freiräume böten eine hohe Nutzungsflexibilität sowie Anpassbarkeit und förderten eine zeitgemässe Lernatmosphäre, so die Jury.

Die Erstellungskosten lägen im Durchschnitt der geprüften Projekte der engeren Wahl. Ein externer Kostenplaner gehe von 40,6 Millionen Franken aus, die aufgebracht werden müssen, sagt Verwaltungsleiterin Sarah-Maria Kaisser auf Nachfrage.

Das Preisgeld des Wettbewerbs wird unter den besten vier Projekten aufgeteilt, die Sieger erhalten 70 000 Franken. Metha Walther Architekten hätten bereits Erfahrung mit Schulraumprojekten, hiess es von Seiten der Jury. «Eine Schulraumplanung dauert lange, deshalb muss das Projekt flexibel sein», erklärt Architektin Jeanine Walther vom Siegerteam gegenüber dem Wochenblatt. So sollen die Räume je nach Veränderungen der pädagogischen Anforderungen noch angepasst werden können. Die Anforderungen an das Projekt seien hoch, sagt Architekt Nicolas Mentha. Besonders die Einplanung des Bewegungsraums sei nicht einfach umzusetzen gewesen. «Für uns war das etwas Neues», so Mentha. Eine Idee wäre es, den Raum so anzusetzen, dass er auch von aussen zugänglich und damit ausserhalb der Schulzeiten für Externe nutzbar wäre.

Projekt soll weiter überarbeitet werden

Die Jury empfiehlt im Bericht, das Siegerprojekt noch weiter zu überarbeiten. So sollte die Durchgangssituation bei der Aula und der Veloparkierung optimiert werden, da sie im Projekt zu eng wirke. Zudem soll eine Rochade zwischen Bewegungsraum, schulergänzender Tagesstruktur und Kindergarten geprüft werden, «um die betrieblichen Abläufe zu gewährleisten». Auch die genaue Anzahl Parkplätze und deren Anordnung sollen durch den Gemeinderat überprüft und definiert werden. Die Jury empfiehlt der Gemeinde, die Ausarbeitung des Vorprojekts durch einen Fachausschuss zu begleiten.

Das Vorprojekt und der Planungskredit sollen noch in diesem Jahr vor die Gemeindeversammlung kommen. Zwischen 2027 und 2029 soll die Schulraumerweiterung in Etappen realisiert werden. Gemeindepräsident Daniel Urech (FWD/Grüne) betonte anlässlich der Vernissage die Wichtigkeit des Projekts. Der Schulneubau sei ein zentrales Projekt für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde. Anschliessend konnten die Anwesenden Fragen an die Architekten stellen und weitere Projekte betrachten – der Apéro wurde vom Planungsbüro gesponsert –, schliesslich liegt der Gemeinde noch immer kein vom Souverän abgesegnetes Budget vor.

Die Ausstellung dauert bis 28. Januar und ist jeweils werktags von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

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