Schüler lernen Erste Hilfe
Mädchen und Knaben aller Schulstufen erhalten in dieser Woche eine Einführung in Erste Hilfe. Dieser nachhaltige Kurs ist Bestandteil eines kantonalen Krisenkonzepts mit Blaulichtorganisationen.

Thomas Brunnschweiler
Es ist ein sonniger Montagnachmittag. In der Aula des Schulhauses Brühl lauschen die Kinder der Klasse 2a von Sandra Giani angeregt den Ausführungen von Alice Häner und Elisabeth Jeger vom Samariterverein Breitenbach und Umgebung. Beständig recken sich Hände in die Höhe. Über mangelndes Interesse brauchen sich die Kursleiterinnen nicht zu beklagen. Dann verlässt die eine Hälfte der Gruppe den Saal, die andere verteilt sich im Raum. Die Kinder legen sich mit dem Rücken auf den Boden, schliessen die Augen.
Die zweite Gruppenhälfte betritt den Raum und muss nun beweisen, dass sie bei der Theorie zur Bewusstlosenlagerung gut aufgepasst hat. Tatsächlich gehen die Kinder gezielt und planvoll vor. Sie sprechen den Patienten zuerst an, greifen dann einen Arm, legen den Körper zur Seite, verstärken die Haltung mit dem Anlegen des oberen Beins in die Kniekehle des unteren und vergessen auch nicht die Notrufnummer 144 anzurufen. Am Schluss werden die kleinen Patienten noch mit einer Wärmefolie bedeckt. Jetzt schellt die Pausenglocke. Gefragt, wie sie den Kurs gefunden hätten, sind sich alle einig: «Voll cool wars!» – «Mega super!» – «Ganz toll!».
Frühe Einführung ist sinnvoll
Im Zusammenhang mit der Erarbeitung eines Krisenkonzeptes mit Blaulichtorganisationen im Kanton Solothurn hat Rektorin Marie-Thérèse do Norte gemeinsam mit der schulinternen Arbeitsgruppe für Krisenmanagement ein nachhaltiges Konzept entwickelt. Vor anderthalb Jahren wurde das Lehrpersonal für den Umgang mit Bränden vorbereitet. Dieses Jahr sind nun die Schüler dran. Die Schülerinnen und Schüler aller Stufen vom Kindergarten bis zum 9. Schuljahr sollen alle drei Jahre ihre Kenntnisse in Erster Hilfe auffrischen können. Die inhaltliche und methodische Seite des Projektes stammt vom Schweizerischen Samariterbund.
Bei den Kindergärtnern kommt vor allem das Buch «Globi lernt Erste Hilfe», der Esel Murphy und das «Blauliechtlied» an. Es geht bei diesen Einführungen nicht um komplexe medizinische Zusammenhänge. Die Schülerinnen und Schüler sollen zunächst nur einmal lernen, wie und wen sie alarmieren müssen und welche Informationen für die Notfallnummer wichtig sind. Aktiv werden können Kinder bei der Lagerung, bei der Entfernung von Sand im Auge, bei kleinen Verletzungen oder beim Transport von Verletzten. Den Oberstufenschülern werden die zwei Einführungsstunden an den Nothelferkurs angerechnet.


