Schlosshof: Bürgerrat und Pächter erzielen eine Einigung

Das Pächterpaar Hänggi hat bis Ende 2028 Zeit, den Pachtvertrag für den Schlosshof zu kündigen. Die Bürgergemeindeversammlung Dornachgenehmigte die Vereinbarung zur Auflösung des Pachtvertrags.

«Für beide Seiten wohl das Beste und unter den Umständen die sinnvollste Lösung», meint Bürgerratspräsident René Umher zur getroffenen und von der Bürgergemeindeversammlung am Montag vergangener Woche genehmigten Vereinbarung zur Kündigung des Pachtvertrags für den Schlosshof. Nach dem klaren Verdikt der Versammlung zum Antrag des Bürgerrats – es gab keine Gegenstimme und nur zwei Enthaltungen – fiel Umher ein Stein vom Herzen. Nach monatelangen Verhandlungen zwischen den Anwälten des Bürgerrats und dem Pächterpaar Yves und Stefanie Hänggi konnte eine Einigung zur Kündigung des Pachtvertrags erzielt werden. Die Einigung sieht drei Entschädigungsschlüssel vor, wobei die Hänggis den definitiven Kündigungstermin selber bestimmen können. Wird der Pachtvertrag auf den letztmöglichen Termin am 31. Dezember 2028 gekündigt, erhält das Pächterpaar von der Bürgergemeinde Dornach 395 000 Franken. Durch die Genehmigung der Vereinbarung durch die Bürgergemeindeversammlung wird eine sofortige Zahlung von 120 000 Franken innert 30 Tagen fällig. Erfolgt die Kündigung auf den 31. Dezember 2027, erhält das Pächterpaar Hänggi 365 000 Franken, bei einer Kündigung auf Ende 2026 noch 330 000 Franken. Zusammen mit den vergeblichen Investitionen, Planungen und Arbeiten am Hof für über 870 000 Franken wird das Debakel um den Stallneubau die Bürgergemeinde über 1,2 Millionen Franken kosten.

«Soziale und humane» Vereinbarung

An der Bürgergemeindeversammlung kam die Frage auf, weshalb die Zahlungen bei einem späteren Kündigungstermin höher ausfallen, obwohl die übrige Laufzeit bis zum offiziellen Ende des Pachtvertrags 2033 jedes Jahr kürzer wird. Eine Erklärung dafür sei, so René Umher, dass diese Zahlung zu einem Teil eine Entschädigung für den Zusatzaufwand und den entgangenen Gewinn der Pächter aufgrund der von der Bürgergemeinde nicht getätigten Investitionen darstelle, die sich bei einer längeren Vertragsdauer erhöhe. «Andererseits ging es uns darum, dem Pächterpaar genügend Zeit zu lassen, um für sich eine Alternative zu finden. Die Staffelung sollte deshalb auch vermeiden, dass wirtschaftlicher Druck zu einer überstürzten Entscheidung führt», erklärt Umher. Hätten sie bei einer Kündigung auf Ende 2026 die höchste Entschädigung erhalten, wäre der Druck, schnell zu kündigen, entsprechend grösser gewesen. Umher bewertet die getroffene Vereinbarung als «eine Lösung, die die schwierige Situation der Pächterfamilie berücksichtigt».

Ihm sei bewusst, versichert der Bürgerratspräsident, dass die Situation für die Familie Hänggi nicht einfach ist. Doch auch beim Bürgerrat hätten die Diskussionen der letzten Monate Spuren hinterlassen. Der aktuelle Bürgerrat hat das Thema Schlosshof mit dem vom Kanton Solothurn nicht genehmigten, aber mit dem Ehepaar Hänggi vereinbarten Neubau eines Stalls von seinen Vorgängern geerbt. Bei den Wahlen im April 2025 wurden vier der insgesamt sieben Bürgerratsmitglieder neu gewählt. Deshalb sagt René Umher auch: «Aus diesem Fall müssen wir Lehren ziehen.»

Freie Betriebe sind rar

Für das Ehepaar Hänggi war es essenziell, dass es den Kündigungstermin selber bestimmen kann. Einen alternativen Landwirtschaftsbetrieb zum Schlosshof hätten sie noch nicht gefunden, verrät Yves Hänggi. «Die Zeitdauer bis 2028 und die Kündigungsfrist von drei Monaten gibt uns die nötige Flexibilität, bei einem passenden Angebot schnellstmöglich zu kündigen, damit wir das Angebot auch annehmen können.» Yves Hänggi ist bewusst, dass die Suche nach einem Landwirtschaftsbetrieb schwierig sein wird. «Deshalb können wir uns nicht auf eine Region festlegen, da freie Betriebe schon grundsätzlich rar sind. Ist ein Hof ausgeschrieben, gibt es jeweils viele Bewerbungen dafür.»

Auch vom Betriebskonzept her dürfen sich die Hänggis nicht zu sehr einschränken, um ihre Chancen auf einen neuen Bauernhof zu erhöhen. «Natürlich würden wir gerne unser Vieh mitnehmen. Jede und jeder hat so seine Lieblingstiere. Uns ist natürlich bewusst, dass man im Normalfall die Tiere und Maschinen von einem Betrieb übernimmt.» Ihre beiden Pferde wollen Yves und Stefanie Hänggi mitnehmen.

Der Wegzug aus Dornach trifft das Pächterpaar auch persönlich. Yves Hänggi ist in Breitenbach aufgewachsen. Seine Verwandtschaft ist hier zu Hause, was optimal gewesen sei. Die Familie von Ehefrau Stefanie ist im Kanton Thurgau zu Hause. Auf solche Umstände können die Hänggis nur bedingt Rücksicht nehmen, wollen sie schnellstmöglich eine Alternative zum Schlosshof finden. Yves Hänggi ist trotz der schwierigen Lage erleichtert, dass die Diskussionen um den Stallneubau und die Kündigung der Pacht beendet sind. «Für uns ist es keine Wunschlösung. Aber jetzt konnten wir endlich einen Punkt machen.»

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