s Lädeli im Dorf für knifflige Fälle punktet mit persönlicher Beratung
Vor 20 Jahren hat Max Sutter Junior nach einem grösseren Umbau das elterliche Eisenwaren- und Haushaltgeschäft übernommen und es für das 21. Jahrhundert fit gemacht.

Jay Altenbach
Suchen Sie einen Möbelknopf oder eine Bettschraube? Ist die Gummidichtung von Ihrem Dampfkochtopf spröde oder fehlt Ihnen ein Gewinde um den Gartenschlauch anzuschrauben? Bei Max Sutter finden Sie fast alles und alles andere kann er Ihnen bestellen. Und wenn er Ihnen nichts verkaufen kann, dann hat er bestimmt noch eine Idee auf Lager, wie Sie Ihr Problem anderweitig lösen könnten.
Falls Ihnen das nicht reicht, wäre Max Sutter Senior, der trotz seines fortgeschrittenen Alters noch fast täglich im Geschäft steht, zur Stelle. Dritte im Bunde ist dann die aufgestellte Paula Mohler, die jedes Haushaltgerät bestimmt schon getestet hat, wenn es nicht sogar bei ihr zu Hause im Einsatz steht. Seit fünf Jahren packt sie im Geschäft mit an und ihre Anwesenheit sei in Gold nicht aufzuwiegen, gesteht der Inhaber. Ab und zu schaut auch Therese Sutter im Geschäft vorbei, aber nicht mehr täglich und Ursula Sutter, die Ehefrau des Inhabers, ist für die Buchhaltung zuständig.
Neue Bedürfnisse
«In den letzten 20 Jahren hat sich das Sortiment des Eisenwarengeschäfts stark verändert», erzählt Max Sutter junior. Während er früher jeden Monat eine Bestellung für Kleinmaterial für Handwerker schrieb, braucht er dies heute nur noch ein bis zweimal im Jahr zu tun. Do-it-yourself-Geschäfte und Handwerkershops haben der kleinen Eisenwarenhandlung, wo man auch nur eine einzige Schraube anstatt 50 Stück kaufen kann, den Rang abgelaufen. Aber wer Wert auf Beratung legt, eine Haushaltsmaschine, insbesondere eine Kaffeemaschine braucht und diese auch noch speziell auf die persönlichen Bedürfnisse eingestellt haben will, ist hier am richtigen Ort. «Mit Kundenservice können wir kleinen Geschäfte punkten, denn wer nicht zufrieden ist, steht am nächsten Tag wieder auf der Matte. Also machen wir es von Anfang an gut und richtig», betont Sutter sein Geschäftskredo.
Familientradition seit 1891
Bereits 20 Jahre liegt auch der Umbau des Ladengeschäfts zurück, welches unter schwierigen Umständen vonstattenging. Der Denkmalschutz redete mehr als nur ein Wörtchen mit und Sutter bedauert, dass er weder den Eingangsbereich freundlicher gestalten noch die Decke im Ladengeschäft erhöhen konnte. Dennoch lohnt sich ein Blick in das historische Ladegeschäft, das 1891 vom Urgrossvater des heutigen Besitzers gegründet wurde. Der ehemalige Hufschmid baute mit 48 Jahren sein Geschäft um und verkaufte fortan Sensen, Heugabeln oder Chälberstricke. Sein Sohn, von Beruf Optiker ergänzte das Sortiment mit optischen Bedarfsartikeln wie Zwicker, Brillen und Barometer. Max Sutter Senior übernahm das Geschäft und führte es weiter, bis er es an seinen Sohn, den heutigen Geschäftsführer, weitergab.


