Philipp klettert hoch hinaus
Der 13-jährige Junior holte in Grindelwald die Goldmedaille seiner Alterskategorie im Bouldern.

Bea Asper
Sport bedeutet mir enorm viel», sagt Philipp Geisenhoff, während er weit oben in der Wand hängt und spielerisch ein paar Klimmzüge macht. Der 13-jährige Dornacher ist im Sportklettern in seiner Kategorie derzeit unschlagbar. An den Schweizer Meisterschaften im Bouldern in Grindelwald hat er zum zweiten Mal in Folge die Goldmedaille geholt und eine Woche später den Mammut Youth Climbing Cup in Genf gewonnen. Der Schweizer Alpen Club kommentiert: «Bereits in der Qualifikation stachen die Besten deutlich hervor: Weniger Versuche, schnellere Lösungen und mehr Kraftreserven verhalfen den erfolgreichen Athleten wie Philipp Geisenhoff in die Finalrunde.»
Hartes Training mit Freude
Er trainiert bis zu vier Stunden am Tag und dies mehrmals in der Woche. Muss er sich manchmal dazu aufraffen? «Philipp lacht herzlich. «Im Gegenteil, ich kann es jeweils kaum erwarten, bis ich zum Training fahren darf.» Weil der Sport einen so wichtigen Teil ausmacht in seinem Leben, sei er froh, ab dem kommenden Schuljahr das Sportgymnasium Bäumlihof in Basel besuchen zu können. Das Ticket dazu hat er sich nebst guten schulischen Leistungen mit der Empfehlung von Swiss Olympic geholt. An sogenannten Testtagen musste er in der Klettertechnik sowie im Ausdauer- und Kräftemessen zeigen, dass er überdurchschnittliche Leistungen vollbringt.
Das Gefühl, wegen des Sports auf anderes verzichten zu müssen, habe er keineswegs. Und während er im Klettergarten in Pratteln an einem Überhang weiter demonstriert, was den Reiz des Sportkletterns ausmacht, beginnen seine Augen zu leuchten. Geschmeidig wie eine Katze steigt er die künstlichen Felswände hoch, mit Leichtigkeit schafft er es, sein Gewicht an einem Arm in der Luft zu halten und mit den Beinen Schwung zu holen, um zur nächsten Ritze zu gelangen. «Ich mag die kniffligen Parcours», sagt er lachend und ergänzt dann, «manche Strecken, die übrigens mit verschiedenen Farben gekennzeichnet sind, kann ich allerdings noch nicht bewältigen, weil meine Spannweite der Arme und Beine zu klein ist.» Doch auch diese Parcours später mit Leichtigkeit zu schaffen, ist eines seiner erklärten Ziele.
Ziel Europameisterschaften
Fürs nächste Jahr hat er sich vorgenommen, auch in der höheren Kategorie den Sprung ins Schweizer Kader zu schaffen, und nicht nur an der Schweizer Meisterschaft aufs Podest zu klettern, sondern auch mit den besten Sportkletterern Europas mithalten zu können. «Ich will an den Europameisterschaften teilnehmen.» Auf jeden Fall will er dem Sportklettern treu bleiben, sagt Philipp entschlossen. Die höchsten Gipfel der Welt zu besteigen, sei weniger sein Ding, obwohl er manchmal auch in freier Natur klettere, dann vor allem mit seiner Familie, dank der er vor fünf Jahren auch auf seine grosse Leidenschaft aufmerksam wurde. «Beim Wandern begann ich kleine und dann immer grössere Felsen zu besteigen, meine Eltern fuhren dann mal mit mir zum Klettergarten. Aus dem einen Mal wurden vier Mal die Woche», sagt Philipp und bricht auf zur nächsten Kletterrunde.


