Pastorales Jobsharing
Seit dem 1. Mai betreut das Pfarrerehepaar Dan und Noemi Breda die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Dornach-Gempen-Hochwald. Ein Kurzporträt.

Thomas Brunnschweiler
Beim Gespräch mit Dan und Noemi Breda sind auch ihre drei Buben dabei. Man spürt, dass die Tradition des reformierten Pfarrhauses eine ganz andere ist als die des katholischen Pfarrhaushalts. Die Bredas haben sich entschlossen, das Amt in Dornach zu teilen. Weshalb? «So kann man Familie und Beruf unter einen Hut bringen», sagt Dan Breda, «und es gibt Fälle, in denen in seelsorgerischen Fragen eine Frau gewünscht wird.» Noemi Breda sieht noch andere Gründe für das Jobsharing: «Ich liebe meinen Beruf und für die Kinder ist es gut, wenn auch ein Mann zu Hause ist. Darüber hinaus ist es beflügelnd, mit dem Partner zusammenzuarbeiten, gerade wenn man auch verschiedene Meinungen hat.»
Theologie der Begegnung
Dan Breda kommt ursprünglich aus Siebenbürgen (Rumänien). Dort studierte er, bevor er das Studium 2002 in Basel abschloss. Die Region kannte er schon vorher, da er starke Beziehungen zu Arlesheim pflegte, wo er an verschiedenen Projekten teilnahm. Dan Breda machte nach dem Studium Gottesdienstvertretungen und arbeitete als «Familienmanager» und Religionslehrer. Noemi Breda ist die Region ebenfalls vertraut, denn sie ist in der Baselbieter Gemeinde Rickenbach aufgewachsen. Nach dem Studienabschluss 2004 in Basel amtierte sie als Pfarrerin in Bülach, im Zürcher Unterland. Das Pfarrerehepaar fühlte sich in Dornach auch von der anderen Konfession herzlich willkommen geheissen. «Mein Mann steht als Lutheraner etwas zwischen Reformierten und Katholiken», sagt Noemi Breda. Gefragt nach den theologischen Vorbildern wollen sich beide nicht auf bestimmte Namen festlegen. «Vorbilder sind Menschen, die den Glauben im Alltag auf offene Weise leben», so Noemi Breda. Ihr Mann, der einer «Theologie der Begegnung» verpflichtet ist, schliesst sich diesem Votum an. «Als Lutheraner brauche ich eine liturgische Struktur. Ich schätze aber die reformierte Freiheit und Geborgenheit.»
Zuerst zuhören
Zunächst ist es wichtig, Kontakte zu pflegen, zu schauen und zu hören, die Dornacher Eigenheiten kennen zu lernen und natürlich die Gemeinden Gempen und Hochwald. Dass Dornach stark katholisch geprägt ist, hat Noemi Breda bereits gemerkt. «Es gibt viele Kruzifixe und andere Feiertage als in reformiert geprägten Gegenden.» Das Ehepaar wünscht sich, dass die Menschen auf sie zukommen. «Nicht das Pfarrerehepaar ist die Kirche, sondern jeder in der Gemeinschaft.» Zuletzt sagt Noemi Breda lachend: «Die Dornacher sollen uns verzeihen, wenn wir am Anfang in die typischen lokalen Fettnäpfchen treten.»


