Nuglar-St. Pantaleon: Ortsparteien planen grosses Dorffest

Die drei im Gemeinderat von Nuglar-St. Pantaleon vertretenen Parteien haben einen Verein zur Organisation eines Dorffestes gegründet. Zuerst gibt es aber einen Lottomatch.

Gemeinsam anpacken: Die Vorstandsmitglieder des neuen Vereins sind (von links) Thomas Giger, Silvan Heutschi, Hannes Scheibler und Urs Hofmeier. Es fehlen Staffan Sjögren sowie Katia Andaloro.Foto: ZVG
Gemeinsam anpacken: Die Vorstandsmitglieder des neuen Vereins sind (von links) Thomas Giger, Silvan Heutschi, Hannes Scheibler und Urs Hofmeier. Es fehlen Staffan Sjögren sowie Katia Andaloro.Foto: ZVG

Gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, etwas zu erschaffen, gibt ein gutes Gefühl. Was für Freundschaften gilt, trifft auch auf eine Gemeinde wie Nuglar-St. Pantaleon zu: Entsprechend haben Vertreter der drei im Gemeinderat vertretenen Parteien FDP, Nebelfrei und SVP den Verein Dorffest Nuglar-St. Pantaleon gegründet. Die Idee: Menschen zusammenbringen, Begegnungen ermöglichen und den Zusammenhalt im Dorf stärken. Konkret geht es aber um die Finanzierung und Organisation eines grossen Dorffestes. «Wir haben in der Gemeinde schon länger darüber gesprochen, wieder einmal etwas Gemeinsames auf die Beine zu stellen – einen Anlass, der möglichst viele Menschen im Dorf anspricht», sagt Staffan Sjögren, ehemaliger Nebelfrei-Gemeinderat und Vorstandsmitglied des neuen Vereins. Als erster Schritt findet am Samstag, dem 17. Oktober, im Restaurant Rebstock ein Lottomatch statt – der Erlös fliesst vollständig in die Vorbereitung und Durchführung des Dorffestes. «Unser Lottomatch ist ein Versuch, einen offenen und gemütlichen Anlass zu schaffen, gemeinsam einen Nachmittag und Abend zu verbringen, etwas zu spielen, essen, trinken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig soll der Lottomatch auch ein kleines Sprungbrett für das Dorffest sein», so Sjögren. Dorffeste sind in Nuglar-St. Pantaleon keine Alltäglichkeit: «Das letzte Dorffest fand meines Wissens in den 1980er-Jahren statt», sagt Urs Hofmeier, der als Vertreter der FDP-Ortspartei im Vorstand von Dorffest Nuglar-St. Pantaleon sitzt.

Signal für Zusammenhalt

Die Gründung des Vereins hat aber auch einen etwas brisanteren politischen Hintergrund: «Die Arbeit des Gemeinderates ist von Herausforderungen geprägt und manchmal kann von aussen der Eindruck entstehen, dass sich die drei Parteien im Gemeinderat nur streiten», sagt Hofmeier. Und Thomas Giger, Präsident der SVP-Ortspartei, ehemaliger Gemeinderat und Kantonsrat, fügt hinzu: «Ausgangspunkt war die einhellige Erkenntnis, dass der Umgangston zwischen den Parteien in den vergangenen Jahren teilweise zu wünschen übrig liess und dass die bevorstehenden Herausforderungen im Bereich der Gemeindefinanzen besser gemeinsam als gegeneinander bewältigt werden können.» Mit dem Verein wolle man zeigen, «dass wir gemeinsam das Dorf weiterbringen wollen und dass wir eine förderliche Dialogkultur pflegen».

Für Einheimische und Zuzügler

Nuglar-St. Pantaleon sei ein klassisches Agglomerationsdorf, wie Hofmeier sagt: «Wir haben einen starken Zuzug junger Familien, die aber im Dorf noch nicht verwurzelt sind. Das ist die eine Gruppe. Die andere Gruppe ist die klassischen Einheimischen, zu denen ich mich zähle. Unser Ziel ist es auch, diese zwei Gruppen näher zusammenzubringen und zu zeigen, dass es wichtig ist, für das Dorf einzustehen.» Wenn man mit jemandem ein Bier oder ein Glas Wein getrunken habe, sei es einfacher, an der Gemeindeversammlung über schwierige Themen zu diskutieren. Wie in anderen Gemeinden sorgen auch in Nuglar-St. Pantaleon die Finanzen für teils hitzige Diskussionen.

Spätestens 2030 soll das Dorffest stehen

Nach dem Lottomatch wird es die Aufgabe der Organisatoren sein, Vereine und Organisationen aus dem Dorf mit ins Boot zu holen. Wann das Fest denn nun stattfinden wird, steht laut Giger noch in den Sternen: «Aus meiner Sicht wird ein Anlass dieser Grössenordnung frühestens im Jahr 2028 realisierbar sein. Damit das Fest erfolgreich werden kann, müssen die Gemeinde, die Bevölkerung und die Vereine hinter dem Projekt stehen, die notwendigen Termine rechtzeitig reservieren und genügend Zeit haben, um ihre Beiträge vorzubereiten.» Gleichzeitig dürfe man nicht zu lange zuwarten, da sonst die anfängliche Dynamik und Begeisterung verloren gehen könnten. «Für mich schliesst sich dieses Zeitfenster etwa im Jahr 2030. Bis dahin sollten wir das Dorffest gemeinsam auf die Beine gestellt haben.» Neben Giger, Hofmeier und Sjögren sitzen Katia Andaloro, Silvan Heutschi und Hannes Scheibler im Vorstand des neuen Vereins.

«Ausgangspunkt war die einhellige Erkenntnis, dass die bevorstehenden Herausforderungen im Bereich der Gemeindefinanzen besser gemeinsam als gegeneinander bewältigt werden können.»

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