Mosers Gartenzauberwelt
Am Oberen Brühlweg hat sich Markus Moser seine eigene Welt aus Mosaikskulpturen geschaffen. Sein Elternhaus ist eine richtige Wundertüte.

Thomas Brunnschweiler
Im Garten wachsen bunte Pilze aus dem Boden, eine farbenprächtige Schlange windet sich empor, ein Pfau spreizt sein Gefieder und ein glitzernder Elefant hebt den Rüssel. All diese Skulpturen sind unter den Händen von Markus Moser entstanden, der heute in Münchenstein lebt. Aber sein Atelier ist noch im und ums Haus seines Vaters. Markus Moser ist eine imposante Erscheinung, gross, bärtig und breit gebaut, und man glaubt es ihm aufs Wort, dass er schon die schwersten Kristallstufen aus 2000 Meter Höhe ins Tal geschleppt hat.
Sammelwut und Schaffensdrang
Der heute 49-jährige gelernte Elektriker hielt es auf seinem Beruf nicht lange aus. Bald wurde er Allrounder, gestaltete Gärten, zog Mauern hoch oder arbeitete als Plattenleger und Gipser. «Heute organisiere ich fast alles: Umbauten, Renovationen, Räumungen und Häuserabbrüche», sagt er. Früh schon gab er sich seiner Sammelwut hin und häufte alles zusammen, was er für seine kreativen Tätigkeiten oder den Flohmarkt gebrauchen konnte. Im weitläufigen Elternhaus sind zentnerweise Platten, Gläser, bunte Geschirre und Modeschmuck gestapelt. In jedem Raum finden sich die Spuren von Mosers fast unerschöpflicher Kreativität. In einem Verschlag entdeckt man einen fantastischen Thron, der mit Mosaikteilchen und anderen kleinen Gegenständen übersät ist. Im Estrich kann man Mosaikmöbel, Bilder mit unterschiedlichsten Gegenständen und Spiegel bewundern, die an Gaudi erinnern. Mosers Motto heisst: «Du musst es machen.»
Er ist kein Theoretiker, zeichnet auch nicht vorgängig Pläne, sondern lässt sich stets auf den Schaffensprozess ein. Moser ist in der Kunst des Mosaiklegens Autodidakt; er hat fast 50 Bücher zum Thema gelesen. «Inspiriert haben mich vor allem Hundertwasser, Niki de Saint Phalle, Tinguely, dem ich noch persönlich begegnet bin, und natürlich der Spanier Gaudí.» Moser arbeitet mit Kunstglas, Echtgoldglas, Badezimmerplättchen, Marmor und anderen Materialien.
Wertschätzung meist nur virtuell
«Die Reaktionen auf meine Werke sind durchgehend positiv. Es gibt sogar Leute aus Spanien oder Portugal, die meine Figuren fotografieren.» In einigen Gärten der Umgebung stehen Objekte von Moser, aber den grossen Durchbruch hat er noch nicht gehabt. «Früher schrieb ich Galerien an», erklärt er, «aber ich erhielt teils abschätzige, ja gar drastische Antworten.» Wie viele Künstler muss auch er immer wieder erfahren, dass die Wertschätzung der Kunst bei den meisten Leuten beim Portemonnaie aufhört. Der grosse Elefant, in dem rund 5000 Franken Material und 300 Arbeitsstunden stecken, kostet 30 000 Franken. Ein schönes Plätzchen wäre ihm zu gönnen.
www.mosers-kunst.ch


