Moritzenbrüder: traditionsverbunden und weltgewandt

Joe Dietlin ist seit kurzem der neue Ministar Primus der Moritzen-Bruderschaft Dornach. Die Bruderschaft pflegt die kirchlichen Traditionen und setzt sich daneben für die Alten und Schwachen ein.

Neuer Obmann: Joe Dietlin mit der Bruderschaftskette im Klostergarten. Jede Plakette repräsentiert einen Event der Bruderschaft.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Neuer Obmann: Joe Dietlin mit der Bruderschaftskette im Klostergarten. Jede Plakette repräsentiert einen Event der Bruderschaft. Foto: Thomas Brunnschweiler

Thomas Brunnschweiler

Die Moritzen-Bruderschaft bezieht sich auf den Patron der Pfarreikirche, den heiligen Mauritius. Dieser Heilige, der unter anderem Schutzpatron der Handwerker ist, erfreut sich in der Schweiz grosser Beliebtheit. Insgesamt 53 Mauritiuskirchen gibt es hier und jedes Jahr besucht die Moritzen-Bruderschaft eine davon. Die Bruderschaft wurde 1994 als Pendant zur schon im 15. Jahrhundert gegründeten Bruderschaft Sanctae Margarithae in Solothurn ins Leben gerufen. Joe Dietlin attestiert Dr. Hans Voegtli, dem bisherigen Obmann oder Ministar Primus, eine gute Amtsführung.

Die 21 Mitglieder umfassende Bruderschaft hat sich die Beibehaltung und Pflege des kirchlichen Brauchtums auf die Fahne geschrieben. Joe Dietlin sieht die Bruderschaft als Ergänzung zur Magdalenen-Zunft, welche eher die weltlichen Sitten und Gebräuche pflegt. Die Begriffe für die Chargen sind lateinisch gehalten: Ministar Primus und Secundus, Auxiliar, Cancellar, Ceremoniar, Manducar, Mosar und Parsimoniar. Zu den zu erhaltenden Bräuchen gehören die Rorate-Gottesdienste, das Palmenbinden, die Bittgangsprozessionen, die Christi-Himmelfahrts-Prozession, die Maiandacht und die Dekanatswallfahrt nach Mariastein.

Der zweite Zweck der Verbindung ist es, Alten und Schwachen beizustehen. Die Erreichung der beiden Ziele erfordert ein kollegiales Umfeld, Brüderlichkeit und ein gutes Einvernehmen der Mitglieder. Auf die Frage nach der konfessionellen Exklusivität antwortet Joe Dietlin: «Wir möchten in Zukunft auch die Reformierten einbeziehen.» Auf dem Jahresprogramm stehen neben den kirchlichen Anlässen ein Pétanque-Tournier, der Weihnachtsmarkt und ein Grillanlass.

Erfolgreich und engagiert
Joe Dietlin ist Bürger von Grellingen und war nach dem Besuch der renommierten Hotelfachschule Lausanne im Dolder Grandhotel Zürich und anderen guten Häusern tätig. Er brachte es zum Direktor der Hotel- und Bädergesellschaft in Leukerbad und war zwanzig Jahre lang Pächter des Hotels Drachen in Basel. In Dornach wohnhaft ist er seit dem Jahr 2000. Er ist nicht nur Vizepräsident der Freunde des Klosters, sondern seit 25 Jahren auch Vorstandsmitglied der Vereinigung christlicher Unternehmer.

Darüber hinaus präsidiert er die Mercuria-Wandergruppe in Basel und ist Mitglied des Ambassador Clubs. Dietlin ist weit herumgekommen – beruflich und privat. Dieses Jahr hat er bereits eine Weltreise absolviert, und wenn er seinen jüngeren Sohn in Bangkok besuchen will, so setzt er sich einfach mal schnell ins Flugzeug. «Mir ging es im Leben immer gut», sagt Joe Dietlin, «darum möchte ich auch etwas an jene zurückgeben, die weniger haben. Mein Einsatz bei den Moritzbrüdern ist auch ein Dank an Gott.»

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