Mehr Platz ohne Neubau

Die Dornacher Gemeindeverwaltung platzt aus allen Nähten. Ein Neubau kommt aber nicht infrage. Stattdessen verspricht ein schlaues Umbaukonzept Kostenersparnis und Effizienzgewinne.

Lukas Hausendorf

Neu ist das Raumproblem im schmucken Dornacher Verwaltungs-Altbau nicht. Schon in der letzten Legislaturperiode kam das Thema auf den Tisch. Eine Machbarkeitsstudie verwarf damals aber bereits die Vision eines Anbaus zur bestehenden Verwaltung. Frischer Wind in die Debatte kam auf, als ein externer Planer, der auf öffentliche Verwaltungen spezialisiert ist, mit der Erstellung eines Raumkonzepts beauftragt wurde. Der Gemeinderat hat sich nun am Montag darauf verständigt, die Empfehlungen des Planers umzusetzen und sich auf einen Marschplan geeinigt. Zu tun gibt es vieles.

Die heutige Verwaltung – ursprünglich als Schule gebaut – erfüllt in vielen Bereichen die Anforderungen des Betriebs nicht und soll bis im September 2018 umgebaut und räumlich reorganisiert werden. «Heute stehen die Kunden im Büro. Das geht nicht. Da kann dann unter Umständen ein anderer Mitarbeiter aus Datenschutzgründen nicht telefonieren», führte Planer Peter Hegi aus. Die Abteilungen mit Kundenkontakt, allen voran etwa die Einwohnerdienste, aber auch die Bauverwaltung und die Sozialregion, werden Steh- oder Sitzschalter erhalten, damit sowohl Daten- wie auch Personensicherheit gewährleistet werden können.

Die räumliche Neustrukturierung wird einzelnen Abteilungen aber auch mehr Platz geben. In der Bauverwaltung sei dies dringend nötig, so Gemeindepräsident Christian Schlatter. Platz wird aber auch die Digitalisierung schaffen. «Die Aktenberge werden verschwinden», prophezeite Hegi, der dies zurzeit in Verwaltungen in der ganzen Schweiz beobachtet.

Um den tendenziell wachsenden Platzbedarf der Verwaltung zu decken, scheint mittelfristig aber die Auslagerung einer Abteilung unausweichlich. Höchstwahrscheinlich wird dies die Sozialregion sein, die heute das dritte Obergeschoss beansprucht. Hegis Planung sieht diese Option innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre vor. Die Kosten für den gesamten Umbau werden mit rund 880 000 Franken beziffert. Die Umsetzung soll im Vollbetrieb primär in den Sommerferien 2017 und 2018 erfolgen, wenn ferienbedingt das Sitzungszimmer des Gemeinderats als Auslagerungsfläche genutzt werden kann. Im Dezember muss aber noch die Gemeindeversammlung den entsprechenden Kredit genehmigen.

Mehr Mittel für Jugendarbeit

Die Jugendarbeit Dornach kann nächstes Jahr erstmals einen Ausbildungsplatz anbieten. Ein Antrag des Trägervereins Jugendarbeit wurde vom Gemeinderat am Montag genehmigt. Der Ausbildungsplatz ist auf ein praxisbegleitetes Studium im Bereich Soziale Arbeit oder Soziokulturelle Animation ausgerichtet und mit einem Pensum von 50 Prozent ausgestattet. Die Jugendarbeit erhofft sich durch die Nähe zur Fachhochschule nicht zuletzt auch neue Impulse, aber auch Entlastung. Mit einer Vollstelle, die sich zwei Jugendarbeiter teilen, ist die Jugendarbeit in Dornach gemäss Empfehlungen des nationalen Dachverbands unterdotiert. Die umliegenden Gemeinden sind weitaus besser aufgestellt und bieten schon länger Praktikanten- und Ausbildungsstellen an. «Es ist eine zentrale Institution in Dornach», meinte Schlatter. Diese ist aber nicht an die Gemeinde angeschlossen, sondern als Verein organisiert, der von der Gemeinde getragen wird. Auch das ist heute ein organisatorischer Sonderfall. In Aesch, Arlesheim, Münchenstein oder Reinach sind Jugendarbeiter direkt von der Gemeinde angestellt und damit finanziell auch bessergestellt als die Dornacher Jugendarbeiter.

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