Landwirte wollen mitziehen

Ein ökologisches Vernetzungsprojekt Dorneckberg würde Landwirten und Gemeinden nützen. Vertreter von Kanton und Gemeinden erläuterten der Öffentlichkeit, wie auch auf dem Dorneckberg ein solches Projekt entstehen könnte.

Vernetzung in der Natur: Gemeindepräsident Andy Tomasi (Hochwald, stehend) erläutert den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern das Projekt. Foto: Roland Bürki
Vernetzung in der Natur: Gemeindepräsident Andy Tomasi (Hochwald, stehend) erläutert den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern das Projekt. Foto: Roland Bürki

Roland Bürki

Der Dorneckberg weist noch vielfältige Lebensräume und eine durch die Topografie eingeschränkte intensive Produktion auf», skizzierte Hochwalds Gemeindepräsident Andy Tomasi dem zahlreich aufmarschierten Publikum Potenzial und Chancen für ein ökologisches Vernetzungsprojekt. Die Gemeinderäte von Büren, Dornach, Gempen, Hochwald, Nuglar-St. Pantaleon, Seewen und Himmelried wollten an diesem Abend am Puls der Öffentlichkeit spüren, ob sie dazu «Go oder Stop» sagen sollten, so Tomasi. Unterstützung erhielt er von Norbert Emch vom Amt für Landwirtschaft (ALW) in Solothurn, der in seinem Referat ausführlich auf den Inhalt eines solchen Projektes einging.

Die Rahmenbedingungen an die Landwirtschaft stelle generell die Bundesverfassung, die unter anderem explizit die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und die Pflege der Kulturlandschaft verlange. «Mit der Vernetzung ökologischer Ausgleichsflächen erfüllt die Landwirtschaft somit einen Leistungsauftrag des Bundes», erklärte Emch. Die gesamte mögliche Ausgleichsfläche im Bereich der sieben Gemeinden schätzte der Vertreter des ALW auf 490 Hektaren. Ausgleichsflächen sind kleinräumige Nischen für Fauna und Flora innerhalb der Kulturlandschaft.

Akzeptanz im Kanton gut
Wie eine solche Vernetzung aussehen kann, zeigten Emch und Gemeindepräsident Max Eichenberger an den Beispielen Kleinlützel und Rodersdorf. Im Leimental etwa soll der Steinkauz dadurch wieder ein Zuhause finden. «Es laufen 13 genehmigte Projekte in 50 Gemeinden», bestätigte Emch eine gute Akzeptanz bei Landwirten und Gemeinden. Beide hätten etwas davon, die Landwirte im Dorneckberg um 600 bis 700 Franken im Jahr pro Hektare Ausgleichsfläche, die Gemeinden einen ökologischen Mehrnutzen.

«Die hiesigen Landwirte möchten zusammen mit den Gemeinden mitziehen und sich auch finanziell beteiligen», brachten es in teilweise fulminanten Voten Bruno Berger und Felix Gebhardt vom landwirtschaftlichen Bezirksverein Dorneckberg sowie Landwirt Ueli Balzli auf den Punkt. «Die sieben Gemeinderäte werden in Kürze über den Start und die Trägerschaft des Projektes beraten und entscheiden», sagte Andy Tomasi gegenüber der bz. Die brutto rund 200 000 Franken an Kosten für Projekt und Umsetzung halte er nicht für ein Hindernis.

Ökologisches Vernetzungsprojekt
Der Bund strebt seit 2001 mit der Öko-Qualitätsverordnung (ÖQV) eine wirksamere Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt an. Er gewährt neben den Direktzahlungen damit auch Zusatzbeiträge für ökologische Ausgleichsflächen von besonderer biologischer Qualität (ÖQV-Q) und für vom Kanton genehmigte vernetzte Flächen (ÖQV-V). Mit einer zweckmässigen Vernetzung von natürlichen Lebensräumen sollen viele Tier- und Pflanzenarten dank besseren Fortpflanzungsmöglichkeiten gefördert werden. Ausgewählte Tier- und Pflanzenarten dienen als Indikator für die Qualität im betreffenden Lebensraum. Vernetzungsprojekte werden in der Regel im Rahmen einer Gemeinde oder einer Region lanciert und sind auf die Dauer von sechs Jahren ausgelegt.

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