Kreuzung statt Kreisel

190000 statt 106000 Franken: Der Gemeinderat Dornach will beim Knoten Goetheanum nicht wie vorgesehen einen Kreisel, sondern eine normale Kreuzung bauen. Die Bushaltestellen sollen nach oben versetzt werden.

Goetheanum-Knoten: Die Ortsbus-Haltestellen sollen jeweils um einige Meter in Richtung Dorneckstrasse auf die Höhe des Speisehauses versetzt werden.  Foto: Thomas Kramer
Goetheanum-Knoten: Die Ortsbus-Haltestellen sollen jeweils um einige Meter in Richtung Dorneckstrasse auf die Höhe des Speisehauses versetzt werden. Foto: Thomas Kramer

Eine «Never-ending Story» soll nun endlich ein Ende finden. Im Juni 2015 gab die Dornacher Gemeindeversammlung grünes Licht, dass die Kreuzung bei der Bushaltestelle «Goetheanum» zu einem Kreisel umgebaut wird. Gegen diesen Beschluss formierte sich in der Folge heftiger Widerstand aus der Nachbarschaft. Einsprachen blockierten den Bau und auch die Beratergruppe des Goetheanums wehrte sich gegen die Kreisellösung. Am Montag präsentierte der Gemeinderat eine neue Variante. Der Goetheanum-Knoten soll eine gewöhnliche Kreuzung bleiben. Im Gegensatz zur Kreisellösung wird nur der Strassenbereich von den baulichen Massnahmen betroffen, die Freihaltezone gegen das Goetheanum hin aber bleibt unberührt. Festhalten hingegen möchte der Gemeinderat an der von Anwohnern kritisierten Entsorgungsstelle. Die markanteste Änderung betrifft die Bushaltestellen an der Goetheanumstrasse. Beide werden um einige Meter über die Kreuzung an die Dorneckstrasse versetzt. Die Anthroposophen seien bei der neuen Gestaltung mit im Boot, verrät Gemeindepräsident Christian Schlatter (FWD). Die neue Lösung wird mit gut 190000 Franken rund 80000 Franken teurer als die Kreiselvariante. Der Gemeinderat hat diesen Mehrbetrag bereits ins Budget eingestellt. Um das neue Kreuzungsprojekt weiterverfolgen zu können, muss die Gemeindeversammlung vom 28. November die vor drei Jahren beschlossene Kreiselvariante aufheben.

Mehrere Wasserrohrbrüche

Der Gemeinderat verabschiedete am selben Montag auch mehrere Strassenabschnittssanierungen. Der Gempenring soll für 870000 Franken, der Brosiweg für 815000 Franken, der Magdalenenweg für 480000 Franken, der

Rosenweg für 367000 Franken und der Ingelsteinweg für 195000 Franken saniert und erneuert werden. Auslöser ist zumeist der schlechte Zustand der unterirdischen Werkleitungen. Für das Gebiet «Brosi» am unteren Teil des Brosiwegs erlässt der Gemeinderat eine Planungszone für drei Jahre, um voreilige Baumassnahmen von Eigentümern, die möglicherweise nicht ins anthroposophische Ensemble passen, zu verhindern. Auf Antrag von Annabelle Lutgen (FDP) wurden die Häuser am Brosiweg 4–6 aus der Planungszone herausgenommen.

Mehr Geld fürs Heimatmuseum

Ein Antrag des FDP-Gemeinderats Daniel Müller gab im Gemeinderat zu reden. Als Vizepräsident der Stiftung Heimatmuseum Schwarzbubenland beantragte er, den Jahresbeitrag der Gemeinde Dornach an das Museum von zurzeit jährlich 1500 auf 10000 Franken zu erhöhen. Das Museum wird von den Schwarzbubengemeinden mit je 20 Rappen pro Einwohner getragen. Dieses Jahr litt das Museum unter einem Käferbefall, durch das Dach tropfe es bei Starkregen, der Boden sei splittrig, der Teppich marode und auch beim Mobiliar und bei den Vitrinen stehen in naher Zukunft Investitionen an, mahnte Müller. Obwohl niemand im Gemeinderat die Verantwortung Dornachs als Standortgemeinde infrage stellte, war Skepsis gegenüber der Beitragserhöhung um 8500 Franken zu spüren. Der Gemeinderat einigte sich abschliessend auf eine moderate Erhöhung auf 50 Rappen pro Einwohner, also auf knapp 3500 Franken total, und auf finanzielle Hilfen bei Investitionen, Projekten und Notfällen.

Eine Beitragserhöhung sprach der Gemeinderat auch für die traditionelle Seniorenfahrt aus. Nachdem er aus Spargründen den Beitrag vor fünf Jahren gekürzt hatte, verdoppelt er nun den Gemeindebeitrag für das kommende Jahr auf 3000 Franken.

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